Überraschender Rücktritt nach 18 Jahren

Seeberg

18 Jahre Lokalpolitik – davon 12 als Präsident – sind genug: Roland Grütter tritt Ende Jahr zurück. Er will sich künftig mehr privaten Projekten widmen.

Diese Meldung kommt doch recht überraschend: Roland Grütter tritt Ende Jahr als Gemeindepräsident von Seeberg zurück. Nach fast 18 Jahren im Gemeinderat und 12 davon als Präsident werde der 46-Jährige sein Amt abgeben, teilte die Gemeinde gestern mit.

Anfang dieses Jahres habe er mit seiner Familie einen zweiten Landwirtschaftsbetrieb übernommen, was ihn stark fordere, erklärte Grütter seinen Entscheid zum einen mit beruflichen Gründen. Seit 2004 bauen Sandra und Roland Grütter auf ihrem Bauernhof im Leinacher in Seeberg Spargel an.

Im Frühling 2006 konnten sie erstmals grüne Spargel ernten, drei Jahre ­später als erste Produzenten im Oberaargau weisse. Seit Januar bewirtschaftet Familie Grütter auch den Weierhof in ­Subingen. Zudem sei er noch an diversen anderen Orten engagiert, sagte er.

«Der Zeitpunkt passt»

Zum anderen ist Grütter auch überzeugt, dass er nach drei Amtsdauern als Gemeindepräsident viele Projekte anstossen und auch zu Ende bringen konnte. «Der Zeitpunkt passt deshalb für mich», erklärte er.

«Es ist schön, dass ich einen Teil der Geschichte dieser Gemeinde mitprägen durfte.» In zwei Jahren hätte Grütter wegen der Amtszeitbeschränkung ohnehin aufhören müssen. Letzte Woche habe er sich dann definitiv zum Rückzug vor Ablauf der ordentlichen Amtsdauer entschieden.

Der Gemeinderat bedauere den Rücktritt sehr, heisst es in der Mitteilung. Während Jahren habe sich Roland Grütter für die Belange der Einwohnergemeinde Seeberg eingesetzt. Unter einer Vielzahl von Projekten zählte die Fusion von Seeberg und Hermiswil im Jahr 2016 zu seinen be­deutendsten Ereignissen als Gemeindepräsident.

Die Swin-Golf-Anlage

Grütter erlebte auch die BDP-Abspaltung hautnah. Er war dabei, als 2008 alle fünf SVP-Gemeinderäte zur BDP wechselten, wodurch diese auf einen Schlag zur stärksten Partei im Dorf wurde. Grütter wurde als früherer SVP-Gemeinderat als BDPler wiedergewählt.

Als solcher war Grütter Mitbegründer der ersten Sektion der Bürgerlich-Demokratischen Partei im Oberaargau, der BDP Seeberg und Umgebung. Der damalige Parteiwechsel sei längst kein Thema mehr, sagte er. Das habe auf das politische Wirken in der Gemeinde keinen Einfluss. Er pflege sowohl zur BDP wie auch zur SVP ein offenes Verhältnis.

Etwas Aufruhr gab es in der ­Gemeinde wegen seiner Pläne, eine Swin-Golf-Anlage in Seeberg zu realisieren. Zwar stimmte die Gemeindeversammlung der entsprechenden Überbauungsordnung zu, danach gab es aber Widerstand. Mittlerweile sei die ÜO rechtskräftig – ob und wann er seine Pläne umsetzen werde, sei offen.

Dieses Projekt und seine Wahl zum Gemeindepräsidenten seien genau zusammenge­fallen. Deshalb sei sein Start als ­Vorsitzender der Exekutive nicht einfach gewesen, gibt Grütter unumwunden zu. Doch die Wogen seien geglättet. Er habe immer sauber zwischen seiner Arbeit im Gemeinderat und dem Swin-Golf-Projekt getrennt.

Seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger für die restliche Amtsdauer vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2020 wird während der Gemeindeversammlung im November gewählt.

Langenthaler Tagblatt

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