Zum Hauptinhalt springen

Von null auf die fünfte Generation

Die für die Gemeinde weichenstellende Änderung des Vertrags mit der Wasserversorgungsgenossenschaft bleibt unbestritten. Mehr Kummer bereitet die geplante Natel-Antenne auf dem Fussballplatz.

Als Andreas Bättig, Projektleiter bei der Swisscom, von selbstfahrenden Autos zu sprechen begann und von einem «Smart Farming», bei dem das Bauern die Maschinen übernehmen, sorgte das bei einigen Obersteckholzern doch für ein Schmunzeln.

In vielen Gebieten der Streusiedlung ist die Mobilfunkabdeckung heute nur ungenügend oder überhaupt nicht vorhanden. Der Gemeinderat habe deshalb bei der Swisscom eine Verbesserung der Situation verlangt, orientierte Präsident Heinrich Jörg die 79 Stimmberechtigten (von 327) an der Gemeindeversammlung.

Es war das Resultat dieser Intervention, das auch den Vertreter der Swisscom in die Mehrzweckhalle führte. Er informierte, dass beim Fussballplatz bald eine Mobilfunkanlage errichtet werden soll. Ausgerüstet mit der neusten Technologie der fünften Generation (5G), werde diese eine doch «merkliche Verbesserung» bringen.

Kritische Fragen

Bei den Anwesenden führte das Vorhaben allerdings zu kritischen Fragen. Ob der Fussballplatz tatsächlich der geeignete Standort sei, wollte ein Votant wissen. «Ist das etwas, das es wirklich braucht?», warnte ein anderer vor den möglichen Folgen der dadurch verursachten Strahlung. Er jedenfalls werde seine Kinder so nicht mehr auf dem Fussballplatz spielen lassen.

Aus dem Weg räumen konnte Bättig diese Ängste nicht. «Das ist unsere Gesellschaft. Wer nicht mitmachen will, muss auf eine Alp leben gehen», verwies er auf die grosse Nachfrage nach einer immer besseren Mobilfunktechnologie. Mit seiner freien Sicht aufs Dorf sei der Fussballplatz für eine Antenne der ideale Standort.

Aber auch die Tatsache, dass voraussichtlich nur die Swisscom die Anlage nutzen wird, blieb nicht unkommentiert. «Alle haben die Strahlung, aber nur die Swisscom-Kunden den Empfang», stellte eine Votantin fest. Es sei nicht ausgeschlossen, dass auch weitere Anbieter noch hinzukämen, erklärte Bättig. Allerdings werde dann mehr Sendeleistung benötigt, was wiederum eine höhere oder gar eine zweite Antenne bedinge.

Beim FC Steckholz steht man dem Vorhaben offenbar positiv gegenüber. Ein Vertrag mit dem Verein sei abgeschlossen, so Andreas Bättig. Im Februar oder März werde die Swisscom die Baueingabe tätigen.

Jährliche Löschgebühr

Mit diesem ersten Traktandum rein informativen Charakters waren die Diskussionen für den Abend bereits abgeschlossen. Das Budget mit einem Defizit von gut 140000 Franken im allgemeinen Haushalt (bei unveränderter Steueranlage von 1,84 Einheiten) wurde ebenso einstimmig genehmigt wie eine Strassensanierung im Gebiet Winkel-Pfyfferloch.

Auch die Änderung des Vertrags mit der Wasserversorgungsgenossenschaft wurde einstimmig gutgeheissen – wobei mit der damit endlich geklärten Wasserfrage ein weiterer Schritt in Richtung Gemeindefusion gemacht ist. Die private Genossenschaft überträgt den öffentlichen Versorgungsauftrag nun an die Gemeinde, die zugleich einen Teil des Netzes übernimmt.

Es gebe dafür keine Abgeltung, die Gemeinde verzichte im Gegenzug aber auf ihren Anteil aus dem Erneuerungsfonds, erklärte Heinrich Jörg. Was den Löschschutz angeht, so werden die verbleibenden 21 Genossenschafter eine jährliche Gebühr entrichten. Schon im November hatten auch sie dem Vertrag zugestimmt.

Bereits stehe in Langenthal eine nächste Projektausschusssitzung an, gelte es doch nun zu regeln, wer den Bau der neuen Versorgung wie und wann angehen wird, informierte der Gemeindepräsident. 2,7 Millionen Franken wird der Aufbau des neuen Leitungsnetzes voraussichtlich kosten.

Bliebe die Gemeinde eigenständig, würde sie sich dafür bis 2023 mit über 3 Millionen Franken verschulden müssen. Die Fusion mit Langenthal bleibt aber das Ziel. Zur finalen Abstimmung kommt es voraussichtlich im September.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch