Trotz Kälte sind sie Feuer und Flamme

Heidi Perren und Erika Steiner sind schon zum vierten Mal an der Stärne Wiehnacht dabei.

Heidi Perren links, und Erika Steiner an ihrem Stand an der Stärne Wiehnacht. Die Bäuerinnen aus dem Oberland verkaufen selbstgemachten Alpkaese und Alpenkräuter.

Heidi Perren links, und Erika Steiner an ihrem Stand an der Stärne Wiehnacht. Die Bäuerinnen aus dem Oberland verkaufen selbstgemachten Alpkaese und Alpenkräuter.

(Bild: Marcel Bieri)

Dass Heidi Perren und Erika Steiner hier nicht zum ersten Mal gemeinsam an einem Weihnachtsmarkt stehen, ist schnell zu merken. Die beiden Bäuerinnen aus dem Simmental sind an ihrem Stand an der Langenthaler Stärne Wiehnacht ein eingespieltes Team: Sie necken sich, lachen und spielen sich im Gespräch mit den Kundinnen und Kunden gegenseitig die Bälle zu.

 «Manchmal muss man die Leute ein bisschen überzeugen.»Erika Steiner,Verkäuferin

«Manchmal muss man die Leute ein bisschen überzeugen», sagt Erika Steiner und schmunzelt. Einfach so dastehen und warten, bis jemand kommt, könne man schliesslich auch nicht. Gerade hat sie einer Dame, die gerne Kümmelraclette gehabt hätte, den Tipp gegeben, sie könne auf den Alpraclettekäse ja auch selbst Kümmel streuen. Es hat gewirkt: Ein weiteres Kilo Käse wechselt die Besitzerin.

Bereits zum vierten Mal stehen die beiden Frauen gemeinsam im Holzhäuschen vor der Fielmann-Filiale. Wie es genau gekommen sei, dass sie hier in Langenthal ausstellten, wisse sie gar nicht mehr so genau, sagt Perren. Für den Langenthaler Weihnachtsmarkt seien sie nun aber «Feuer und Flamme».

Musik und Ambiente

«Es ist so schön hier, und die Leute sind so liebenswürdig», sagt Erika Steiner. Sie habe auch schon schlechte Erfahrungen gemacht mit Weihnachtsmärkten. An der Stärne Wiehnacht gefallen ihr aber nicht nur die persönlichen Gespräche mit den Kunden, sondern auch die musikalische Untermalung und das Ambiente. Und obwohl der Langenthaler Weihnachtsmarkt an diesem Freitagnachmittag erst wenige Stunden alt ist, herrscht am Stand der beiden Oberländerinnen schon reger Betrieb.

Heidi Perren hat sich erst gerade einen Dürüm-Kebap zur Verpflegung geholt. Zum Essen kommt sie aber kaum. Immer wieder wird sie nach ihren Produkten oder deren Haltbarkeit gefragt. So erkundigt sich etwa eine Passantin nach dem Unterschied zwischen Alp- und Bergkäse. Heidi Perren führt aus, dass der Bergkäse im Tal, der Alpkäse hingegen auf mindestens 1500 Meter über Meer hergestellt werde.

Neben Alpkäse aus eigener Herstellung präsentieren die beiden Frauen am gemeinsamen Stand noch Konfitüre, Sirup, Likör und Kräutertees. Kräuter pflanzt Erika Steiner bereits seit zwanzig Jahren selbst an.

«Das gehört dazu»

Damit sie nicht zu grossen Stress habe, nehme sie nur einen Teil ihrer Produkte mit nach Langenthal, sagt Steiner. Ansonsten unterstützt sie Freundin Heidi Perren beim Käseverkauf. Die beiden sind Nachbarinnen und sind bereits zusammen zur Schule gegangen. Drei Tage Weihnachtsmarkt seien zwar schon streng, man könne sich die Arbeit ja aber teilen.

Zu zweit sei es sowieso besser, sagt Erika Steiner: «Dann kann man auch mal aufs Örtchen gehen oder in die Wärme.» Über die tiefen Temperaturen beschweren sich die beiden allerdings nicht: «Das gehört halt dazu», sagt Steiner, «besser als Regen.»

Langenthaler Tagblatt

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