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36'600 Fr. abgezweigt – verurteilt

Ein Mann wurde am Dienstag wegen Veruntreuung und Urkundenfälschung zu einer hohen bedingten Geldstrafe und zu einer Verbindungsbusse verurteilt.

Eine hohe bedingte Geldstrafe und eine Verbindungsbusse: Dieses Urteil wurde am Dienstag am Regionalgericht Oberland in Thun gesprochen.
Eine hohe bedingte Geldstrafe und eine Verbindungsbusse: Dieses Urteil wurde am Dienstag am Regionalgericht Oberland in Thun gesprochen.
Keystone

Einem 52-jährigen Schweizer aus der Region Thun legte die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, Veruntreuung und Urkundenfälschung zur Last.

Er war von einer Stockwerkeigentümergemeinschaft seit Januar 2012 beauftragt, deren Finanzen zu verwalten. Zu seinen Aufgaben gehörten das Führen der Buchhaltung und die Auslösung von Zahlungen für Kosten der ­Stockwerkeigentümer.

Er verfügte über eine Vollmacht für das ­Gemeinschaftskonto. Die Vollmacht ermöglichte dem Beschuldigten, ungerechtfertigte Bezüge zu tätigen. Mit 16 Überweisungen zweigte er total 36'600 Franken auf sein eigenes Konto oder auf die Konten der von ihm geführten zwei GmbH ab.

Das Geld soll er zur Deckung seiner Lebenshaltungskosten verwendet haben. Um einen Negativsaldo und da­mit die Entdeckung seiner Delikte zu verhindern, habe er 9'990 Franken wieder auf das besagte Konto zurück überwiesen. Die Stockwerkeigentümergemeinschaft machte als Privatklägerin einen Schadenersatz von 26'610 Franken geltend und forderte eine Genugtuung.

Enttäuschter Privatkläger

Neben der Veruntreuung wird dem Beschuldigten Urkundenfälschung vorgeworfen. Er habe die nicht gerechtfertigten Bezüge von 36'600 Franken in den zur Genehmigung vorgelegten Buchhaltungen 2013 bis 2015 nicht ausgewiesen, um sie zu verschleiern. «Die Anklageschrift ist korrekt», sagte der Beschuldigte am Dienstag bei der Einvernahme durch Gerichtspräsident Jürg Santschi.

«Wir sind vom Beschuldigten wahnsinnig enttäuscht», sagte der Vertreter der Privatklägerin. Die Stockwerkeigentümerschaft sei von ihm an der Nase herumgeführt und «verarscht» worden. Er erwarte einen Schuldspruch, glaube aber nicht, dass der Mann etwas aus dem Ganzen gelernt habe.

Beschuldigter geständig

«Mein Mandant hat die unrechtmässigen Bezüge von allem Anfang an zugegeben», sagte die amtliche Verteidigerin. Zudem habe er mit der ratenweise Rückzahlung des Geldes begonnen. In einem früheren einjährigen Strafvollzug habe er sich korrekt verhalten.

Zur Veruntreuung hielt sie nur einen Teilschuldspruch als gegeben. In Bezug auf die Urkundenfälschung beantragte sie einen Freispruch. Sie erachtete eine bedingte Geldstrafe von 120 Tagessätzen als angemessen.

Das Kollegialgericht in Dreierbesetzung stützte sich in Bezug auf die Straftatbestände weitgehend auf die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft. Es verurteilte den Mann zu einer bedingten Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu 80 Franken bei einer Probezeit von fünf Jahren und zu einer Verbindungsbusse von 4800 Franken. Zudem wurden ihm die Verfahrenskosten von 4600 Franken überbunden.

Die vom Obergericht 2015 ausgesprochene und aufgeschobene Teilfreiheitsstrafe von 24 Monaten hat er nicht abzusitzen. Er wird lediglich verwarnt und die Probezeit um ein Jahr verlängert. Die von der Privat­klägerin geforderte Genugtuung wurde abgewiesen.

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