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126-jähriges Schienennetz wird erstmals erneuert

In rund hundert Nachtschichten erneuert die Brienz-Rothorn-Bahn bis Oktober 3200 Meter des 7,6 Kilometer langen und 126 Jahre alten Schienensystems.

In Nachtschichten wurde an den Geleisen der Brienz-Rothorn-Bahn gearbeitet.
In Nachtschichten wurde an den Geleisen der Brienz-Rothorn-Bahn gearbeitet.
PD

«Eine der ganz grossen Stärken der Brienz-Rothorn-Bahn (BRB) AG ist seit Jahrzehnten die kontinuierliche Qualitätserneuerung der Infrastruktur», teilt das Bahnunternehmen mit. Anders sei es kaum möglich, seit 125 Jahren – als einzige Zahnradbahn der Schweiz mit täglichem Dampfbetrieb – auf das Brienzer Rothorn zu fahren.

Dazu BRB-Verwaltungsratspräsident Peter Flück: «Seit meinem Amtsantritt ist es mein grosses und zentrales Anliegen, diesen kulturhistorisch so wertvollen und einzigartigen Betrieb einer Dampfzahnradbahn auf das Brienzer Rothorn für die nächsten Generationen zu erhalten.» Im Rahmen dieses «Anliegens» ist nun in diesen Sommermonaten, erstmals seit der Gründerzeit um 1892, das Bahntrassee im oberen Teil der Strecke gesamtheitlich erneuert worden.

Hundert Nachtschichten

Die logistischen Herausforderungen für eine reibungslose Nachtarbeit in fast 2000 Meter Höhe gestalteten sich anspruchsvoll. In hundert Nachtschichten (entspricht rund 1000 Manntagen) wurden mit je rund 30 Mann circa 29 bis 42 Meter Bahntrassee ausgebaut und neu gebaut. Der Bautrupp verbaute 440 Schienen, 1750 Schwellen, 3500 Zahnstangen und 2200 Kubikmeter Schotter.

234 Lastwagen karrten das total rund 3605 Tonnen schwere Baumaterial zum Umschlagplatz im Wald. Mit rund 450 Sonderfahrten (über 5410 Kilometern) beförderte die Bahn jeweils in der Nacht das schwere Material an die Baustellen. Statt dass Leerfahrten anfielen, wurde das abgebaute Material laufend abtransportiert.

Kantonsbeitrag sei Dank

«Mitte Oktober werden die umfassenden Streckensanierungen abgeschlossen sein», freut sich Peter Flück. Die Kosten des aktuell sanierten Schienensystems, welches rundum erneuert worden ist, belaufen sich auf rund 4 Millionen Franken. Davon übernimmt der Kanton 80 Prozent, den Rest steuert der Verein Freunde Dampfbetrieb Brienz-Rothorn-Bahn AG bei.

«Wir sind sehr dankbar, dass wir das Schweizer ­Kulturgut in eine erfolgversprechende Zukunft führen dürfen.»

Peter Flück, Verwaltungsratspräsident Brienz-Rothorn-Bahn AG

Im vergangenen Jahr hat der Grosse Rat einem Gesuch der Brienz-Rothorn-Bahn um eine Un­terstützung von 5,2 Millionen Franken mit nur gerade zwei Gegenstimmen zugestimmt. «Wir sind sehr dankbar, dass wir das Schweizer Kulturgut in eine erfolgversprechende Zukunft führen dürfen», erklärt Flück. An einer nächtlichen Baustellenbesichtigung konnte Besuchern der geleistete Aufwand vorgeführt werden.

BRB-Direktor Simon Koller sagte: «Auf dem Weg einer nachhaltig gesicherten Zukunft der so vergangenheitsträchtigen und emotionsgeladenen Dampfzahnradbahn gelingt uns mit dem Bauabschluss eine Pionierleistung 2.0. Die Bahnanlage aus dem Jahr 1892 konnte mit wenigen Lücken auf ein Niveau gestellt werden, sodass wir nun sicher wieder für die nächsten 80 bis 100 Jahre Ruhe haben.»

Drei Phasen

Die in aufwendiger Nachtarbeit totalsanierten 3,17 Kilometer Bahntrassee wurde in drei Phasen gegliedert: Mittlesten–Oberstaffel mit 1204 Metern, Hohe Mauer–Rothorn Kulm mit 766 Metern und der Abschnitt Oberstaffel–Hohe Mauer, der 1200 Meter lang ist. Der Besucherandrang während des Tages sei von den Erneuerungsarbeiten nicht tangiert worden, teilt die BRB mit.

pd/hau

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