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Oberländer mit urbanem Tempo

Kaspar Schmocker hat sich

Hochachtung kann sich auch so äussern: Als Kaspar Schmocker im Zweikampf mit Reinach-Akteur Daniel Dätwyler das Nachsehen hat, kommt bei dessen Teamkollegen auf der Bank offenkundig Schadenfreude auf. Dass der aufstrebende Nationalspieler für einmal als Verlierer aus einem Duell hervorgeht, quittieren die Aargauer mit einem Raunen. Demnach haben auch sie vom steten Aufstieg des Könizer Verteidigers Notiz genommen. Dessen Entwicklung basiert auf ausgeprägter physischer Stärke. Körperlich überragt der 21-Jährige viele seiner Gegenspieler. Der Wimmiser widerlegt das Klischee des Berner Oberländer Unihockeyaners, welcher mangelnde Spielstärke mit Härte zu kompensieren versucht. Schmocker hat in der Statistik null Strafminuten stehen, setzt gerne seine Schnelligkeit ein und damit offensiv etliche Akzente. «Hat er mal Tempo aufgenommen, ist er kaum vom Ball zu trennen», sagt Nationaltrainer René Berliat. Schmockers Aktien steigen. Am Studenten besteht auch im Ausland Interesse. Via Thun nach Köniz Bereits 15-jährig war der damalige Gymnasiast, als er einem Unihockeyverein beitrat; zuvor hatte er sich in diversen Sportarten versucht und auch da Talent offenbart. Schmocker spielte zuerst für Höfen, bald folgte der Wechsel zu Thun, und nach einigen Partien in der Nationalliga B sicherte sich Floorball Köniz die Dienste des lernwilligen Verteidigers. Schmocker verringerte bestimmte Mängel kontinuierlich. Zuletzt etwa verbesserte er sich markant im Abschluss, wovon elf Saisontore zeugen. «Ich nehme mir vor, oft zu schiessen.» Wichtig sei dabei, dass der Schuss aufs Tor komme. «Das kann Abpraller provozieren.» Gegen Reinach versteht es Schmocker ausgezeichnet, Torgefahr zu erzeugen. Sechs Mal schliesst er ab, und dabei wird es jeweils gefährlich. Der Lohn: der Treffer zum 4:4 im letzten Drittel, in dem sich Schmocker als Antreiber zuvor enttäuschender Könizer entpuppt. Auch der Offensivverteidiger spielte in den vorangegangenen Dritteln suboptimal. Nach dem Spiel sollte er einräumen, Schuld am 2:3 gehabt zu haben, und sagen: «Ich betrachte es als Herausforderung, Fehler gleich abzuhaken und mit derselben Portion Selbstvertrauen weiterzuspielen.» Das habe ihn Daniel Bill gelehrt, neben dem er in der letzten Spielzeit gewirkt hat. Köniz’ Nummer 8 identifiziert sich stark mit der Zahl, die er auf dem Rücken trägt. «Sie ist mein Glücksbringer.» Schmocker ist 188 Zentimeter gross, 88 Kilogramm schwer, hat Jahrgang 1988 – und «exakt 8 Minuten von der Wohnung zum Training. Ich habe die Zeit gestoppt.» Das Energiebündel misst sich gerne mit anderen. Unlängst reichte er bei «Schlag den Raab», einer Spielshow auf Pro7, seine Bewerbung ein. Wer Gastgeber Stefan Raab schlägt, geht mit mindestens 500 000 Euro nach Hause. «Die haben mich abgelehnt.» Auch so kann sich Respekt äussern. Adrian Horn>

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