Zweisimmen

«Das Bild gehört dem Kind»

ZweisimmenDie Zürcher Künstlerin Regula Kuster malt seit ihrem 15. Lebensjahr. Sie hat dem ersten Kind, das im Geburtshaus Maternité Alpine in Zweisimmen zur Welt gekommen ist, ein Bild geschenkt.

Die Künstlerin Regula Kuster bezeichnet ihre Malerei als «Cheer Art». Sie bezeichnet St. Stephan als ihre Wahlheimat.

Die Künstlerin Regula Kuster bezeichnet ihre Malerei als «Cheer Art». Sie bezeichnet St. Stephan als ihre Wahlheimat. Bild: ksm-fotografie

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Auf den ersten Blick mutet Regula Kusters Kunst kindlich an, beinahe etwas naiv. In satten, leuchtenden Farben malt sie Tierfiguren, Bäume, Steine, Wasser, menschliche Gesichter und Häuser. Flächig, konturlos, zweidimensional und in einfachen Formen. «Ich habe Freude an ganz einfachen Sachen», sagt sie.

Erst auf den zweiten Blick erkennt man die unglaubliche Tiefe in ihren farbenfrohen Bildern, deren komplexe Ganzheit nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist.«Cheer Art» nennt sie ihre Kunst. «Cheer» bedeutet fröhlich in Englisch. Das ist farbenfrohe, kecke Kunst, das sind Tagträume, die verzücken. «Es ist Kunst für alle in jedem Alter», ist Kuster überzeugt.

Welt voller Farben

«Die Welt ist voller Farben, das hat mich schon als 14-Jährige fasziniert», erzählt Kuster, die in ihrem 15. Lebensjahr mit Malen angefangen hat. «Die Freude an den Farben veranlasste mich, Pinsel, Farben und Papier zu beschaffen», erinnert sich die Künstlerin, die seit 31 Jahren hauptberuflich als Kindergärtnerin arbeitet.

Sie sei zusammen mit Tieren aufgewachsen, und Tiere begleiteten sie bis heute. Die gebürtige Stadtzürcherin lebt im Tösstal im Zürcher Oberland und arbeitet in Brüttisellen. «Jeden Freitag, nach Kindergartenschluss, nehme ich schnellstmöglich den Zug in Richtung St. Stephan, wo ich ein kleines Alphaus gemietet habe», erzählt sie.

«Das ist ­meine Wunschheimat!» Kuster verbringt ihre Freizeit in St. Stephan und sie hat 2015 am Künstlertreffen in Oberwil ­teilgenommen. Regula Kuster schätzt aber nicht nur die wunderschöne Obersimmentaler Natur, sondern sie bewundert auch die Arbeit der Frauen, die das Geburtshaus Maternité ­Alpine auf die Beine gestellt haben. «Das hat mich sehr beeindruckt», sagt sie.

Bild für das Baby

Weil sie das Geburtshaus in Zweisimmen eine so gute Sache findet, kam Kuster auf die Idee, dem ersten Kind, das dort das Licht der Welt erblickt, ein Bild zu schenken. Am 7. Januar war es so weit: Anna Theresa Zettler aus Gstaad kam zur Welt und ist heute stolze Besitzerin eines originalen Kuster-Bildes. «Dieses Bild gehört ganz allein dem Kind», sagt Kuster.

Anna Theresa könne das Bild von ihren ersten Tagen an immer anschauen, mit ihm gross werden. Was immer auch kommen möge im Leben dieses Mädchens, das Bild soll es immer an seine ersten Tage erinnern. Trost spenden, wenn es Trost brauche, und es mit Freude erfüllen, wenn es glücklich ist. «Das ist etwas, das man diesem Kind nicht mehr nehmen kann. Dieses Bild ist etwas, das bleibt», ist Kuster überzeugt.

Wirkung ändert sich

Wenn man Regula Kusters Bilder anschaut, wird klar, was sie damit meint. Je nach Stimmung des Betrachters ändert sich die gefühlte Wirkung ihrer Bilder. Mal wirken die Tierfiguren und Baumgesichter auf den Bildern traurig, dann wieder fröhlich. Kusters Kunst ist vielschichtig, komplex und höchst anspruchsvoll in der ganzen Einfachheit ihrer ersten Erscheinung. (Berner Oberländer)

Erstellt: 18.04.2017, 16:35 Uhr

Maternité Alpine

Das Geburtshaus Maternité ­Alpine hat am 1. Januar 2017 den Betrieb aufgenommen. Bisher wurden 13 Babys dort geboren. Die Geburtenzahlen entsprechen den Erwartungen der Betreiberinnen. Deutlich über den Erwartungen liegt die Anzahl der ambulanten Vorsorgeuntersuchungen und Wochenbettbesuche.

Ausserdem ist das Geburtshaus Anlaufstelle für alle geburtshilflichen Fragen und Probleme von anderen Frauen oder Feriengästen in der Region. Am 20. Mai findet ein Eröffnungsfest im Geburtshaus statt.

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