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S-Bahn für den Oberaargau? Mehr Busse müssen reichen

Die Forderung nach einer S-Bahn für den Oberaargau bleibt beim Regierungsrat ungehört. Er verweist auf den bestehenden Fernverkehr und Optimierungen beim Busnetz.

Das Streckennetz der SBB durch den Oberaargau wird zwar von Fernzügen bedient, nicht aber mit Zügen der Berner S-Bahn, die weiterhin nur bis nach Burgdorf führen soll.
Das Streckennetz der SBB durch den Oberaargau wird zwar von Fernzügen bedient, nicht aber mit Zügen der Berner S-Bahn, die weiterhin nur bis nach Burgdorf führen soll.
Keystone

Eine S-Bahn-Linie für den Oberaargau: Mit ihrer Motion haben die beiden SP-Grossräte Adrian Wüthrich und (der mittlerweile zurückgetretene) Pierre Masson diesen Sommer ein altes Anliegen der Randregion zurück aufs kantonspolitische Parkett gebracht. Schon vor 17 Jahren hatte der damalige SP-Grossrat Markus Meyer eine solche Anbindung gefordert.

2007 doppelte er mit einer zweiten Motion nach. Doch alle Bemühungen sind bisher gescheitert. Und so wird das Streckennetz der SBB durch den Oberaargau bis heute zwar von Fernzügen bedient, nicht aber mit Zügen der Berner S-Bahn, die weiterhin nur bis nach Burgdorf führt.

Im Ausbau aussen vor

Mit dem aktuellen Ausbau der S-Bahn Bern schien Adrian Wüthrich und Pierre Masson der Zeitpunkt letzten Juni nun geeignet für einen neuerlichen Vorstoss. Mit der Teilergänzung sei ein übergeordnetes Planungsinstrument erarbeitet worden, das die Weiterentwicklung der kantonalen S-Bahn bis ins Jahr 2025 und darüber hinaus skizziere, allerdings keinen Anschluss der Region Oberaargau an diese vorsehe, führten sie in ihrer Motion ins Feld.

Es sei deshalb im Rahmen der Teilergänzung S-Bahn Bern und ergänzend zu den bestehenden Fernverkehrslinien eine ­S-Bahn auch für den Oberaargau zu planen und ins nächste Angebotskonzept öffentlicher Verkehr 2022 bis 2025 aufzunehmen (wir berichteten). Damit werde nicht nur der grossen Auslastung der heutigen Fernverkehrslinien zwischen Bern und Langenthal Rechnung getragen, sondern auch einer fehlenden direkten Anbindung des Oberaargaus an den kantonalen Entwicklungsschwerpunkt Bern-Wankdorf.

Der Regierungsrat bleibt aber dabei: Eine S-Bahn-Linie für den Oberaargau erachtet er als «nicht zwingend notwendig».

«Sehr gut» bedient

Die aktuelle Teilergänzung der S-Bahn Bern lasse grundsätzliche Änderungen, die eine Erhöhung des Angebots zur Folge hätten, gar nicht zu, hält die Regierung in ihrer nun vorliegenden Antwort fest. «Ein Ausbau der Infrastruktur ist bis 2025 unrealistisch.» Komme hinzu, dass die Region Oberaargau mit halbstündlichen Verbindungen bereits «sehr gut» ans nationale Bahnnetz angebunden sei. Angesichts der bereits durch den Fernverkehr erschlossenen Stationen Herzogenbuchsee und Langenthal sei für eine zusätzliche S-Bahn «kein ausreichendes Potenzial» vorhanden.

Neuer Halt kein Thema

Als «sehr fraglich» bezeichnet der Regierungsrat den Nutzen einer neuen Haltestelle in Bützberg, wie sie die Motionäre im Zusammenhang mit der geplanten Verkehrssanierung zur Entlastung der Strassen rund um Langenthal vorschlagen: Die ehemalige Haltestelle liege seit der Verlegung der Stammstrecke im Zug des Neubaus Mattstetten–Rothrist nicht mehr an der Bahnlinie, hält der Rat fest. Eine neue Haltestelle an der heutigen Strecke käme «in grosser Distanz zu den Ortschaften» zu liegen und deren Bau «wegen der örtlichen Situation sehr teuer» zu stehen.

Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember werde das Angebot der Busverbindung Langenthal–Bützberg zu den Hauptverkehrszeiten indes vom heutigen Halbstunden- auf einen Viertelstundentakt verdichtet, verweist der Regierungsrat auf den bereits verabschiedeten Angebotsbeschluss öffentlicher Verkehr 2018 bis 2021. Es stünden damit künftig «sehr attraktive Anschlüsse» zur Verfügung in Langenthal und Herzogenbuchsee.

Wüthrich enttäuscht

Für Adrian Wüthrich entspricht diese Antwort freilich nicht dem Erhofften. Er sei enttäuscht, sagte der Huttwiler am Montag, zumal die Regierung nicht einmal gross auf die Anliegen der Motionäre eingegangen sei. Zwar sei die Verdichtung des Busfahrplans eine Verbesserung. Das ändere aber nichts daran, dass es bei der S-Bahn bei einer Ungleichbehandlung des Oberaargaus gegenüber anderen Regionen bleibe. Besonders ärgerlich sei dies, zumal die Oberaargauer die S-Bahn Bern als kantonales Angebot schliesslich mitfinanzierten.

Der Grosse Rat behandelt die Motion im November.

khl

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