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Schlicht geschlichtet

Dass der SDA-Ar­beitskonflikt beigelegt wurde, hat für Schlagzeilen gesorgt. Weniger die Frage, welche Rolle der Oberaargauer Statthalter in dieser Schlichtung gespielt hat – und doch.

Olaf Nörrenberg (Archiv)

Vorbehalte kamen vorab: noch ehe Marc Häusler (SVP) als Mitglied der Eidgenössischen Einigungsstelle zur Beilegung von kollektiven Arbeitsstreitigkeiten berufen war. Die SDA-Belegschaft sei besorgt, hielt die «Schweiz am Wochenende» Mitte März fest, weil doch just die SVP als einzige Partei ablehne, die Nachrichtenagentur mit staatlichen Geldern zu unterstützen.

Sein Parteibuch spiele weder bei seiner Tätigkeit als Statthalter noch als Schlichter eine Rolle, versicherte im selben Artikel der 41-jährige Oberaargauer. Dass es ihm als Teil dieses vom Bundesrat gewählten 17-köpfigen Gremiums gelungen ist, diesen Streit zu schlichten, stützt seine Aussage. Denn der Staat schlichtet selten und noch viel seltener erfolgreich in Arbeitsstreitigkeiten.

Jung gewählt

Doch wie kommt Häusler überhaupt dazu, in diesem Streit zu vermitteln? Vor zehn Jahren als junger Anwalt und Notar für diese ausserparlamentarische Kommission von seiner Partei vorgeschlagen und gewählt, sei er erstmals überhaupt turnusgemäss zum Einsatz gekommen.

Inzwischen Statthalter und ausgewiesener Mediator hat Häusler zwischenzeitlich an Schlichtungserfahrung dazugewonnen. Der wesentliche Unterschied bestehe allerdings darin, dass er als Statthalter etwa während einer Einspracheverhandlung in einem Baubewilligungsverfahren über Druckmittel verfüge, so Häusler.

Während der Gespräche mit den Vertretern von SDA-Führung, Redaktionskommission und Gewerkschaften sei das anders gewesen. «Sie mussten sich einigen. Es ging nicht darum, einen Entscheid zu fällen.»

An Erfahrung gewonnen

Die Einsetzungsverfügung kam im April. Weil der Streit bereits eskaliert war – Häusler spricht von «ziemlich vielen gegenseitigen Verletzungen» –, lud er als Kopf des Schlichterteams zu Einzelgesprächen ins Schloss Wangen. Er sei in diesen Gesprächen schnell auf Lösungsansätze zu sprechen gekommen.

Die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Abschluss sei gegeben gewesen: «Die Parteien hatten von Anfang an einen Willen zu einer Lösung. Alle sahen die Fusion mit Keystone als gemeinsame Chance, sich in diesem Markt zu bewegen.»

Obs zu einer Einigung komme oder nicht, sei aber bis zuletzt offen. «Scheitern ist immer eine Option. Das nimmt viel Druck vom Schlichter.» Telefonische Nachfragen, schriftliche Stellungnahmen – verhandelt wurde über mehrere Runden.

«Es war sehr intensiv, weils teils auch schnell gehen musste.» Das Ergebnis – der Abschluss eines Sozialplans und ein Vergleich – kommentiert er nicht weiter. «Es wurde von den Parteien erarbeitet, beide brachten sich ein und sagten Ja dazu.»

cd

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