«Sicher» ist nicht für alle das Gleiche

Madiswil

Der Verkehrs­knoten am Laubenplatz kann saniert werden. Bevor die Stimmberechtigten den Kredit bewilligten, diskutierten sie allerdings ausgiebig darüber, was an dem Knoten für mehr Sicherheit sorgen könnte.

<b>Der Fussgängerstreifen</b> auf der Oberdorfstrasse (hinten links) soll trotz Neugestaltung des Laubenplatzes bleiben: So verlangt es die Gemeinde­versammlung.

Der Fussgängerstreifen auf der Oberdorfstrasse (hinten links) soll trotz Neugestaltung des Laubenplatzes bleiben: So verlangt es die Gemeinde­versammlung.

(Bild: Thomas Peter)

Jürg Rettenmund

Am Schluss wurde der Kredit von 762'000 Franken einstimmig angenommen. Damit will die Gemeinde Madiswil die Werkleitungen sanieren, wenn der Kanton die Hauptstrasse beim Laubenplatz erneuert, und die gemeindeeigene Einmündung neu gestalten.

Rund die Hälfte der ­Kosten entfällt dabei auf die Werk­leitungen für Wasser und Abwasser und werden über diese Spezialfinanzierungen bezahlt, der Platz und die Strassen über den Steuerhaushalt.

Das Geschäft musste von der Gemeindeversammlung unter Zeitdruck behandelt werden. Denn der Kanton will seinen Teil bereits im Sommer bauen. Der Platz solle durch die Neugestaltung sicherer werden, versicherte sowohl der zuständige Gemeinderat Ernst Rolli wie auch Gemeindepräsidentin Vreni Flückiger (beide SVP). Dass die Vorstellungen darüber, was sicher ist, auseinandergehen, zeigte die Diskussion unter den 80 Anwesenden, die dem Kreditbeschluss voranging.

Fahrbahn wird verengt

Vorgesehen ist, die Fahrbahn ­zugunsten von ringsherum führenden Trottoirs und einem ­grösseren Vorplatz vor der alten Post zu ­verengen. Insbesondere soll das Trottoir mit einem leicht erhöhten, farblich hervorge­hobenen Streifen über die Einmündung der Oberdorfstrasse geführt werden. Es war vor allem dieser Streifen, der für Emotionen sorgte.

Er sei ungewohnt, und die Sichtverhältnisse seien besonders bei grösseren Fahrzeugen ungenügend, wurde moniert. Eine Stimmberechtigte sprach sogar von einem «blöden» Streifen. Hingegen sei man sich an die gelben Balken gewohnt. Dies gelte vor allem für Schulkinder, denen man einbläue, sich immer an diese zu halten, wenn sie eine Strasse überqueren müssten.

Hinweisen, dass die am Laubenplatz vorgesehene Verkehrsmassnahme andernorts funktioniere, zum Beispiel in Lotzwil und in Langenthal, wurde entgegengehalten, dort seien die ­Voraussetzungen anders.

Unübersichtlich, gefährlich

Den Durchbruch brachte schliesslich ein Antrag von Gemeinderat Ueli Werren (Freie Wähler): Die Neugestaltung soll wie vorgeschlagen gebaut werden, allerdings ein Fussgängerstreifen auf der Oberdorfstrasse trotzdem belassen werden. Ernst Rolli und Vreni Flückiger versprachen zudem, in den weiteren Gesprächen mit den Spezialisten die an der Versammlung geäusserten Bedenken nochmals zu thematisieren.

Dazu gehörte auch die Anregung an den Kanton, den Fussgängerstreifen über die Hauptstrasse beim Coop nicht einfach ersatzlos aufzuheben, weil er in der Kurve unübersichtlich und gefährlich ist. Sondern zu prüfen, ob er nicht Richtung Bahnhof verlegt werden könnte.

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