Zweite Masthalle geplant

Die Thunstetter Exekutive hält trotz Kritik an der geplanten Intensivlandwirtschaftszone fest.

Im Weiler Hof der Gemeinde Thunstetten ist eine zweite Poulet-Masthalle geplant.

Im Weiler Hof der Gemeinde Thunstetten ist eine zweite Poulet-Masthalle geplant.

(Bild: Thomas Peter)

Die Mitwirkungsfrist für die Ortsplanungsrevision in Thunstetten ist abgelaufen. Das Ergebnis sind insgesamt 19 Eingaben. Diese wurden mittlerweile in einem Mitwirkungsbericht zusammengefasst, vom Gemeinderat kommentiert und bereits dem Kanton zur Vorprüfung zugeschickt.

Er sei sehr zufrieden mit dem Ergebnis, sagt Gemeindepräsident Beat Siegrist (SP). Grundsätzliche Kritik an der Revision sei ausgeblieben. Gleich mehrere Mitwirkende begrüssen ausserdem den Entscheid des Gemeinderates, bei Aufzonungen auf die Mehrwertabschöpfung zu verzichten.

Bewilligung ungewiss

Einer der Mitwirkenden stört sich an der geplanten Intensivlandwirtschaftszone im Gebiet Hof. Worum geht es? Ein Landwirt, der am gleichen Standort bereits eine Pouletmasthalle besitzt, möchte seinen Betrieb um eine zusätzliche Halle erweitern. Um den Neubau realisieren zu können, benötigt es laut Bauverwalter Daniel Dubach aber eine rund 144 mal 47 Meter grosse Intensivlandwirtschaftszone. Auf eine solche sei zu verzichten, fordert der Mitwirkende.

Er verweist unter anderem darauf, dass eine Pouletmasthalle keine positive Umweltbilanz aufweise und das Vorhaben in einem landschaftlich geschützten Gebiet, dem Smaragdgebiet, geplant sei. Darauf tritt der Gemeinderat jedoch nicht ein. Der Betrieb der Halle sei unter Einhaltung der geltenden Gesetze bezüglich Umweltschutz und Tierhaltung erlaubt, heisst es im Mitwirkungsbericht.

Es sei nicht zweckmässig, jegliche intensivlandwirtschaftliche Nutzung im gesamten Smaragdgebiet zu verbieten. Der Standort sei evaluiert und auf seine Einflüsse auf den Raum und die Umwelt im Detail analysiert worden. Der gewählte Standort, so das Fazit, erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen.

Ob die Intensivlandwirtschaftszone letztlich realisiert werden kann, ist aber noch offen. In der Regel erhalte eine Gemeinde nämlich nur eine solche Zone genehmigt, sagt Daniel Dubach. Und Thunstetten besitzt für die IngoldBaumschulenAG bereits eine im Gebiet Wysseried. Ob sie eine zweite bewilligt bekommt, wird nun der Kanton entscheiden müssen.

Standorte priorisiert

Gleich zwei Mitwirkende stellten den Antrag, Bestimmungen zu den Antennenanlagen ins Baureglement aufzunehmen. In Wohnzonen, so ihre Forderung, sollen solche Anlagen nur als äusserste Ausnahme genehmigt werden. Antennen seien in erster Linie in Arbeitszonen und anderen Zonen, die überwiegend der Arbeitsnutzung dienen, zu erstellen, heisst es im Bericht.

Die Thematik sei dem Gemeinderat bekannt, sagt Siegrist. Es gebe aber wenig Spielraum. Soll heissen: Dem Gemeinderat sei es nicht möglich, Antennenstandorte festzulegen oder neue zu verbieten. Der Gemeinderat hat sich jedoch dafür entschieden, ein Kaskadenmodell ins Baureglement aufzunehmen. Dieses sieht vor, dass Handyantennen prioritär in Arbeitsplatzzonen erstellt werden sollen. Nur wenn dort kein geeigneter Standort gefunden wird, kann auch in der Wohnzone ein Standort beansprucht werden.

Das Kaskadenmodell diene aber vor allem dazu, überhaupt mit den Mobilfunkanbietern ins Gespräch zu kommen, relativiert Siegrist. Denn letztlich liessen sich Antennen in der Wohnzone, wenn es um die Erfüllung des Versorgungsauftrags gehe, wohl nur sehr schwer verhindern. Dies, so Siegrist, habe kürzlich das Beispiel in Roggwil gezeigt. Dort wollte die Gemeinde ebenfalls mit einer Kaskadenordnung den Bau einer Mobilfunkantenne im Dorf verhindern, hatte jedoch, nachdem sich Salt zur Wehr setzte, das Nachsehen.

Langenthaler Tagblatt

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