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Sie stellen für 27 000 Besucher aus

Gleich zwei ­Fotografen aus der Gemeinde Madiswil können an der Photo 18 in ­Zürich ausstellen, dem ­grossen Stelldichein der ­Lichtbildner in der Schweiz.

Für einmal selbst vor der Kamera: Karin Merz und Dagobert Scharf im Atelier von Karin Merz in Gutenburg. Die beiden Madiswiler gehören zu den rund 200 Fotografen, die für die Photo 2018 in Zürich ausgewählt wurden.
Für einmal selbst vor der Kamera: Karin Merz und Dagobert Scharf im Atelier von Karin Merz in Gutenburg. Die beiden Madiswiler gehören zu den rund 200 Fotografen, die für die Photo 2018 in Zürich ausgewählt wurden.
Thomas Peter
Dieses Bild von Karin Merz ist Teil ihrer Serie «Sehnsucht.»
Dieses Bild von Karin Merz ist Teil ihrer Serie «Sehnsucht.»
Karin Merz
Dieses Bild von Dagobert Scharf ist Teil seiner Serie «Der Mensch als Bestandteil der Natur, in ihr eingeschlossen».
Dieses Bild von Dagobert Scharf ist Teil seiner Serie «Der Mensch als Bestandteil der Natur, in ihr eingeschlossen».
Dagobert Scharf
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Der Spiegel, den der Fotograf dieser Zeitung ins Bild mit Karin Merz und Dagobert Scharf rückt, gibt das Stichwort. «Ich habe mich während anderthalb Jahren mit dem Thema «Spiegelbild» auseinandergesetzt – eine sehr anspruchsvolle Aufgabe», sagt Dagobert Scharf.

Und sofort entspannt sich eine engagierte Diskussion. Denn die beiden, die für einmal vor der Kamera stehen, sind selbst engagierte Fotografen. Beide wohnen in der Gemeinde Madiswil, er im Linksmähderdorf selbst, sie in Kleindietwil. Treffpunkt ist das Studio von Karin Merz im Hefehaus in Gutenburg, ebenfalls auf Madiswiler Boden. Der Anlass für das Treffen dort: Beide können an der Photo 18 in Zürich ausstellen.

Bedeutende Werkschau

Die Photo Zürich hat sich gemäss ihrer Website seit ihrer ersten Auflage im Jahr 2005 zur «mit Abstand bedeutendsten Werkschau für Fotografie in der Schweiz und zu einer der renommiertesten Fotoveranstaltungen in Europa» gemausert. Über 200 Fotografinnen und Fotografen aus der Schweiz und zum Teil auch aus dem Ausland stellen im Ausstellungsgelände in Zürich-Oerlikon auf rund 7000 Quadratmetern ihre liebsten Bilder des vergangenen Jahres aus. Letztes Jahr strömten rund 27 000 Besucherinnen und Besucher an die Ausstellung. 2018 findet sie vom 12. bis 16. Januar statt.

Jedem Aussteller steht ein Kubus von vier auf einem Meter zur Verfügung, auf dem sie ihre Fotos zeigen können. «Einfach nur eine wilde Auswahl einzureichen, genügt vor der Jury, die die Teilnehmer auswählt, nicht», wissen Dagobert Scharf und Karin Merz, und holen ihre Layouts hervor. «Der Mensch als Bestandteil der Natur, in ihr eingeschlossen», heisst seine Serie, die sich nicht auf den ersten Blick erschliesst. Es seien Makroaufnahmen von Mineralien, erklärt er. In diese kopierte er Porträts aus seinem Archiv hinein. «Alles zusammen ist ein Mass für die schönen Dinge, die uns die Welt bietet.»

«Sehnsucht» nennt Karin Merz ihre Serie. Sie sei in einer schwierigen Zeit entstanden, erklärt sie, als ihr Kind krank gewesen sei. «Berührende Momente entstanden dabei», ist sie überzeugt. Diese will sie mit den Betrachtern teilen. Um so mehr freut sie sich nun darüber, dass dies mit den vielen Besuchern der Photo 18 möglich wird.

Bilder gehen ihr näher

Dabei ist für sie die diesjährige Austragung keine Premiere. Bereits 2016 wurde eine Serie von ihr angenommen. Allerdings seien ihre Bilder von Bondages (Fesselungen) damals weniger persönlich gewesen. «Ich fragte mich damals in erster Linie, mit was ich bei der Jury Chancen haben könnte.» Diesmal gehen ihr die Bilder viel näher.

Mit seinem eigenen Leben hat auch die Serie von Dagobert Scharf zu tun. Er ist Keramik­spezialist. Als solcher kam er aus dem Ruhrgebiet in die Porzellanfabrik Langenthal. Als diese ihre Produktion in Langenthal stilllegte, fand er nach längerer Zeit eine neue Stelle als Fachspezialist in der Abteilung für Hochleistungskeramik bei der Empa in Dübendorf.

Doch in seiner Altersvorsorge hinterliess dieser Unterbruch ein Loch. Deshalb erhofft er sich aus seiner Leidenschaft einen Zustupf zur Rente. Noch habe er dies nicht erreicht, gesteht er ein. Viel erhofft er sich deshalb von der Teilnahme an der Photo 18.

Ein «Zubrot» ist die Fotografie auch für Karin Merz. Die 37-Jährige hat eine feste Anstellung im Marketingbereich und steht seit 2012 beruflich Teilzeit hinter der Kamera. Als ihre grosse Leidenschaft bezeichnet sie die authentische People-Fotografie. Nach der Photo 18 organisiert sie erstmals eine eigene Ausstellung in Gutenburg.

Photo 18: Freitag, 12. Januar, bis Dienstag, 16. Januar, je 11 bis 20 Uhr, Messeareal Zürich-Oerlikon. Ausstellung von Karin Merz im ­Hefehaus, Gutenburg: Samstag, 27. Januar, 13 bis 18 Uhr. Sonntag, 28. Januar, 12 bis 17 Uhr.

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