Mehr Struktur, mehr Klarheit

Langenthal

Der Langenthaler Stadtrat ist neu zuständig für die Festlegung des Gesamtbestands der Stellen auf der Verwaltung.

500 zusätzliche Stellenprozente sind im Budget 2019 für verschiedene Abteilungen der Stadtverwaltung enthalten.

500 zusätzliche Stellenprozente sind im Budget 2019 für verschiedene Abteilungen der Stadtverwaltung enthalten.

(Bild: Beat Mathys)

Julian Perrenoud

Den entscheidenden Schritt machte die Langenthaler Stimmbevölkerung im Juni 2015: Sie stimmte der Teilrevision der Stadtverfassung zu, die vor zwei Jahren in Kraft trat. Dadurch gelten bezüglich Bewilligung von Stellen auf der Stadtverwaltung neue Regeln zwischen Gemeinderat und Stadtrat. Letzterer beschliesst endgültig über den Bestand sowie die Voraussetzungen, unter denen der Gemeinderat zusätzliche Stellen schaffen oder aufheben darf.

Das Parlament erhält damit Kompetenzen, um den Gesamtbestand an Personal auf der Verwaltung festzulegen. Die neue Regelung soll sicherstellen, dass der Stadtrat für jene Rahmenbedingungen zuständig ist, die für die Stadt kostenrelevant sind. Gleichzeitig soll der Gemeinderat eine «notwendige Flexibilität» erhalten, um seine öffentlichen Aufgaben zu erfüllen. Das heisst, er ist dafür zuständig, in einem operativen Stellenplan so viele Stellenprozente zu besetzen, wie gemäss Budget frei sind. Zudem kann er die konkreten Stellen selbst festlegen.

Letztmals wurde der Stellenplan im Jahr 1997 mit dem Erlass des Personalreglements vollumfänglich verabschiedet. Seither veränderte der Stadtrat diesen durch Stellenbewilligungsbeschlüsse nur punktuell. Letzten Monat nun winkte der Gemeinderat die neue Vorlage einstimmig zuhanden des Stadtrats durch.

In der Begründung heisst es, die Exekutive erachte die Umsetzung «als gelungen». Stadtpräsident Reto Müller (SP) sagt auf Anfrage: «Wir sehen das Reglement keineswegs als Einschränkung.» Im Gegenteil, man könne so flexibler und transparenter mit Stellen umgehen – neue schaffen, umwandeln oder auch streichen und in die Reserve verschieben.

Bisher hatte sich der Gemeinderat jeweils nach dem Stellenplan orientieren und je nach Sachgeschäft und Investition im Stadtrat eine neue Stelle beantragt.

Den Preis aufarbeiten

Das Budget 2019 beinhaltet gesamthaft 500 Stellenprozente, die nicht im bisherigen Stellenplan enthalten waren. Diese verteilen sich auf das Stadtbauamt, das Amt für Bildung, Kultur und Sport, das Amt für öffentliche Sicherheit, das Sozialamt sowie die Zentralen Dienste. In Letzteren sind es jene 50 Stellenprozente, die im Bereich Stadtmarketing und Kommunikation vorgesehen sind.

Noch ist diese Stelle aber nicht öffentlich ausgeschrieben. «Wir müssen uns zuerst organisieren und auch den Wakkerpreis aufschaffen», sagt Müller. Dafür werde vorübergehend mehr Personal benötigt. Sofern der Stadtrat die Vorlage am 18. März gutheisst, wird ein operativer Stellenplan mit Stichtag 1. Juli 2019 erstellt.

Ein erster Entwurf soll verwaltungsintern bereits vorliegen. In einem nächsten Schritt steht das Thema der zahlreichen Anstellungsverhältnisse mit Stundenlohn an. Darin sind viele mit geringem Beschäftigungsgrad enthalten, die nach der heutigen strengeren Auslegung arbeitsrechtlich nicht mehr in allen Teilen zulässig sind. Solche Anstellungen sollen daher zusammengeführt und in Monatslohnver-hältnisse überführt werden.

Der Bestand an Stellen der Stadtverwaltung beträgt gemäss der Berechnungsmethode im Bericht und Antrag des Stadtschreibers ab dem 1. Juli total 14'000 Stellenprozente. Der von Stadtrat und Gemeinderat bewilligte Soll-Bestand beläuft sich auf 16479 Stellenprozente, besetzt sind jedoch bloss 16'261, verteilt auf 206 Mitarbeitende (bei aktuell 5 vakanten Stellen). Das Sozialamt, das Amt für Bildung, Kultur und Sport sowie das Stadtbauamt sind fremdfinanziert – total 3867 Stellenprozente. Mit dem zusätzlichen Soll-Bestand von 500 und einer «massvollen Reserve» von 888 Stellenprozenten erreicht das eigenfinanzierte Etat die eingangs erwähnte Zahl von 14'000. Darin nicht eingerechnet sind Anstellungsverhältnisse im Stundenlohn, Praktika und Lehrstellen. Den aktuellen Stand des Stellenetats soll der Gemeinderat zuhanden des Stadtrats künftig im Jahresbericht erläutern – erstmals im Sommer 2020.

Langenthaler Tagblatt

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