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500 Tonnen Käse sollen im Munitionslager reifen

Die Langnauer Gourmino AG baut vier ehemalige Militärstollen in Kien zu einem Käsereifungslager aus. Mehrere Millionen Franken werden für die spätere ­Lagerung von bis zu 500 Tonnen Käse investiert.

Eine der geheimnisvollen getarnten Panzertüren in Kien, hinter denen ein Käsereifungslager entsteht.
Eine der geheimnisvollen getarnten Panzertüren in Kien, hinter denen ein Käsereifungslager entsteht.
Roland von Niederhäusern
Munitionslager Kien: Diese vier Stollen werden für die Käselagerung ­ um- und ausgebaut.
Munitionslager Kien: Diese vier Stollen werden für die Käselagerung ­ um- und ausgebaut.
Hans Rudolf Schneider
... im Käsekeller der Gourmino AG in Langnau. Ob es auch im Bunker Führungen geben wird?
... im Käsekeller der Gourmino AG in Langnau. Ob es auch im Bunker Führungen geben wird?
Thomas Peter
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Greyerzer und Emmentaler statt Granaten und Bomben: In Kien werden vier ehemalige Lagerstollen für Munition zu einem Käsereifungslager ausgebaut. Die in Langnau beheimatete Käsehandelsfirma Gourmino AG ergänzt so ihre Lager, da am Hauptsitz in absehbarer Zeit gemietete Lagerfläche verloren geht, wie Roland Sahli von der Gourmino sagt. Die Umnutzung ermögliche es, Käse von primär eigenen Dorfkäse­reien unter idealen klimatischen Bedingungen ausreifen zu lassen.

Der Spatenstich zum Ausbau der Militäranlage hat gestern stattgefunden. Die vier Munitionsstollen werden nun mit einem Querstollen verbunden, anschliessend erfolgt die Installation von Böden, Klimaanlage und Lagergestellen. Der nicht eben billige Querstollen wird in nächster Zeit aus dem Fels gesprengt. Er dient der Verschiebung der Lagerroboter und der Käselaibe zwischen den Kavernen unter hygienisch idealen Bedingungen sowie als Fluchtweg.

Die Inbetriebnahme des neuen Reifungslagers ist für April 2017 vorgesehen. «Aufgrund des heutigen Betriebskonzeptes geht Gourmino davon aus, dass einzelne zusätzliche Stellen geschaffen werden können», heisst es in der Medienmitteilung.

Eine Millionen-Investition

Die Gourmino AG hat die Lagerhäuser Kien AG übernommen, die vom Frutiger Rudolf Rubin für den Kauf der Anlage gegründet worden ist. Er bleibt im Verwaltungsrat und macht die Bauführung. Die Übernahme der in den 1950er-Jahren gebauten und heute vom Militär aufgegeben Munitionsstollen kostete rund eine Million Franken. Mehrere Millionen werden nun in den Ausbau investiert, regionale Firmen sollen von diesem Projekt profitieren.

Die Käsehandelsfirma selber besteht seit 2001 und ist im Besitz von einem guten Dutzend Käsern vornehmlich aus dem Raum Emmental und Bodensee. Diese betreiben Familien- und Dorfkäsereien, verarbeiten Milch von lokalen Bauern. Die Kompetenz der Gourmino ist die Pflege und Reifung von Käse –­ Emmentaler AOP, Le Gruyère AOP sowie einige Käsespezialitäten –, welche sie in rund dreissig Ländern vertreibt.

Nach der Mindestreifedauer in der Dorfkäserei kommen die Käse in die Keller oder bald eben den neuen Bunker, wo sie bis zu 24 Monate weitergepflegt werden und ausreifen können. Das Reifungslager am Bifängliweg rechts der Kiene ist auf eine Menge von 400 bis 500 Tonnen Käse ausgelegt.

Die Stollen in Reichenbach dienen zukünftig als externes Lager für die Affinage (Pflege und Reifung) von Hart- und Halbhartkäse. Ein Teil der Fläche werde weitervermietet, teilt die neue Besitzerfirma mit. «Der Hauptstandort für die Affinage und als Logistikdrehscheibe bleibt aber Langnau, wodurch eine zusätz­liche Verkehrsbelastung in Reichenbach weitmöglichst vermieden wird.»

Zu dem grossen Munitionslager in Kien gehören noch zwei weitere Lagerstollen, die von ihren Eigentümern ebenfalls als Lager genutzt werden.

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