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Zwei Pechvögel und ein Glückspilz

Das Storchenpaar auf dem Natelmast im Dennli hat sein Junges auch dieses Jahr verloren. Die Eltern haben den Horst in den letzten Tagen verlassen.

Tempi passati: Der Horst im Dennli ist wieder verlassen.
Tempi passati: Der Horst im Dennli ist wieder verlassen.
Thomas Peter

Sie waren die ersten Störche in Langenthal nach fast hundert Jahren: das Paar, das sich im April 2015 auf dem Horst der Kleintier-Züchteranlage im Dennli niedergelassen hat. Gross war die Freude bei den Naturliebhabern in der Stadt, denn gemäss Aufzeichnungen der Organisation Storch Schweiz war dort 1920 der letzte besetzte Horst beobachtet worden.

Dabei ist der Storch ein typischer Bewohner der Wässermatten. In der pfälzischen Rhein­ebene zum Beispiel wurde der ­Bewässerungsplan ganz auf seine Bedürfnisse ausgerichtet.Doch Langenthal bringt den Störchen auch dieses Jahr kein Glück, wie Hanspeter Bühler berichtet, der die beiden aufmerksam verfolgt.

Dieses Jahr brüteten sie auf dem Natelmast beim Sikh-Tempel. Am 11. Juni habe er noch beobachten können, wie die beiden Elterntiere auf dem Horst gestanden und sich um ihr Junges gekümmert hätten, hält der Vogelkenner fest. Allerdings stellte er bereits seit Tagen eine verminderte Vitalität des Jungen fest.

Inzwischen fliegen die Altstörche den Horst nicht mehr an, und auch das Jungtier war bald nicht mehr zu sehen. «Wir müssen deshalb vermuten, dass es gestorben ist», hält Hanspeter Bühler fest. Er hat die Geschäftsführung von Storch Schweiz informiert.

2016 Kälte und Nässe

Die Langenthaler Störche haben nicht zum ersten Mal Pech mit ihrem Nachwuchs. Bereits vor einem Jahr verloren sie ihre Küken auf dem Horst im Dennli. Diese erfroren, weil es während der Eisheiligen extrem kalt und nass war. Was diesmal zum Tod des Kükens geführt hat, kann der Vogelkenner nicht sagen.

Er hofft noch, aus den Bildaufnahmen des Jungstorchs während seiner letzten drei Lebenswochen Schlüsse ziehen zu können. Untersuchungen am Kadaver dürften dagegen kaum möglich sein, da der Natelmast sehr hoch ist.

«Der Kadaver wird dort wohl austrocknen», befürchtet Hanspeter Bühler. In den letzten beiden Jahren mögen die Langenthaler Störche von Pech verfolgt sein. Das erste Jahr war für sie jedoch erfolgreich: Sie zogen zwei Jungtiere auf.

Mit Sender unterwegs

Fredi, der Grössere der beiden, ist sogar ein richtiger Glückspilz. Er wurde damals mit zehn anderen Störchen aus der Schweiz mit einem Sender versehen. Damit kann er im Internet verfolgt werden – und zwar bis heute.

Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn auch erwachsene Störche leben als Zugvögel gefährlich: Von den elf im Sommer 2015 besenderten Störchen aus der Schweiz leben heute nur noch zwei. Fredi war im März, als seine Eltern in Langenthal auftauchten, noch im Süden, in Toledo in Spanien.

Inzwischen ist auch er in den Norden gezogen – allerdings in die Gegend zwischen Strassburg und Nancy.

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