Zwei Frauen unter einem Dach vereint

Niederbipp

Die aktuelle Kunstausstellung im Räberstöckli hat einiges zu bieten. Sie reicht von Lotterweibern über zweiseitige Gemälde bis hin zu minimalistisch anmutenden Engelszeichnungen.

Stellen gemeinsam ihre Werke aus: Dorothée Rothbrust (links) und Korinna Baer.

Stellen gemeinsam ihre Werke aus: Dorothée Rothbrust (links) und Korinna Baer.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Die Ausstellung unter dem Motto «Von Tag zu Tag» im Niederbipper Räberstöckli vereint eine Vielzahl an Motiven und Ausdrucksarten. Der Löwenanteil der Ausstellung dehnt sich auf das Erdgeschoss sowie den ersten Stock des Kulturzentrums aus. Ganz oben, am Ende der Treppe unter dem Dach, sind die letzten Objekte zu finden. Doch wer steckt hinter den Werken?

Eine der beiden Künstlerinnen ist die Langenthaler Kindergärtnerin Korinna Baer. Seit 2005 stellt sie vor allem in der Region viel aus. Die von ihr gestalteten Gegenstände sind von eher bescheidener Grösse, was sie inhaltlich aber nicht minder interessant macht. Zum einen präsentiert sie kurze Gedichte – Gedankenbilder, wie sie diese nennt – die zum Denken anregen sollen. Sie werden von einer kleinen, in Tusche gepinselten Abbildung begleitet. Des Weiteren werden von Korinna Baer betont minimalistische Zeichnungen von Engeln ausgestellt.

Baer gelingt es, ein grundsätzlich gleich bleibendes Subjekt in diverser Art und Weise darzustellen. So bringt die Künstlerin etwa mit einem Minimum an Strichen einen Engel auf Papier, der wütend, fast schon teuflisch wirkt. Direkt daneben ein betont rundliches, gutmütiges Exemplar. Dieselbe Anzahl an Linien, und doch eine komplett andere Aussage. Es ist unterhaltsam mit anzusehen, wie viele Wandel die kleinen Geschöpfe von Bild zu Bild durchleben.

So wie auch die Stimmung eines Jeden im Alltag von Tag zu Tag unterschiedlich ist – durchaus zum Leitfaden der Ausstellung passend. Das Einzige, was die Bilder nebst dem unverkennbaren Stil der Künstlerin gemeinsam haben, ist ein goldener Punkt. Dieser gilt als Korinna Baers Markenzeichen und ziert jedes ihrer Werke. Wobei sich auch ihr persönliches Motto «klein und fein» in jedem ihrer Werke erkennen lässt.

Wie die Menschen

«Lotterweiber» nennt daneben Dorothée Rothbrust ihre Skulpturen: Eigenwillige Frauen, die ihren eigenen Kopf haben und diesen auch durchsetzen können. Ein besonderes Augenmerk legt die Künstlerin auf die Augen ihrer Figuren. «Die Augen sind ein Merkmal der jeweiligen Person und in ihrer Form stets einzigartig», sagt sie. Manchmal blieben ihr von Menschen nur die Augen in Erinnerung. Die Skulpturen sind aus Akazienholz gearbeitet und werden von der Künstlerin mithilfe einer Kettensäge in die rechte Form gebracht. Das Holz wird später mit Pigmenten bearbeitet. So gewinnen die Lotterweiber ihre Farbe. Eine Technik, wie sie seit dem Mittelalter angewendet wird. Dadurch wird das Akazienholz wetterfest.

Ein weiteres Merkmal der Frauen aus Holz sind die Füsse, die stets beweglich sind. Rothbrust möchte damit deutlich machen, dass Füsse nicht dazu gemacht sind, still zu stehen. Der Mensch bewege sich immer fort. Auch hier: Von Tag zu Tag. Ihre Figuren hat die Künstlerin auch auf der Vorder- und Rückseite von weissen Stofffahnen abgebildet. Jedes gemalte Lotterweib hat somit zwei Seiten. «Genau so, wie wir Menschen», merkt Dorothée Rothbrust an.

Ausstellung bis am 11. November im Räberstöckli Niederbipp.

Langenthaler Tagblatt

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt