«Wir hören zusammen Musik»

Langenthal

Mit ­­Wort­akrobatik und Musik startet das Chrämerhuus am Wochenende in die neue Kultursaison. Auch der Film findet weiterhin seinen Platz.

Diesen Samstag spielt das Illeist Collective (v.?l. Miro Rutscho, Silas Bieri, René Flückiger) im Langenthaler Chrämerhuus.

Diesen Samstag spielt das Illeist Collective (v.?l. Miro Rutscho, Silas Bieri, René Flückiger) im Langenthaler Chrämerhuus.

(Bild: zvg)

Es ist eine neue Ausgabe des altbewährten Chrämerslams, mit dem das Kulturzentrum am Langenthaler Wuhrplatz am Freitagabend den Kulturherbst einläutet. Zum 24. Mal vereinen sich Dichter und Dichterinnen aus nah und fern zum wortgewaltigen Wettstreit der Slampoeten im Chrämerhuus, ehe die Saison am Samstag auch musikalisch eröffnet wird. Das schwedisch-schweizerische Electro-Trio Illeist Collective (Silas Bieri, Miro Rutscho und René Flückiger) meldet sich nach mehr als zweijähriger Konzertpause mit seiner neuen EP «As Long as There Are Spotlights» zurück.

Montagskino neu in der Färbi

Im Zeichen der elektronischen Klänge stehen auch die Modular Days, die Plattform für Liebhaber nicht nur der analogen Synthesizer, die diesen Herbst bereits zum vierten Mal stattfinden. Im Rahmen der heute startenden Jazz-Tage Langenthal wartet das Chrämerhuus am 19. Oktober mit der Jazzformation Luumu auf sowie am kommenden Montag mit dem Film «MPS – Jazzin’ The Black Forest» über die Musik­produktion Schwarzwald als führendes Jazz-Label im Europa der 60er- und 70er-Jahre.

Der Jazzfilm bildet sogleich den Auftakt der neuen Montagskino-Reihe, die am 24. Oktober einmal mehr die für den Berner Filmpreis nominierten Kurzfilme zeigen wird. Neu finden die 2007 im damaligen Kleintheater lancierten und seit 2009 im Stadttheater veranstalteten Filmnächte am Montag nun allerdings im Kulturlokal des Vereins Färbi an der St. Urbanstrasse statt.

Ob das Kino nach vollendetem Umbau wieder ins Stadt­theater zurückkehren werde, sei heute offen, sagt Stefan Schischkanov, der als Kulturkoordinator seit vergangenem März die Fäden zieht im Chrämerhuus. Nach «Turbulenzen» – das Gastspiel von Schischkanovs Vorgänger Beat Hugi dauerte nur gerade 60 Tage – sei nun wieder Ruhe eingekehrt, blickt der Berner im aktuellen Bulletin des Kulturvereins zufrieden auf seine ersten Monate in Langenthal zurück.

Er sei gut aufgenommen worden und sei «überrascht, gar berührt» von der Unterstützung und dem lokalen Zusammenhalt, den er insbesondere am Wuhrplatzfest habe kennen lernen dürfen.

Zufrieden ist Schischkanov auch mit der Entwicklung der Programmgruppe, zuletzt das grosse Sorgenkind des Chrämerhuus-Vorstandes (wir berichteten). Zwischen fünf und zwanzig Leute wohnten mittlerweile wieder den öffentlichen Sitzungen bei. «Wir hören zusammen Musik», sagt der Koordinator. Heisst: Entscheide, was veranstaltet werden soll, würden nun wieder im Kollektiv gefällt.

Konzerte bleiben wichtig

Konzerte sollen gemäss Schischkanov denn auch weiterhin einen wichtigen Bereich bilden im Kulturprogramm des Chrämerhuus. Weil es gerade für noch unbekannte Formationen aber sehr schwierig sei, Publikum anzulocken, versuche er, dieses gezielt auch über Mischungen aus Literatur und Konzert abzuholen: mit der selbst ernannten «Quasiband» Trampeltier of Love (Matto Kämpf, King Pepe und Marc Unternährer) am 21. Oktober etwa oder einer gemeinsamen Performance von Autor Michael Fehr und Gitarrist Urs Müller im November.

Auch die Galerie bleibe bestehen, sagt Schischkanov, wenngleich zu Beginn der Saison vorerst noch Anlässe in diesem ­Bereich geplant sind. Neue Projekte seien in Vorbereitung.

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