Topathleten am Jubiläum

Zum 20. Mal werden am Samstag auf dem Piz Gloria die Siegerin und der Sieger des infernalischen Triathlons gekürt. Der zehnfache Sieger Marc Pschebizin (D) ist ebenso dabei wie die sechsfache Siegerin Nina Brenn.

Der Berner Oberländer Samuel Hürzeler läuft (im Jahr 2015) den schroffen Fels entlang dem Ziel entgegen. Er kann sich schon weit unter dem Piz Gloria als Sieger freuen.

Der Berner Oberländer Samuel Hürzeler läuft (im Jahr 2015) den schroffen Fels entlang dem Ziel entgegen. Er kann sich schon weit unter dem Piz Gloria als Sieger freuen.

(Bild: Ueli Flück)

Marc Pschebizin gilt als Mister Inferno schlechthin. Zehnmal traf der Deutsche zwischen 1999 und 2012 als Erster auf dem Schilthorngipfel ein. «Zehnmal ist genug», sagte er sich dann und überliess den Inferno-Triumph anderen. Und nun kehrt er zurück. Am Jubiläums-Inferno will er dabei sein. Wird der inzwischen 44-Jährige um den Sieg ein Wörtchen mitreden? «Einen Spitzenplatz traue ich ihm ohne weiteres zu, den Sieg aber eher nicht», sagt dazu OK-Präsident Heinz Zurbrügg.

Hat ein Misstritt Folgen?

Samuel Hürzeler – in Därligen aufgewachsen, wohnhaft in Gwatt und Inhaber von Day-X Coaching – stand schon sechsmal auf dem Inferno-Tri-Podest: 2011, 2014 und 2015 als Sieger, 2012 und 2013 als Zweiter und 2010 als Dritter. Nachdem er 2016 nicht gestartet ist, will er es am Jubiläumslauf wieder wissen. Der 33-Jährige wartete diesen Sommer bereits mit zwei Topleistungen auf: Am 26. Mai wurde er in der Profikategorie des Ironman auf Lanzarote Sechster, und Ende Juli belegte er am Ironman Switzerland in Zürich Platz 4 (Dritter der Schweizer Langdistanz-Meisterschaft).

Seither achtete Hürzeler darauf, die gute Form zu konservieren. Wenn da nur nicht ein Misstritt im Training gewesen wäre. Das sei «e chly blöd», sagt er, es sei deswegen bei zwei Berglauftrainings geblieben. «Aber äs chunnt scho guet.» Wer könnte den Oberländer am ehesten am vierten Sieg hindern? Es habe einige starke Triathleten am Start, erklärt Hürzeler. Aber: «Ich schaue nicht auf die Konkurrenten, sondern versuche meinen Plan durchzuziehen.»

Der letztjährige Inferno-Sieger Jan van Berkel ist dieses Jahr nicht dabei. Welche könnten einen Sieg von Hürzeler am ehesten verhindern? Etwa der 38-jährige Deutsche Andreas Wolpert, der schon achtmal auf dem Podest stand. Fünfmal als Zweiter und dreimal als Dritter. Stärker einzuschätzen ist aber sein Landsmann Michael Göhner, der bei seiner ersten Teilnahme im letzten Jahr bereits Dritter wurde. Dazu kommen einige Franzosen, in deren Heimat Triathlon sehr populär geworden ist.

Und da ist noch Bidu (Beat) Baumgartner aus Mirchel. Der 44-jährige Vater von sechs Kindern wird zwar den 20. Inferno-Tri nicht gewinnen, aber er ist zum 20. Mal dabei! Neunzehnmal war er bereits Inferno-Finisher.

Nina Brenn zum 7. Mal?

Sechsmal liess sich die Bündnerin Nina Brenn bereits als Inferno-Siegerin feiern. Wer könnte die 44-Jährige an einem weiteren Triumph hindern? Die letztjährige Zweite, die Genferin Maja Chollet, die vom Berglauf her kommt, wurde im Frühling in Kroatien von einem Auto angefahren und musste einige Zeit pausieren. Die deutsche Profitriathletin Ricarda Lisk, die 2008 an den Olympischen Spielen dabei war, will ihre Karriere auf dem Schilthorn abschliessen und hat ihr ganzes Training darauf aus­gerichtet. Falls das Wetter das Schwimmen im Thunersee verhindern sollte, würde Petra Eggenschwiler schlagartig zur Kronfavoritin. Die Duathletin aus Langendorf ist die beste Bergläuferin im Feld.

Olympionikin am Start

Für den Inferno-Halbmarathon können sich die Läuferinnen und Läufer bis eine Stunde vor dem Start anmelden. Fest stand schon Anfang Woche, dass das Rennen der Frauen ausgezeichnet besetzt sein wird. Am Start sein wird die Engländerin Emma Jane Pooley. Sie ist amtierende Duathlon-Eu­ropameisterin und dreifache Duathlon-Langdistanz-Weltmeisterin, nahm an den Olympischen Spielen 2008 und 2016 teil und bestreitet sowohl Radrennen wie auch Langstreckenläufe.

Dabei ist ausserdem Andrea Huser aus Aeschlen. Sie hat 2011 und 2012 den Inferno-Triathlon gewonnen und sich inzwischen auf Ultra-Trail-Wettkämpfe spezialisiert: Siegerin des Eiger Ultra Trail 2015 und 2016. Der Inferno-Halbmarathon dürfte ihr wie ein Sprint vorkommen. Bei den Männern hat sich ein sehr interessanter Läufer angemeldet: der deutsche Vizemeister im Berglauf ­Jonas Lehmann. Dabei ist auch der Ringgenberger Philipp Feuz.

Berner Zeitung

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