Bönigen

BLS-Werkstätte fürs Schwere

Bönigen Die BLS AG konzentriert die schwere Instandhaltung ihres Rollmaterials in Bönigen. Sie stellte der Bevölkerung vor, was dort bis 2025 für hundert Millionen Franken gebaut werden soll.

Die Visualisierung zeigt das neue Technikgebäude der BLS, das in Bönigen gebaut werden soll. Bild: PD

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die BLS lud am Mittwoch die Anwohner der Werkstätte Bönigen zur Orientierung über ihre Bauvorhaben ein. Gemeindepräsident Herbert Seiler freute sich für seine Gemeinde, dass die BLS in Bönigen bleibt. Sie sei die drittgrösste Arbeitgeberin auf dem Bödeli, stellte Peter Fankhauser, Leiter Bahnproduktion BLS, in seiner Begrüssung fest.

Das Berner Bahnunternehmen fährt jetzt für den Unterhalt seines Rollmaterials definitiv eine 3-Standort-Strategie. Nicht ganz freiwillig: Eine Konzentration auf einen neuen Standort in Berns Westen erwies sich als kaum realisierbar.

Im Bahnhof Spiez und an einem neuen Standort in Bern (die Aebimatt wird für den Ausbau des Bahnhofs Bern gebraucht) wird künftig die sogenannte leichte Instandhaltung inklusive Reinigung durchgeführt. Bönigen wird der einzige Standort für die schwere Instandhaltung. «Dies bedeutet Revisionen, Reparaturen und Refitting des Rollmaterials», sagte Armin Lederer, Leiter «Schwere Instandhaltung».

Wenig Emissionen

Bönigen bot sich dafür an, weil die Erweiterung des Areals möglich ist. Es sollen westlich der bisherigen Anlage 2,6 Hektar Landwirtschaftland eingezont werden. Der regionale Richtplan muss entsprechend geändert werden. Die Gespräche mit der Burgergemeinde Bönigen als Landbesitzerin laufen.

Für die leichte Instandhaltung ist der Standort nicht geeignet, denn er ist weit weg von den S-Bahn-Strecken der BLS, und das Schienennetz ins Oberland ist sehr dicht belegt. Die schwere Installation bedeutet, das ging aus Antworten auf Fragen von Anwesenden hervor, wenig Zugverkehr und sehr selten Nacht- oder Sonntagsarbeit. Als grösstes Bauwerk soll eine 3700 Quadratmeter grosse Halle für 105-Meter-Zugkompositionen mit neuen Zufahrtsgleisen gebaut werden.

Der Halle steht die Garage der Grindelwald Bus AG im Moos im Weg. Sie wird abgerissen und ersetzt. Inklusive dieser Garage plant die BLS ­sieben Neubauten, darunter ein Verwaltungs-, ein Technik- und ein Malereigebäude. Die Kosten belaufen sich auf rund hundert Millionen Franken.

Leuchtende Halle

Bereits gebaut sind eine Montage- und eine Drehgestellhalle, die durch helle Fassaden und helle Riesensatteldächer auffallen. Zuerst waren nur provisorische Bauten geplant, um Engpässe während des Werkstattumbaus in Spiez zu vermeiden. Jetzt sind sie ins neue Werkstättenkonzept integriert. Dass die Lüftung der Drehgestellhalle manchmal laut sei, sagte Lederer, sei auf «Kinderkrankheiten» des Neubaus zurückzuführen.

Ebenso werde das Lichtmanagement noch überdacht. Wegen des Baustoffs Polycarbonat leuchtet die Halle manchmal nachts. Peter Fankhauser versteht, dass Anwohnern, denen die künftigen Anlagen den Blick auf den Abendberg verbauen, die Anordnung der Gebäude ändern möchten.

Aktuell sucht die BLS einen Generalplaner. Im Terminplan steht die Sanierung der Schiebebühne an erster Stelle, denn das Terrain senkt sich ab. 2025 soll die Werkstätte Bönigen bereit für die Zukunft der BLS sein, auf deren Netz jährlich 60 Millionen Bahnpassagiere unterwegs sind. Die Tendenz ist vor allem im S-Bahn-Netz ­steigend. (Berner Oberländer)

Erstellt: 13.09.2018, 19:21 Uhr

Artikel zum Thema

100 Millionen Franken für eine modernere Werkstätte

Bönigen Die BLS konzentriert die sogenannt schwere Instandhaltung ihrer Züge und Lokomotiven in Bönigen. Bis 2025 investiert das Bahnunternehmen dafür 100 Millionen Franken. Mehr...

80 Millionen für Werkstätten

Spiez Die BLS AG richtet an ihrem Oberländer Bahnknotenpunkt ganz gross an: Die Werkstätten werden bis Ende 2019 für 80 Millionen Franken modernisiert. Richtig los geht es Anfang 2018. Mehr...

Neue Hallen vorläufig noch auf Zeit

Bönigen Die BLS AG baut neue Hallen. Es besteht eine gewisse Hoffnung, dass sie ihre Absicht von 2013 überdenkt, nur noch in Bern und in Spiez eine Werkstatt zu betreiben. Mehr...

Abo

Immer die Region zuerst. Im Digital-Light- Abo.

Den Berner Oberländer digital im Web oder auf dem Smartphone nutzen. Für nur CHF 17.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Sweet Home So richten Sie geschickter ein

Tingler Neuer Name, neues Glück

Die Welt in Bildern

Volle Lippen: Indische Künstler verkleiden sich während des Dussehra Fests in Bhopal als Gottheit Hanuman. (19.Oktober 2018)
(Bild: Sanjeev Gupta/EPA) Mehr...