Waldarbeit soll sich wieder lohnen

Nun haben sich die Burger von Roggwil und Langenthal entschieden: Gemeinsam wollen sie den neuen Gemeindeverband starten. Gegenstimmen gab es nur wenige.

Die Erträge im Wald sind für die Burger längst nicht mehr so hoch wie einst. Künftig soll sich dies nun aber dank dem neuen Gemeindeverband ändern. Vereint kann ­dieser nämlich auf mehr Forstarbeiter, Maschinen und Geräte zurückgreifen.

Die Erträge im Wald sind für die Burger längst nicht mehr so hoch wie einst. Künftig soll sich dies nun aber dank dem neuen Gemeindeverband ändern. Vereint kann ­dieser nämlich auf mehr Forstarbeiter, Maschinen und Geräte zurückgreifen.

(Bild: Thomas Peter)

Die Roggwiler Burger beschlossen an ihrer ausserordentlichen Versammlung am Dienstagabend den Beitritt zum Gemeindeverband Forst Oberaargau deutlich. Um 20.37 Uhr schnellten in der Aula des Oberstufenzentrums 27 Hände in die Höhe. Damit hatten fast alle der 29 anwesenden Burger dem Antrag des Burgerrats zugestimmt.

Ob es auch an der gleichzeitig stattfindenden Versammlung der Langenthaler Burger ein Ja gab? Gespannt wartete man auf das Resultat aus der Stadt. «Es geit no es bitzli bi üs», kam um 20.44 Uhr von dort ein SMS. «Wir wollen nicht verlängern», erklärte 3 Minuten später Rudolf Glur, Präsident der Burgergemeinde Roggwil. Einige harrten dann trotzdem aus, bis sich Langenthal meldete.

Abstimmung als Päckli

Die Burgergemeinde Roggwil zählt 333 Burger, nur 8,7 Prozent von ihnen besuchten die Versammlung. An jener hatte nicht gleich alles nach einem klaren Ergebnis ausgesehen. Denn einige Burger stellten kritische Fragen.

Glur hatte aber viele Faktoren erwähnt, die für das Projekt sprächen – primär die Wirtschaftlichkeit. Der Burgerrat hatte deshalb die Gründung des Gemeindeverbandes Forst Oberaargau sowie den einmaligen Investitionsbeitrag von 258'750 Franken einstimmig unterstützt. Der Betrag ergibt sich aus der Gesamtwaldfläche. Auf die Burgergemeinde Langenthal entfallen so 191'250 von total 450'000 Franken.

Die Überführung der forstlichen Fahrzeuge und Maschinen vom Verwaltungs- ins Finanzvermögen wird den auf die Burgergemeinde Roggwil entfallenden Betrag reduzieren.

Die Versammlung konnte von den drei Kriterien nicht einige annehmen und andere ablehnen. Vielmehr galt es, zum ganzen Paket – Beitritt, Investition, Überführung ins Finanzvermögen – mit Ja oder Nein zu votieren.

Werkhof bleibt in Roggwil

Die Fragen an Burgerratspräsident Rudolf Glur, seinen Ratskollegen Ruedi Grütter und den Roggwiler Förster Markus Bürki zeigten, dass vor der Beschlussfassung noch Erklärungsbedarf bestand. «Der Waldbesitz bleibt bei den einzelnen Burgergemeinden», war ein beruhigendes Argument für ein Ja zum Projekt, spürte man. Glur betonte, «Forst Oberaargau» weise darauf hin, dass hier auch andere öffentliche Waldbesitzer aus der Region willkommen seien.

Ein Burger kritisierte den «nicht sehr guten» Zustand des Wegnetzes im Wald. Dem Unterhalt sei zuletzt zu wenig Beachtung geschenkt worden. Das sei ein Versäumnis. Glur räumte ein, dass dafür im Verband Forst Oberaargau ein Budgetposten existiere.

Weil Roggwil Werkhofstandort von Forst Oberaargau wird, wollte ein Burger wissen, ob dafür auch ein entsprechender Mietzins vereinbart werde. «Ja, 16'000 bis 18'000 Franken jährlich», sagte Glur. Ob es in unserer Region schon ähnliche Zusammenschlüsse mit positivem Start gebe, lautete die nächste Frage. Förster Markus Bürki nannte solche in Zofingen und im Solothurnischen. Ähnliche Projekte gebe es aber auch im Kanton Bern.

Das gesamte Projekt sowie der festgelegte Start (1. Januar 2018) waren ambitioniert. Etwas zu ambitioniert für die Burger von Aarwangen, die sich bereits im Vorfeld aus dem Projekt zurückzogen. Roggwil und Langenthal signalisierten aber beide, dass die Türe für den Nachbarn nach wie vor offensteht.

Langenthaler Tagblatt

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