Und wieder sind die Wässermatten braun

Lotzwil

Bernhard Jenzer, der den Hof und das Ackerland im Nachgang der Protestaktion eines anderen Landwirtes übernommen hat, bewirtschaftet drei Parzellen weiterhin als Ackerland. Zwei davon will er aber in bewässertes Grasland zurückführen.

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Chantal Desbiolles

Fast zwei Jahre sind ins Land gegangen, seit ein Lotzwiler Bauer für Aufsehen sorgte, als er die Wässermatten auf seinem Grund und Boden mit Abbrennmittel bespritzte und auf rund fünf ­Hektaren Mais säte. Der Wässerbauer tat es aus existenzieller Not – und um ein Zeichen zu setzen, weil die Entschädigungszahlungen für die Wässermatten nicht mehr der einst abgemachten Höhe entsprachen.

«Nichts Verbotenes»

«Zu Recht», sagt Bernhard Jenzer, der das Ackerland übernommen hat. «Er hat das Richtige getan.» Damit bezieht sich der neue Bewirtschafter nicht nur auf den unrentablen Grundsatz des Protests, sondern ebenso auf das Vorgehen mit dem Abbrennmittel, das sein Vorgänger auf dem geschützten Wiesland ausbrachte. «Das ist gängiges Verfahren, um eine Maiskultur anzubauen», stellt Jenzer fest. Glyphosat könne man bedenkenlos ausbringen, ist er überzeugt.

Die Frage nach der Bewirtschaftung? Das gehe doch eigentlich niemanden etwas an, findet Jenzer. Im Zusammenhang mit den Wässermatten sieht er sich, der sich gegen die Verkehrssanierung Aarwangen-Langenthal Nord und für den Erhalt des Kulturlandes im Bützbergtäli starkmacht, nicht gerne exponiert.

Verhandlungen laufen

Seit das Ackerland den Besitzer gewechselt hat, wurde es durchgehend als solches bewirtschaftet. Das bestätigt Markus Maag seitens der Wässermattenstiftung. Ein Vertrag besteht nicht. Es besteht allerdings Hoffnung darauf: Aktuell verhandelt die Stiftung für einen Teil der ursprünglichen Fläche der betroffenen Wässermatten.

Konkret geht es um zwei von insgesamt drei Parzellen, die wieder in Naturwiesen überführt und wieder gewässert werden sollen. Bernhard Jenzer bestätigt dies. Denn nun, nachdem das Kantonsparlament die Finanzierung der Wässermattenstiftung abgesichert hat, sieht die Ausgangslage für ihn als möglichen Wässerbauern auch wieder lukrativer aus. Eine kantonale ­Überbauungsordnung wird den Schutz der Kulturlandschaft regeln. Ein erster Entwurf geht nächsten Monat in die Mit­wirkung.

Kein Pflanzenschutzmittel

Eine dieser Wässermatten-Parzellen erstreckt sich unterhalb der Baumschule, die andere auf der rechten Seite des Wässergrabens. Momentan ist von diesen Bestrebungen hin zu Dauergrünland allerdings nichts zu sehen: Jenzers Teil der Wässermatten ist braun. Die Optik erinnert immens an jene nach der Abbrennaktion vor zwei Jahren.

Jenzer selbst ärgert sich, dass er sich erklären soll. Er tut es aber dennoch: Für den Anbau einer Frühjahreskultur sei für den ­Bodenschutz eine Winterbegrünung nötig. Auf dem Feld liege nun die abgefrorene Gründüngung, doziert er. Heuer will der Landwirt Erbsen auf allen Parzellen anbauen. Sie werden in der ersten Maiwoche ausgesät.

Langenthaler Tagblatt

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