Zusammen die Mehrheit behalten

Thunstetten

Weil sie sich damit eine bessere Ausgangslage für die Gemeindewahlen erhoffen, haben sich SVP und FDP auf eine Listenverbindung geeinigt. Auch im Hinblick auf die Präsidiumswahl könnte diese eine Rolle spielen.

Gemeindepräsident Fred Röthlisberger darf nicht mehr antreten.

Gemeindepräsident Fred Röthlisberger darf nicht mehr antreten.

(Bild: top)

Sebastian Weber

In Thunstetten-Bützberg bringen sich die Ortsparteien für die Gemeindewahlen vom 24. September in Position. Die Suche nach den Kandidatinnen und Kandidaten ist abgeschlossen (wir berichteten), nun stellt sich die Frage nach den Listenverbindungen. Aufseiten der Bürgerlichen gehen SVP und FDP eine solche ein. Der Kontakt ging von den Freisinnigen aus: «Der Vorstand hat das Vorgehen abgesegnet, danach haben wir uns mit der SVP in Verbindung gesetzt», erzählt FDP-Präsident Thomas Rickli.

Für ihn besteht kein Zweifel daran, dass eine Listenverbindung für beide Parteien sinnvoll ist. «Wir können dabei nichts verlieren, nur gewinnen.» Angst, dass von einer solchen Verbindung letztlich nur die SVP profitieren könnte, hat er nicht. «Wir kommen gestärkt aus den letzten vier Jahren und sind mit unseren Kandidaten gut aufgestellt», so Rickli.

«Immer auch ein Risiko»

Auch SVP-Präsident Adrian Dreier sieht vor allem die Vorteile und verweist auch auf die starken Kandidaten, die seine Partei für die Wahlen gefunden hat. Gleichzeitig, sagt er aber: «Natürlich besteht immer ein Risiko, dass am Ende nur eine Partei davon profitiert. Aber wer nichts riskiert, der gewinnt auch nichts.» Zumal die SVP in der Vergangenheit mehrheitlich gute Erfahrungen damit gemacht habe.

«Wir kommen gestärkt aus den letzten vier Jahren.» FDP-Präsident Thomas Rickli

Erstmals eine Listenverbindung eingegangen sind die beiden Ortsparteien für die Gemeindewahlen 2005. Das Ziel: Die Bürgerlichen wollten der SP das Gemeindepräsidium streitig machen. Mit Erfolg: Die SP verlor einen Sitz im Gemeinderat, und auch ihre Gemeindepräsidentin Christine Röthlisberger stand damals am Ende als Verliererin da. Sie kündigte nach der Wahl ihren Rücktritt an. «Wir kriegten die Listenverbindung voll zu spüren», kommentierte SP-Präsident Martin Sigrist damals.

Vier Jahre später schlug die FDP aber eine Anfrage für eine Listenverbindung mit der SVP aus. Am Ende verloren die Freisinnigen die Wahl ums Gemeindepräsidium, die EVP schnappte der SVP einen Gemeinderatssitz weg, und die FDP konnte ihren zweiten Sitz nur dank eines Restmandats halten.

«Wer nichts riskiert, der gewinnt auch nichts.»SVP-Präsident Adrian Dreier

2013 gingen die beiden Parteien schliesslich wieder eine Verbindung ein. Die strahlende Gewinnerin der Wahlen war die SVP, die auf Kosten der FDP ihren dritten Sitz im Gemeinderat zurückgewinnen konnte. Wobei die Listenverbindung damals keine entscheidende Rolle gespielt hat.

Auf Kosten der SVP?

Das Hauptziel der Listenverbindung ist für beide Parteien klar definiert: Es gilt die Mehrheit im Gemeinderat zu verteidigen. «Das ist die Absicht», so Adrian Dreier. Aktuell belegen die Bürgerlichen vier von sieben Sitzen. «Dies soll auch nach der Wahl noch so sein», sagt Thomas Rickli. Nur was die Aufteilung betrifft, gibt es im bürgerlichen Lager offenbar unterschiedliche Ansichten. Während die SVP, wie Adrian Dreier bestätigt, auf jeden Fall ihre drei Sitze verteidigen möchte, nimmt die FDP wieder einen zweiten ins Visier. «Es wäre natürlich schön, wenn wir diesen zurückgewinnen könnten», sagt Rickli. Dies auf Kosten der SP oder der SVP. Wobei der FDP-Präsident sich durchaus eine Verteilung vorstellen könnte, nach der SVP, FDP und SP jeweils 2 Sitze belegen würden. «Das wäre eine ausgewogene Lösung.» Dies hänge aber jetzt natürlich von den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern ab, so Thomas Rickli.

Der Ausgang der Wahlen wird es auch sein, der zeigen wird, welche Hoffnungen sich die beiden Parteien auf das Gemeindepräsidium machen dürfen. Weil Fred Röthlisberger (SVP) wegen der Amtszeitbeschränkung nicht mehr antreten darf, kommt es dort zu einem Wechsel. «Ich persönlich würde es gerne sehen, wenn wir uns zusammen auf einen bürgerlichen Kandidaten fürs Gemeindepräsidium einigen könnten», sagt Thomas Rickli. Entsprechende Gespräche würden aber erst nach der Wahl geführt. «Erst danach zeigt sich, wer welche Ambitionen auf das Präsidium besitzt.» Dies bestätigt auch Adrian Dreier. «So weit schaue ich noch gar nicht voraus», sagt der SVP-Präsident. Es sei aber gut möglich, dass sich FDP und SVP schliesslich auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen könnten. «Ich hoffe es sogar.»

EVP schliesst Verbindung aus

Kein Thema mehr für die Gemeindewahlen ist eine Listenverbindung zwischen der EVP und der SP. «Wir haben eine solche ausgeschlossen», sagt EVP-Präsident Paul-Martin Vogt. «Wir möchten unsere Positionen, die wir vertreten, nicht durch eine Listenverbindung verwässern.» Zudem glaube er nicht, dass eine solche von der Wählerschaft goutiert würde. Und SP-Präsident Martin Sigrist sagt: «Wir werden eine Listenverbindung von unserer Seite her nicht forcieren.»

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