15-mal Huggler aus Brienz

Brienz

Die aktuelle Sonderausstellung im Museum für Holzbildhauerei widmet sich den Werken von Kaspar Huggler-Schild (1806–1846) sowie 14 direkten Nachfahren.

Albert Huggler-Flücks «Ochsengruppe aus Holz» ist eines von vielen Ausstellungsstücken im Museum für Holzbildhauerei Brienz.

Albert Huggler-Flücks «Ochsengruppe aus Holz» ist eines von vielen Ausstellungsstücken im Museum für Holzbildhauerei Brienz.

(Bild: Christoph Buchs)

In einem solchen Fall spricht man schnell einmal von einer «Dynastie»: Kaspar Huggler-Schild (geboren 1806), dessen Sohn Johann Huggler-Huggler (geboren 1834), dessen vier Söhne Peter, Albert, Hans und Viktor Huggler (geboren 1861 bis 1879), deren Nachkommen Arnold, Albert, Hans, Hermann und Max Huggler (geboren 1886 bis 1913) und die fünfte Generation mit ­Otto, Willi und Mathäus Huggler sowie Heinz Grossmann (geboren 1917 bis 1928): Nicht weniger als 15 Hugglers, alle aus Brienz, alle der Schnitzlerkunst mächtig.

Und doch ist der Begriff «Dynastie» eigentlich fehl am Platz, wie Kulturhistorikerin Franziska Nyffeneger feststellte, die an der Vernissage am Samstag die Laudatio hielt. «Dynastien stehen für böse Herrscher, für Männer in Machtpositionen.» Hugglers aus Brienz haben von ihren Vorfahren aber nicht das Zepter der Macht, sondern vielmehr das künstlerische Talent weitervererbt erhalten.

Hingegen stimmt es, dass sich die Sonderausstellung im Schweizer Museum für Holzbildhauerei ausschliesslich dem Werk von Männern widmet. «Dabei waren die Frauen im Leben von Hugglers immer wichtig», sagte Nyffenegger und erwähnte Albert Hugglers Ehefrau Margaretha Flück, die ihrem Gemahl neun Töchter und sieben Söhne geschenkt hatte.

Weit herumgereist

Die Sonderausstellung ist zu einem beträchtlichen Teil das Werk von Martin Mätzener. Er ist Ratsmitglied der Stiftung zur Sammlung und Ausstellung von Holzschnitzereien Brienz und reiste im vergangenen Jahr mit seinem Auto in der ganzen Schweiz umher für die Beschaffung der Ausstellungsstücke. «Meine Frau hat mich irgendwann mit Herrn Huggler angesprochen», sagte Mätzener schmunzelnd.

Die Arbeit trug Früchte. Hunderte von Leihgaben sind im Museum ausgestellt. Die heroischen Jägerfiguren des «Schnitzlerkönigs» Johann Huggler-Huggler, die hölzernen Tiere von Peter Huggler-Huggler, die schweizweit bekannten Krippenfiguren von Hans Huggler-Wyss, die Pferde von Mathäus Huggler-Studer und die überlebensgrossen Gipskunstwerke von Willy Huggler-Eggler, um nur einige zu nennen.

Die 15 Hugglers wurden übrigens allesamt in Brienz geboren (zwölf von ihnen besuchten hier die Schnitzlerschule), und sie blieben auch in Brienz, mit Ausnahme von Arnold Huggler-Guggenbühl, der in Paris und Zürich tätig war, jedoch als heimatverbundener Brienzer kaum einen «Brienzermärt» ausliess.

Musikalischer Schnitzler

Der Jodlerklub Brienz sang an der Vernissage vier Lieder aus der Feder – wie könnte es anders sein – eines Hugglers: Max Huggler-Bossli, der 2005 verstorbene Schnitzler der vierten Generation, war auch in der Volksmusik aktiv; für seine Jodellieder und Naturjutze zeichnete ihn eine Schallplattenfirma mit dem Goldenen Tell aus. Die Trophäe ist natürlich ebenfalls im Museum zu sehen. Eine Broschüre mit Illustrationen und Biografien, die an der Ausstellung aufliegt, wurde vom Brienzer Grafiker Lukas Huggler gefertigt, einem Urenkel von Albert Huggler-Flück.

Die Ausstellung im Museum für Holzbildhauerei Brienz dauert bis 28. Oktober.
www.museum-holzbildhauerei.ch

Berner Oberländer

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