80 Millionen für Werkstätten

Spiez

Die BLS AG richtet an ihrem Oberländer Bahnknotenpunkt ganz gross an: Die Werkstätten werden bis Ende 2019 für 80 Millionen Franken modernisiert. Richtig los geht es Anfang 2018.

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Seit über hundert Jahren sind die BLS und Spiez miteinander verbunden, wusste Gemeindepräsidentin Jolanda Brunner zu berichten. «Seit dem 31. März 1911 und dem Durchbruch des Scheiteltunnels am Lötschberg», kannte und nannte Peter Fankhauser, der Leiter Bahnproduktion beim Berner Bahnunternehmen, das exakte Datum.

In der Instandhaltungshalle der Werkstätten Spiez war am späten Dienstagnachmittag aber weniger die Vergangenheit als vielmehr die Zukunft das vorherrschende Thema.

Die BLS-Verantwortlichen hatten Anwohner, Behördenvertreter sowie Mitarbeiter zum symbolischen Spatenstich eingeladen. Geschätzte 50 Interessierte verfolgten schliesslich, wie CEO Bernard Guillelmon, Peter Fankhauser und Jolanda Brunner zur Tat schritten und entschlossen zur Schaufel griffen.

Dem Sanierungsbedarf der bis zu hundertjährigen Gebäude, der akuten Platznot sowie der 3-Standort-Strategie für die Instandhaltung ist geschuldet, dass in Spiez bis Ende 2019 ganze 80 Millionen Franken verbaut werden.

Ab Anfang 2018 gilt es ernst

Im September bereits erhielt die BLS die Baubewilligung für den Um- und Ausbau der örtlichen Werkstätten vom Bundesamt für Verkehr. Wie Gesamtprojektleiter Thomas Hempel ausführte, beginnen die eigentlichen Bauarbeiten Anfang 2018. «Vom 8. Januar bis Ende April dauern die Abbrucharbeiten, die für mehr LKW-Verkehr sorgen dürften.»

Jolanda Brunner, die gleich von vier Gemeinderatsmistgliedern begleitet wurde, sagte, man sei bestrebt, «zu einem reibungslosen Baustellenverkehr beizutragen». Erste Arbeiten laufen derzeit bereits am bahnhofseitigen Gebäude an der Krattigstrasse, wo einst das ausgebaute Berufsbildungszentrum Login einziehen wird (siehe Kasten).

Zwei Berner Oberländer Büros – L2A Lengacher Althaus Inter­laken und Brügger Architekten Thun – planen den Um- und Ausbau. Gemäss BLS-Angaben werden die teils verschachtelten Werkstattliegenschaften durch zwei lange Hallen ersetzt. Zudem wird die Waschanlage erneuert und die beiden Bürogebäude renoviert.

Die längeren Hallen bieten Platz für die Instandhaltung der 105 Meter langen Züge. Wie Thomas Hempel sagte, wird die neue Halle einst 125 Meter messen. Die zweite gegen den Bahnhof hin wird entgegen früheren Angaben nicht neu gebaut, sondern saniert. Peter Fankhauser begründete diesen Richtungswechsel mit «massiv höheren Kosten» bei einem Neubau.

Für den Umbau der Werkstätten ist kein zusätzlicher Land­bedarf nötig. Während der Modernisierung bleiben die Werkstätten mit Einschränkungen in Betrieb. Und: Keinen Einfluss sollen die Arbeiten auf den Bahnverkehr haben, betonte Peter Fankhauser.

Einsprachen wegen Lärm

Das BLS-Geschäftsleitungsmitglied meinte auf die entsprechende Frage, dass gegen die Umbaupläne zwei Einsprachen geführt worden seien. Von Anwohnern, die Lärmimmissionen befürchteten. «Die Einsprachen konnten bereinigt werden, indem mit den Anwohnern Lärmschutzwände und Kostenbeteiligungen definiert wurden.» Keine Nachteile würden sich für die Anstösser bezüglich der Seesicht ergeben.

«Wäre das anders gewesen, hätte es kaum eine so geringe Anzahl Einsprachen gegeben», sagte Peter Fankhauser. Und obwohl er versprach, dass man «möglichst anwohnerverträglich» bauen wolle, sagte er klar, dass es Immissionen geben werde. «Wir danken den Anwohnern für ihre Geduld und auch dafür, dass sie mal ein Auge zudrücken, wenn es etwas staubig wird...»