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Lieferwagen kollidiert mit «Bipperlisi»

Ein Fahrzeug missachtet beim Bahnübergang das Blinklicht und rammt einen heranfahrenden Zug. Der Unfall verlief zwar glimpflich, trotzdem gab es zwei Leichtverletzte.

Der Lack ist ab, die Aussenhülle des Zuges beschädigt. Die Kratzspuren sind über einen ganzen Zugwagen hin sichtbar.
Der Lack ist ab, die Aussenhülle des Zuges beschädigt. Die Kratzspuren sind über einen ganzen Zugwagen hin sichtbar.
Julian Perrenoud

Gemütlich tuckerte das «Bipperlisi» am Dienstagmittag durch den Längwald, als es kurz vor Bannwil jäh eine Vollbremse riss. Ein kurzes dumpfes «Rums», dann blieb der Zug auf dem Bahnübergang Rütihof stehen. Am Boden lagen schwarze Plastikstücke, daneben stand ein weisser Lieferwagen. Die rechte Frontseite des voll besetzten Fahrzeuges war eingedrückt, der Rückspiegel zersplittert.

Obschon der Unfall relativ glimpflich ausging, war der Bahnverkehr während einer Stunde unterbrochen. Der Lieferwagenfahrer habe das Blinklicht des ungeschützten Bahnübergangs nicht gesehen, gab er der rasch angerückten Kantonspolizei zu Protokoll. Ob er die Gleise zu spät überquerte oder die tiefe Sonneneinstrahlung die Sicht verschlechterte, blieb vorerst ungeklärt.

Das «Bipperlisi» mit dem Ziel Langenthal war zu diesem Zeitpunkt nur schlecht besetzt. Am Aufprallschwerpunkt sassen jedoch zwei Personen, die leicht an der Schulter verletzt wurden und unter Schock standen. Rettungskräfte der Ambulanz versorgten sie vor Ort. Die übrigen Bahnpassagiere wurden mit einem Fahrzeug der Aare Seeland mobil zum Bahnhof nach Aarwangen gebracht, wo sie eine halbe Stunde später wieder in denselben Zug nach Langenthal einsteigen konnten. Es entstanden erhebliche Verspätungen in beide Richtungen.

Schranken sind geplant

Immer wieder ist das «Bipperlisi» zwischen Aarwangen und Solothurn in Unfälle bei Strassenüberquerungen verwickelt. Deshalb heisst es seitens der Eisenbahnverordnung schon länger, dass bei Übergängen ein Blinklicht nicht reiche und die Gleise mit einer Bahnschranke gesichert sein müssten.

Längst hätte der Übergang über die nördliche Dorfzufahrt (Bipperstrasse) deshalb erneuert werden sollen. Doch das Sanierungsprojekt kam lange nicht ins Rollen. Nicht Einsprachen waren der Grund dafür, sondern die Unklarheit, ob die Gemeinde die Bipperstrasse verlegen und die Bahn diese gar nicht mehr kreuzen würde. Im Sommer 2015 entschied sich das Bannwiler Stimmvolk schliesslich gegen diese Luxusvariante. Die Pläne zur Sicherung des Bahnübergangs sind nun bereits konkret: Ab Herbst soll gebaut werden und das Vorhaben bis Ende 2020 abgeschlossen sein.

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