Brienzwiler

Ballenberg: Restaurant nur noch für Gruppen geöffnet

BrienzwilerDas Restaurant Wilerhorn beim Osteingang des Freilichtmuseums Ballenberg ist nur noch für Gruppen und nur auf Vorreservation geöffnet. Die neue Regelung sorgt für Kritik.

Hinweistafel vor verschlossener Tür des Restaurants Wilerhorn beim Osteingang des Museums.

Hinweistafel vor verschlossener Tür des Restaurants Wilerhorn beim Osteingang des Museums. Bild: Hans Urfer

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«Bitte bedienen Sie sich an unserem Bistro», ist seit dieser Museumssaison auf der Tafel vor dem verschlossenen Eingang des Restaurants Wilerhorn zu lesen. Dass bei schönstem Sommerwetter vor dem Osteingang des Freilichtmuseums Ballenberg das 220 Plätze umfassende Restaurant nur für Gruppe ab 20 Personen und nur auf deren Vorreservation geöffnet wird, stört Leser Oskar Landolt aus Brienz.

«Nach mehrmaligen Versuchen, einen Apéro im Restaurant Wilerhorn zu geniessen, bin ich gescheitert», sagt Landolt dieser Zeitung. Auf Nachfrage hin ergänzt Landolt, dass er und sicher auch viele andere Einheimische touristische Einrichtungen wie beispielsweise das Skigebiet Axalp, die Rothornbahn und die Dampfbahn Ballenberg sowie auch das Freilichtmuseum unterstützen. «Dass das Restaurant nun geschlossen bleibt, ist sicher kein positives Zeichen, auch nicht für die Besucherzahl des Museums.»

«Grosse Herausforderungen»

«Dass diese Massnahme auf den ersten Blick auf Unverständnis stösst, kann ich nachvollziehen», sagt Peter Flück, VR-Präsident der Ballenberg-Restaurations AG. Als Eigentümer und Verpächter der Museumsgastronomie führen betriebswirtschaf­t­liche Gründe zu dieser Massnahme.

In einer schriftlichen Stellungnahme weist Flück zudem im Namen der AG darauf hin, dass das Wilerhorn die Betreiber «seit jeher vor grosse Herausforderungen stellt». Denn wegen der Lage ausserhalb des Museumsgeländes würden die Besucher den Gasthof nicht besonders schätzen. Sie wollen während des Museumsbesuches im Gelände einkehren.

«Hinzu kommt der Mangel an Fachkräften, denn es ist immer schwieriger, für unsere Betriebe gut ausgebildetes Personal rekrutieren zu können.»Peter Flück, VR-Präsident
Ballenberg-Restaurations AG

Im Laufe der Jahre habe sich zudem auch die Belegung durch Gruppengäste rückläufig entwickelt, «und das Restaurant konnte sich weder als ‹Dorfbeiz› noch als Raststätte für die über den Brünig Reisenden etablieren».

Bistro und Selbstbedienung

Aufgrund der veränderten Gästebedürfnisse, des Wandels im Konsumverhalten und des Besucherrückgangs haben sich die Verantwortlichen auf die laufende Saison hin entschlossen, im Gasthof Wilerhorn ausschliesslich Gruppen ab 20 Personen, die reserviert haben, zu bedienen. Für die Tagesgäste werden im Bistro- und Selbstbedienungsbetrieb Getränke und kleinere Speisen angeboten.

Der Aussenstand ist bei jedem Wetter von 9 bis 18 Uhr geöffnet. An den Spieldaten des Landschaftstheaters ist das Wilerhorn ab 17 Uhr mit einem A-la-carte-Angebot geöffnet.

Schliessung kein Thema

Dass angesichts der vielfältigen Verpflegungsmöglichkeiten mit insgesamt vier Gaststätten und dem Knie-Imbisswagen ein Überangebot besteht, stellt der VR-Präsident der Ballenberg-Restaurations AG in Abrede. «Alle Einkehrmöglichkeiten werden von unseren Besuchern geschätzt und sind auch mehrheitlich gut frequentiert, die Schliessung eines einzelnen Betriebes ist deshalb zurzeit kein Thema», sagt Flück.

Und fügt hinzu: «Nebst der vorgängig erwähnten Betriebswirtschaftlichkeit kommt noch der Mangel an Fachkräften hinzu, denn es ist immer schwieriger, für unsere Betriebe gut ausgebildetes Personal rekrutieren zu können, was im Übrigen auch andere Gastronomiebetriebe beklagen.»

Ferner weist Flück darauf hin, dass die Ballenberg-Restaurations AG keine öffentlichen Gelder erhält.

Ein Pächter für alle Betriebe

Pächter der Ballenberger-Gastronomiebetriebe (Gasthof Degen, Restaurant Alter Bären, Restaurant Wilerhorn, Osteria Novazzano, Imbiss-Zirkuswagen und Laden-/Produktionsbetrieb «Hausgemachtes») ist die Schöpfer Gastronomie AG mit Hauptsitz in Emmen.

Diese bezahlt den Pachtzins an die Restaurations-AG, wobei Letztere laut Flück auch am Gesamtumsatz beteiligt ist. Dass die Museumsbesucher über die Hintergründe der Wilerhorn-Schliessung weder per Website noch vor Ort ins Bild gesetzt würden, sei ein Fehler gewesen, sagt Flück: «Dies werden wir in der kommenden Saison besser lösen.» (Berner Oberländer)

Erstellt: 15.08.2018, 06:16 Uhr

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