Visp-Fan blitzte auch vor Bundesgericht ab

Langenthal

Er war bei Ausschreitungen im Dezember 2014 dabei und wurde gebüsst. Zu Recht, befindet das Bundesgericht.

<b>Der Fan sei zu Recht verurteilt worden,</b> befindet das Bundesgericht in seinem am Dienstag publizierten Urteil.

Der Fan sei zu Recht verurteilt worden, befindet das Bundesgericht in seinem am Dienstag publizierten Urteil.

(Bild: Keystone)

Kathrin Holzer

«Mitgegangen, mitgehangen», entschied vor zwei Jahren bereits das Regionalgericht Emmental-Oberaargau. Wegen Landfriedensbruchs sowie Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte verurteilte der Gerichtspräsident einen Anhänger des EHC Visp zu einer bedingten Geldstrafe von 2000 Franken und einer Busse von 400 Franken.

Vergeblich hatte der Mann aus dem Aargau das Gericht damals davon zu überzeugen versucht, dass die Staatsanwaltschaft ihn zu Unrecht bezichtigt habe. Er sei zwar dabei gewesen an jenem unrühmlichen Marsch von rund 20 sogenannten Ultras aus dem Lager der Visp-Fans Mitte Dezember 2014 nach dem Spiel in der Eishalle Schoren bis zum Bahnhof Langenthal.

Nur am Rand involviert, habe er mit den Ausschreitungen selber aber nichts zu tun gehabt, sagte der Mann. Es war zu Auseinandersetzungen mit heimischen Fans gekommen, Bierflaschen und Steine flogen und ein Polizist trug am Ende sogar leichte Verletzungen davon.

Gegen das Urteil des Regionalgerichts hat er sich deshalb zuerst vor Obergericht und schliesslich auch vor Bundesgericht gewehrt. Doch auch dieses bleibt dabei: Der Fan sei zu Recht verurteilt worden, befindet es in seinem am Dienstag publizierten Urteil.

Es bestätigt dabei auch das Verdikt des Obergerichts, das die Geldstrafe angesichts eines inzwischen höheren Einkommens des jungen Mannes auf 45 Tagessätze à 130 Franken, also fast 6000 Franken, erhöht hatte.Neben Busse und Geldstrafe wird der Mann nun auch die Gerichtskosten von 3000 Franken zu tragen haben.

«Es wäre geboten gewesen, sich von der Gruppe zu distanzieren.»Aus dem Urteil

Als Nicht-Szenekenner habe er bei seinem angeblich ersten Besuch überhaupt eines Hockeyspiels nicht davon ausgehen können, dass es beim Fanmarsch zu Gewalttätigkeiten kommen würde, hatte der Mann stets argumentiert. Auch habe er sich dem Zug nur angeschlossen, um angesichts provozierender Langenthaler Fans sicher an den Bahnhof zu gelangen.

Beim Gericht drang er mit diesen Erklärungsversuchen allerdings nicht durch. Es wäre «geboten gewesen, sich von der Gruppe zu distanzieren, zumal die Versammlung von einer friedenstörenden Grundstimmung getragen wurde», hält dieses in seinem Urteil fest. Auch sei der Mann den Visper Ultras bereits beim Spiel in den Gästesektor gefolgt, wo er provokative Lieder mitgesungen und auch den Hitlergruss gemacht habe.

Da spielt es für das Gericht letztlich keine Rolle, dass von ihm selbst während des Fanmarschs offenbar tatsächlich keine Gewalt ausgegangen ist. Es genüge, dass sich der Mann nach dem Spiel willentlich und wissentlich jener Fanmenge angeschlossen habe.

Langenthaler Tagblatt

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