Mehr Geld, weniger Flexibilität

Lotzwil

Die Jahresrechnung war rasch genehmigt. Mehr zu reden gab an der Gemeindeversammlung ein Rücktritt aus der Exekutive – genauso wie die Öffnungszeiten im Werkhof.

Gemeinderat Christoph Schärer tritt zurück. Die berufliche Belas­tung hat zugenommen. Schärer war während zweieinhalb Jahren für das Ressort Gesundheit, Umwelt und Landwirtschaft zuständig.

Gemeinderat Christoph Schärer tritt zurück. Die berufliche Belas­tung hat zugenommen. Schärer war während zweieinhalb Jahren für das Ressort Gesundheit, Umwelt und Landwirtschaft zuständig.

(Bild: zvg)

Julian Perrenoud

Wortbegehren gab es keine. Warum auch, schliesst die Jahresrechnung der Gemeinde Lotzwil doch mit einem Gewinn im Gesamthaushalt von über 181 000 Franken ab. Nur 37 Personen oder 2 Prozent der Stimmberechtigten verloren sich in der Mehrzweckhalle. Gemeindepräsident Markus Ott sagte dazu: «Wir hatten auch schon mehr.»

Lotzwil verfügt also wieder über mehr Geld in der Kasse. Ausschlaggebend dafür waren etwa die höheren Steuereinnahmen natürlicher Personen oder das bessere Ergebnis bei der Wasserversorgung. Zum Handeln gezwungen sah sich Ende 2017 der Werkhof, als von überall her immer mehr Material angeliefert wurde. Vor allem aber auch von Personen, die nicht zu den Gemeinden Lotzwil, Rütschelen und Obersteckholz gehörten. Als Reaktion entstand ein Zaun, und es gab veränderte Öffnungszeiten.

Extrem verwöhnt gewesen

Doch aus der Versammlung hiess es nun, die neuen Annahmezeiten im Werkhof seien ungünstig. Viele Einwohner würden auswärts arbeiten und hätten keine Möglichkeit, etwa geschnittenes Gras zu entsorgen. «Das ist wirklich ein Problem», sagte eine der Anwesenden. Andere pflichteten ihr bei. Doch weder Werkhof noch Gemeinderat streben kurz- oder mittelfristig eine Änderung an. Man sei früher mit quasi 24-Stunden-Öffnungszeiten extrem verwöhnt gewesen. «Für mich ist es derzeit auch kein Thema, am Samstag zu öffnen», sagte Gemeindepräsident Ott. Denn dann müsse man den Werkhof stattdessen an einem anderen Tag schliessen. Personell seien die Möglichkeiten begrenzt.

«Wir hatten auch schon mehr.»Markus Ott, Gemeindepräsident

Weiter hiess es, nicht nur die Menge an angeliefertem Material von Personen ausserhalb des Einzugsgebiets sei ein Problem gewesen, sondern auch die Qualität – etwa beim Karton oder beim Papier. Vor dem Einschreiten der Gemeinde erhielt der Werkhof nur noch einen reduzierten Betrag pro abgelieferte Tonne. Jetzt sei dieser Betrag von 30 wieder auf 50 Franken gestiegen.

SVP-Präsident übernimmt

Eine weniger erfreuliche Meldung erreichte die Gemeinde erst kürzlich: Gemeinderat Christoph Schärer tritt am 30. Juni zurück. Grund seien berufliche Belas­tungen, die zugenommen hätten. Schärer war während zweieinhalb Jahren für das Ressort Gesundheit, Umwelt und Landwirtschaft zuständig. Die SVP-Sektion um Präsident Michael Egli wurde beauftragt, einen Nachfolger zu finden. Und Egli fand nach langer Suche schliesslich – sich selber. Der 43-Jährige ist bereits vom Gemeinderat offiziell bestätigt worden.

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