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101 strenge Kilometer im Angesicht des Eiger

Das Gletscherdorf im Trail-Fieber: Die 7. Austragung des Eiger Ultra Trails zeigte, dass er zu einem grossen und bestens organisierten Sportevent gewachsen ist.

Der Start zum Eiger Ultra Trail in Grindelwald.
Der Start zum Eiger Ultra Trail in Grindelwald.
Anne-Marie Günter
Zukünftige Ultra-Trailer turnen sich vor dem Rennstart ein
Zukünftige Ultra-Trailer turnen sich vor dem Rennstart ein
Anne-Marie Günter
Das Podium (von links): Der Zweite Andris Ronimoiss, Titelverteidigerin Kathrin Götz mit ihren Töchtern und Sieger Jean-Philippe Tschumi.
Das Podium (von links): Der Zweite Andris Ronimoiss, Titelverteidigerin Kathrin Götz mit ihren Töchtern und Sieger Jean-Philippe Tschumi.
Anne-Marie Günter
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Für die Medien begann es am Freitag ungewöhnlich: Man stieg durch ein Fenster auf das Flachdach des Sportzentrums. Zu Füssen die Start- und Zielszenerie auf dem Bär- und Eiger-Platz, ringsherum die Gipfel, der Eiger als Mittelpunkt. Diese Gipfel sehen die Teilnehmer am E 101, an der Königsdisziplin des Eiger Ultra Trails, noch viel näher. 101 Kilometer sind sie unterwegs, und 6700 Höhenmeter überwinden sie dabei.

Der Trail führt an den Touristen-Hotspots vorbei: Grosse Scheidegg, First, Schynige Platte, Wengen, Männlichen, Kleine Scheidegg, Eigergletscher, Marmorbruch, Pfingstegg. Er führt aber auch in weniger per Bahnen erschlossenes Gebiet: aufs Faulhorn und nach Egg.

Dort gibts kein Wasser zum Nachfüllen, was Vorjahressiegerin Kathrin Götz als Miniabzug für eine sonst perfekte Organisation erwähnte. OK-Präsident Ralph Näf bat um Verständnis, denn man will die Zahl der Verpflegungsheliflüge möglichst tief halten.

Eine Art Lotterie?

20000-mal wurde die Webseite am Anmeldungstag für den Eiger Trail angeklickt, in zwei Minuten war er ausverkauft. Wies weitergeht, ist aktuell in Diskussion, denn für die Organisatoren sind 4000 Teilnehmende schon rein aus Sicherheitsgründen genug.

Es könnte sein, dass die Teilnahme zur Losglückssache wird. Definitiv eine Lotterie am Ultra Trail ist jeweils das Wetter, gefürchtet sind lokale Gewitter. Professionelle Wetterfrösche beurteilen bis tief in die Nacht hinein die Lage.

Der letzte Ultra-Trail-Teilnehmer kam morgens um 5.40 Uhr nach 25 Stunden und 14 Minuten im Ziel an. Jean-Philippe Tschumi aus Corbeyrier schaffte es in 11:38:41,6. «Wir hatten ihn nicht auf dem Radar», sagte Näf.

Bei der Flachdach-Medienkonferenz sind die potenziellen Sieg-Runner jeweils dabei und erklären, wie sie den Trail an-gehen wollen.

Ein Flachländer aus Lettland

Einer von ihnen war Andris Ronimoiss aus Riga. Er ging auf die Strecke, ohne sie zu kennen. «Es war sehr hart», sagte der Flachländer nach dem Lauf. Der höchste Berg in Lettland sei 311 Meter hoch. Zwischen Wengen und Männlichen habe ihn Tschumi überholt. Weil dieser eine relativ hohe Startnummer hatte, liess er ihn vorerst ziehen.

Die Taktik ging dann nicht auf, denn Tschumi, vor allem in der Suisse Romande und in Frankreich in der Trail-Szene bekannt, hat sich vor 14 Tagen vorbereitet. Einzig das Faulhorn musste er damals auslassen, weil noch Schnee lag. Und er wusste, dass ihm der Abschnitt Wengen–Männlichen liegt, der von vielen Läufern gefürchtet ist.

Vorjahressiegerin Kathrin Götz aus Bellach hatte Pech: Sie verletzte sich relativ früh am Rennen, hielt aber durch, vor allem auch, weil ihre drei Mädchen auf der Kleinen Scheidegg auf sie warteten. Ihre Zeit von 14:05:27,0 reichte dann trotzdem zum Sieg Overall. Die drittbeste Zeit erreichte Quarzclub-Mitglied Helene Ogi aus Kandergrund.

Insgesamt standen 500 Helferinnen und Helfer, darunter auch einige Zivilschützer, im Einsatz. Neben der E-101-Strecke gibts den Panorama-Trail 51, der auch paarweise bewältigt werden kann, den Nordwand-Trail E 35, den Genuss-Trail E 16, den Surprise-Trail und das Kid’s Race am Freitag. Laut Rangliste stammten die Teilnehmenden aus total 55 Nationen.

Ganze Rangliste unter: www.eigerultratrail.ch

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