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Lange auf diesen Tag gewartet

Der Spatenstich ist erfolgt, das Loch längst gegraben. Jetzt kann es mit dem Erweiterungsbau des Alterszentrums Jurablick endlich vorangehen. Doch der Weg bis hierhin war steinig.

So soll der Neubau an der Deckergasse schon in einem Jahr aussehen. Visualisierung: PD
So soll der Neubau an der Deckergasse schon in einem Jahr aussehen. Visualisierung: PD

Ein einzelner Bagger gräbt auf einem Erdhaufen unablässig Boden ab. Das Loch neben der Wydenstrasse ist tief und kantig geschnitten, wie ein Schokoladenkuchen. Nebenan an der Deckergasse, der eigentlichen Adresse des Grundstücks, sammeln sich über 30 Personen.

Das sonnige Wetter passt zum Anlass, denn es ist ein gefreuter Tag: Das Alterszentrum Jurablick in Niederbipp kann endlich zum Spatenstich ansetzen, wobei Bagger schon vor zwei Wochen begonnen haben, die Baugrube auszuheben. Nun soll es schnell gehen, das sagt auch Architekt Roger Bloch. «Die theoretische Phase ist endlich fertig, jetzt kommt die praktische.»

Bereits vor vier Jahren hatte sein Architekturbüro den ersten Kontakt mit den Bauherren, wobei Bloch erwähnt, dass das gesamte Verfahren beinahe eine Ortsplanung benötigte. «Wegen dieses Gebäudes dort hinten», sagt er und zeigt in Richtung Brauischür.

Das Verfahren um die Scheune zog das Bauprojekt nämlich in die Länge. Das 1907 erbaute Haus sollte zuerst abgerissen werden, doch da hatte die Denkmalpflege etwas dagegen. Nicht Einsprachen von Anwohnern verzögerten daher den Baubeginn, sondern das Hin und Her mit dem Kanton Bern. Nun ist die Brauischür aus dem Projekt ausgegliedert, hängt weiter in der Luft und darbt gleich neben der Baustelle vor sich hin.

Ein richtiger Papierkrieg sei der Prozess gewesen, sagt Beat Kellerhals, Vizepräsident des Gemeindeverbands Alterszentrum Jurablick. Er versteht nicht, was an dieser Scheune erhaltenswert ist. «Wir haben versucht, das Gebäude zu integrieren.» Aber die Bedürfnisse hätten nicht befriedigt werden können. Auch für Architekt Roger Bloch, der ganz in der Nähe wohnt, ist die Scheune ein Rätsel. Solange er sich erinnern könne, sei diese immer leer gestanden.

45-Meter-Holzbrücke geplant

Doch zurück zum Erweiterungsbau. Projektverantwortliche und Mitglieder der Baukommission des Gemeindeverbands schreiten nun zur Tat und stossen ihre Schaufeln neben der Baugrube in die harte Erde. Schliesslich sei es ein Tag, auf den man lange genug gewartet habe, sagt Beat Kellerhals, der auch Präsident der Baukommission ist.

Derweil ist Architekt Roger Bloch froh, müssen die Bewohnerinnen und Bewohner nicht mehr allzu lange in ihren engen Containerwohnungen ausharren. Bereits im April 2020 soll der Erweiterungsbau bezugsbereit sein. Vorgesehen sind eine Tiefgarage, ein Physio- und Fitnessbereich, 22 Bewohnerzimmer in den ersten beiden Stöcken und 7 Alterswohnungen in der Etage darüber.

Der Baukredit ist mit 7,5 Millionen Franken veranschlagt, wobei die effektiven Kosten etwas höher ausfallen dürften. Denn zusätzlich zum Neubau soll nun auch noch eine hölzerne Verbindungsbrücke vom ersten Stock des Altersheims hinüber zum Erweiterungsbau entstehen.

Dadurch verkürzen sich die Wege für das Pflegepersonal, was gleichzeitig auch die Organisation erleichtert. Dieses Projekt wird von der Berner Fachhochschule, Departement Architektur, Holz und Bau in Biel, geplant. Die Brücke misst 45 Meter und soll bereits während der Bauarbeiten im Herbst erstellt werden.

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