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Lichterlöschen im Osten

Die Meier-Tobler-Gruppe will das Keramikland schliessen. Im Ursprungsort der Firma sind 27 Mitarbeitende betroffen.

Neue Besitzer wollen den Stecker ziehen: Das Keramikland in Huttwil.
Neue Besitzer wollen den Stecker ziehen: Das Keramikland in Huttwil.
Thomas Peter

Als die Brüder Stefan und Benno Kneubühler ihr Keramikland vor fünf Jahren der Tobler-Gruppe verkauft hatten, sprachen sie von einer Stärkung ihres Unternehmens. Wäre doch ein weiteres Wachstum aus eigener Kraft nicht mehr finanzierbar gewesen. Doch der Durchbruch blieb aus.

Auf Anfang Jahr wurde die Tobler-Gruppe von der Walter Meier AG übernommen. Die Keramikland AG habe seit der Übernahme Verluste geschrieben, sagt Martin Schäppi, Mediensprecher des neuen Unternehmens Meier Tobler Group AG. Mit einem neuen Geschäftsführer habe man noch versucht, den Tochterbetrieb aus den roten Zahlen zu führen.

Da dies nicht gelang, plant die Meier-Tobler-Gruppe, die Keramikland zu schliessen, wie sie letzten Donnerstag die 46 Mitarbeitenden informiert hat. 27 davon arbeiten nach wie vor am Standort Huttwil, weitere in Cham, Chur und Zürich. In Oberaargauer Städtchen ist nach wie vor die Logistik angesiedelt, weshalb dieses nun überproportional betroffen ist.

Hinter den Erwartungen

Die Firma Keramikland war 1990 gegründet worden, die beiden Gründer verkauften Keramikplatten. Bereits sechs Jahre später konnten sie an der Luzernstrasse einen Showroom eröffnen. Zudem stiegen sie mit dem Verkauf von Dampfduschen ins Sanitärgeschäft ein. Die Firma wuchs rasch und konnte bereits 1997 erweitern und anbauen. Zusammen mit der Biketec prägt ihr Gebäude seither den östlichen Ortseingang von Huttwil. 2009 beschäftigte sie 40 Personen und expandierte nach Cham, wo sie einen zweiten Showroom eröffnete. Später kamen weitere in Chur und – bereits unter dem Dach der Tobler-Gruppe – Zürich dazu.

Doch nun drohen dort die Lichter auszugehen. Bei der Übernahme durch Tobler hätten beide Parteien gehofft, durch die Kombination von Produkten für «vor der Wand» in den Sanitärräumen mit solchen für «hinter der Wand» Synergien erzeugen zu können, erklärt Martin Schäppi. Dass also Besucher der Keramikland-Showräume auch gleich noch die nötigen Installationen von Tobler kaufen würden. Dieser Effekt sei jedoch überschätzt worden. Die beiden Märkte seien zu unterschiedlich, und Meier Tobler habe sich deshalb entschieden, sich auf ihr Kerngeschäft mit technischer Gebäudeausrichtung zu konzentrieren.

Liegenschaften verkaufen

Bis zum 15. November läuft noch das gesetzlich vorgeschriebene Konsultationsverfahren, in dem Alternativen zur Schliessung vorgeschlagen werden können. Verläuft dieses ergebnislos, plant die Meier-Tobler-Gruppe die gestaffelte Schliessung bis Juni 2019. Da die beiden Firmen in unterschiedlichen Geschäftsfeldern tätig seien, werde es schwierig, den von den Kündigungen betroffenen Keramikland-Mitarbeitenden andere Stellen in der Gruppe anbieten zu können, sagt Martin Schäppi. Am ehesten sei dies noch in der Logistik möglich.

Wird die Keramikland geschlossen, plant Meier Tobler den Verkauf der Liegenschaften, darunter auch jene in Huttwil. Sie rechnet damit, dadurch ihre Fremdfinanzierung um über 10 Millionen Franken reduzieren zu können, wie sie in der Medienmitteilung festhält.

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