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Sie gönnt sich keine Pausen

Deborah Burris grosse Leidenschaft ist das Geigenspiel. Die 15-Jährige hat den anspruchsvollen Weg zur professionellen Violinistin eingeschlagen.

Die Werke von Mozart spielt Deborah Burri besonders gerne. «Niemand hat so lebendige Musik komponiert wie er», sagt die Huttwilerin.
Die Werke von Mozart spielt Deborah Burri besonders gerne. «Niemand hat so lebendige Musik komponiert wie er», sagt die Huttwilerin.
Thomas Peter

Zehn Jahre ist es her, dass Deborah Burri zum ersten Mal das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker im Fernsehen sah. Sofort seien ihr die Geigenspieler aufgefallen. «Die hohen Töne und der einzigartige Klang faszinierten mich», blickt die 15-Jährige zurück. «Ich fragte meine Mutter, wie denn das Instrument heisse, und sagte ihr, dass ich das lernen möchte.»

Schon in der ersten Unterrichtslektion zeigte sich ihr Ausnahmetalent. «Meine Geigenlehrerin staunte, was ich bereits alles konnte», erzählt die Huttwilerin. «Während andere am Anfang zu fest drücken, hatte ich sofort den Strich drauf, den es braucht, damit ein schöner Klang entsteht.»

Mehrfache Preisträgerin

Mit neun Jahren gewann Burri – sie war damals deutlich jünger als die anderen Teilnehmenden – mit dem dritten Rang beim oberaargauischen Musikwettbewerb ihren ersten Preis. «Da war ich sehr stolz», erinnert sich Burri. Mittlerweile ist sie mehrfache Preisträgerin, spielte sich nicht nur beim oberaargauischen Musikwettbewerb, sondern auch beim gesamtschweizerischen Jugendmusikwettbewerb an die Spitze.

Ihr jüngster Erfolg ist der erste Platz beim Kiwanis-Musik-Förderpreis, den sie sich mit Clemens Oplatka aus Herzogenbuchsee teilt. Sie sei sehr ehrgeizig und könne auch mal stur sein, sagt Burri. So verfolgt die Huttwilerin seit ihrem Unterrichts­beginn mit sieben Jahren ein grosses Ziel: Sie will an der Hochschule der Künste Bern Musik studieren und eine Karriere als Violinistin einschlagen.

Im Hinblick auf die anspruchsvolle Aufnahmeprüfung, für die sie seit einem halben Jahr zusätzlich Klavierunterricht besucht, ist eine frühe und intensive Vorbereitung jedoch unerlässlich. Begleitet wird sie dabei von ihrer Geigenlehrerin Ursula Kohler und einer Dozentin an der Hochschule der Künste Bern.

Deborah Burri übt täglich zwei Stunden. Pausen gönnt sie sich dabei keine. «Wenn du einen Tag nicht übst, fühlt sich das danach an, als ob du eine Woche nicht gespielt hast», so die Gymnasiastin.

Als sie vor einiger Zeit nach einem Armbruch drei Wochen nicht Geige spielen konnte, sei das «der absolute Horror» für sie gewesen, sagt Deborah Burri. Um ihre Handgelenke zu schonen, verzichtet sie deshalb weitgehend auf Wintersport. Ihre Skiausrüstung holt die Gymnasiastin lediglich für das obligatorische Skilager der Schule aus dem Schrank.

Nebst Klassik auch Pop

Das Geigenspiel liegt der Huttwilerin sehr am Herzen. «Für mich dreht sich alles um Musik», betont Burri. So belegt sie auch im Gymnasium das Schwerpunktfach Musik. Sie besuche die Schule eigentlich nebenbei, gesteht sie. «Das Geigenüben kommt immer vor den Hausaufgaben.»

Aktuell ist Deborah Burri Mitglied im Langenthaler Haydn-Trio. Sie ist jedoch ein grosser Mozart-Fan. «Niemand hat so lebendige Musik komponiert wie er», schwärmt sie. «Nebst klassischer Musik höre ich gelegentlich auch Pop, damit ich in der Schule mitreden kann.»

Erblich vorbelastet ist das junge Musiktalent nicht, in ihrer Familie spielt niemand ein Instrument. Ohne die Unterstützung ihrer Eltern wäre es jedoch unmöglich, ihrer Leidenschaft auf diese Weise nachzugehen, so Burri. Sie sei stets dankbar, wenn ihre Eltern oder ihre Lehrerin Ursula Kohler sie an Konzerte und Wettbewerbe begleiten würden.

Auch Mädchenträume

Mit Nervosität zu kämpfen hat Deborah Burri selten. «Ich bin erst fünf Minuten vor einem Auftritt nervös. Sobald ich dann zu spielen beginne, vergesse ich die Welt um mich herum», sagt sie. Die Huttwilerin träumt von einer Solokarriere. Auf der Bühne fühle sie sich pudelwohl. Die junge Musikerin kann sich aber auch vorstellen, in einem Orchester zu spielen oder ihr Wissen als Lehrkraft weiterzugeben.

Nebst den grossen Karrierewünschen hegt die 15-Jährige aber auch Mädchenträume: «Ich würde sehr gerne bei den Wiener Philharmonikern spielen – oder im André-Rieu-Orchester, dort dürfen die Frauen immer so schöne Kleider tragen.»

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