650-Jahr-Jubiläum gefeiert

Hofstetten

Das ganze Dorf feierte im Beisein von zahlreichen Gästen aus der Politik und den Nachbargemeinden sein 650-jähriges Bestehen mit einem Volksfest.

Gemeindepräsident Erich Sterchi hält die Festrede – im Hintergrund macht sich der Schülerchor bereit.

Gemeindepräsident Erich Sterchi hält die Festrede – im Hintergrund macht sich der Schülerchor bereit.

(Bild: Beat Jordi)

Gemeindepräsident Erich Sterchi zeichnete am Stamstag in seiner Festansprache den langen Weg des Ortes Hofstetten – 1368 als Reichslehen Bestandteil der Herrschaft Ringgenberg – bis zur heutigen, eigenständigen Gemeinde fragmentarisch nach. Viel Unbill durch Unwetter, Wildbäche oder Kartoffelfäule mussten die armen Bauern und Schnitzler über die Jahrhunderte durchstehen. «Die Hofstetter haben in zäher Handarbeit der Natur den Flecken Erde abgerungen und stets für ihre Eigenständigkeit gekämpft», unterstrich Grossrat Ueli Abplanalp in seinem Grusswort mit einem Seitenhieb gegen die Zentralisierungsbestrebungen von Bund und Kanton.

Notenpresse reaktiviert

Dass der Gemeinderat von Hofstetten in grösster Not anno 1933, als die versprochenen Gelder von Bern ausblieben, zu kreativen Mitteln griff und eine eigene Währung als Zahlungsmittel in Umlauf brachte, belegt den Mut zur Eigenständigkeit noch heute. Aufs Jubiläum hin wurde der alte Handtiegel wieder hervorgeholt: Die Festbesucher erhielten einen druckfrischen Gutschein der Gemeinde zum «Bezug von Lebensfreude». Mit Blick in die Zukunft bekräftigte Sterchi den Willen zur Weiterentwicklung und zur Eigenständigkeit der Gemeinde und bedankte sich bei den en­gagierten Hofstetterinnen und Hofstettern für ihr Wirken zum Wohle der Gemeinschaft.

Die Schülerinnen und Schüler der Schule Brienzwiler-Hofstetten-Schwanden hatten zur Feier des Tages den Trauffer-Song «Heitere Fahne» eingeübt und vorgetragen. Worte wie geschaffen für das Jubiläum der Gemeinde: «S get ke Ort uf dr Wält woni lieber möcht si – hie beni gebore und da ghöri he.» Oder: «I däm Ort woni wohne get me nanger no d Hand – o abgmacht esch abgmacht und e Handschlag dä ­zeut.» Sterchi ermunterte seine Gemeindebürger, die Worte ihres lokalen Alpentainers im Herzen zu tragen.

Glückwunsch und Bank

Die Glückwünsche der Regierung überbrachte Regierungsrätin Christine Häsler. Sie rühmte den Zusammenhalt und die Solidarität als tragende Elemente einer Gemeinde, die im Einklang mit einer guten Verwaltung auf allen Stufen eine gesunde Entwicklung möglich mache. Auf die Frage der Gemeindefusionen angesprochen, nannte sie Weitsicht, Freiwilligkeit und Selbstständigkeit als wichtige Voraussetzungen. Die Gemeindepräsidenten der oberen Brienzerseegemeinden und des Haslitals überbrachten eine geschnitzte Sitzbank, «zum Ausruhen und Nachdenken an einem schönen Platz», wie der Brienzer Gemeinderatspräsident Peter Zumbrunn schmunzelnd sagte.

Von Peter Stähli, Gsteigwiler, erhielten die Hofstetter eine Fahne mit dem Gemeindewappen geschenkt; sie hing an der Expo 1964 auf dem Festgelände in Lausanne. Als Dankeschön überreichte Erich Sterchi allen Gratulanten eine Trauffer-Kuh.

Berner Zeitung

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