Sex, Schläger und Streitereien

Vor 20 Jahren

«Pubparty ohne nackte Haut», so titelte diese Zeitung am 28. September 1998. Der Titel bezog sich auf die erste Bar- und Pubparty auf dem Gugelmann-Areal in Roggwil.

Zwar warb die Veranstaltung mit dem Slogan «Sex x Sex», Stipshows gab es aber keine.

Zwar warb die Veranstaltung mit dem Slogan «Sex x Sex», Stipshows gab es aber keine.

(Bild: iStock (Symbolbild))

Sebastian Weber

Es sei mehr ein Werbegag gewesen, sagte Fritz Räz, einer der beiden Organisatoren der ersten Bar- und Pubparty auf dem Gugelmann-Areal in Roggwil. Gemeint war der Titel «Sex×Sex», mit dem der Anlass geworben hatte.

Die Veranstaltung bot 36 Bars und Pubs. Dazu gab es Livemusik, Disco und Go-go-Girls, die in knappen Kleidern auf einer kleinen Bühne oder aber in einem übergrossen Vogelkäfig tanzten.

Stripshows gab es keine. Solche hatte das Regierungsstatthalteramt Aarwangen im Vorfeld auch nicht bewilligt, weil die Veranstalter gar kein entsprechendes Gesuch stellten. «Wir haben dies nicht verboten, weil wir kein Striptease wollten», liess sich Regierungsstatthalter Martin Lerch damals zitieren.

Überhaupt seien die Auflagen wie Lärmbelastung oder Brandschutz sehr gut eingehalten worden, hiess es in dem Bericht. Der Party, die am nächsten Wochenende stattfinden werde, stehe demnach nichts im Wege. Martin Lerch: «Ich sehe im Moment keinen Handlunsgbedarf für weitere Auflagen oder Korrekturen.»

Und auch die Organisatoren waren zufrieden: «Wir hatten mehr Gäste als erwartet», sagte Fritz Räz. «Natürlich war es beim ersten Mal ein Risiko, aber wir sind sehr zufrieden.» Jeden Abend habe es mehr Gäste gegeben. Am Donnerstag waren es 750, am Freitag 1500 und am Samstag etwa 3000 Besucher.

Es war aber nicht das letzte Mal, dass eine Party in Roggwil für Aufregung sorgte: Am 30. Dezember des gleichen Jahres berichtete diese Zeitung von einer Schlägerei am Pubfestival. Und im März 1999 wiederum hiess es dann, dass Fritz Räz, Organisator der Bar- und Pubfestivals, auf dem Gugelmann-Areal verzweifelt sei: Besitzer Adrian Gasser verlangte, dass das geplante Osterpubfestival abgeblasen werde.

«Wenn am Karfreitag und an Ostern Bier getrunken wird und halb nackte Damen tanzen, dann verletzt das meine religiösen Gefühle», erklärte Gasser. Das sei unmöglich, meinte hingegen Räz.

«Ich habe einen gültigen Vertrag mit Herrn Gasser, den er nicht einfach einseitig kündigen kann.» Das war dem Besitzer bewusst: «Ich bin in einem Dilemma», sagte dieser. Er müsse die ganze Sache sorgfältig prüfen und hoffe, mit Räz eine einvernehm­liche Lösung zu finden.

Das Osterpubfestival konnte letztlich über die Bühne gehen. Und um die Schläger war es erfreulicherweise still geworden. Trotzdem war bald danach Schluss: Bereits am 13. April 1999 berichtete diese Zeitung, dass Adrian Gasser seine Gebäude künftig nicht mehr für solche Anlässe zur Verfügung stellen wolle. Was geschah vor 20 Jahren? In loser Folge werfen wir einen Blick zurück, erinnern an kleinere und grössere Geschichten, die in dieser Zeitung standen, und schauen, was aus ­ihnen geworden ist.

Langenthaler Tagblatt

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