Die Bibliothek ziehts zur Aula

Interlaken

Die Gemeinde Interlaken hat begonnen, die Zukunft der sanierungsbedürftigen Aula der Schulanlage Alpenstrasse zu planen. Einbezogen wird unter anderem die Bödeli-Bibliothek, die dringend neue Räume sucht.

Blick auf die Aula Schulanlage Alpenstrasse in Interlaken. Dorthin möchte die Bödeli-Bibliothek hinziehen.

(Bild: Sibylle Hunziker)

Schon seit Jahren platzt die Bödeli-Bibliothek Interlaken (BBI) aus allen Nähten, und auf das laufende Jahr hin hat sie unter anderem wegen des Platzmangels auch den Status als Regionalbibliothek verloren und erhält deshalb keine Kantonsbeiträge mehr. Die Rolle als kultureller Treffpunkt, die auch zu einer Regionalbibliothek gehört, hat die BBI aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten weitergeführt. So hat sie mit anderen Institutionen und interessierten Personen Anfang dieses Jahres das Projekt «Gemeinsam unter einem Dach» ins Leben gerufen, das auch eine breitere und flexiblere Raum­suche auslöste. Nun besteht die Aussicht, dass die Bibliothek künftig in die erneuerte Aula der Schulanlage Alpenstrasse ziehen könnte, wie das Projektteam in einem Rundbrief mitteilte.

Synergien gesucht

«Wir stehen erst ganz am Anfang der Planung», erklärt Gemeinderätin Sabina Stör auf Anfrage. Klar ist, dass die Aula an der Alpenstrasse, die aus den frühen 1960er-Jahren stammt, erneuert werden muss und auch in Zukunft in erster Linie der Schule dient. Deswegen wird das Projekt auch ressortübergreifend von Bau- und Bildungsabteilung geplant.

«Im Moment sind wir daran, die Grundlagen zu erarbeiten», sagt Bauvorsteherin Stör. Dazu gehören bauliche und finanzielle Fragen ebenso wie Abklärungen zu Anforderungen der Nutzer und möglichen Synergien. So hat die Gemeinde unter anderem mit dem Vereinskonvent Kontakt, dessen Mitglieder die Aula schon bisher zum Beispiel für Vorträge und Konzerte nutzen. Und sie führt Gespräche mit der Bödeli-Bibliothek und der Ludothek, die ebenfalls Räume sucht.

«Ziel ist ein Projekt, das Chancen eröffnet, aber auch umsetzbar ist», sagt Sabina Stör. Denn der politische Weg ist noch weit, und bevor die Gemeinde bauen oder zumindest sanieren kann, müssen vom Gemeindeparlament und von den Stimmbürgern Kredite genehmigt werden.

BBI wird bereit sein

Die Bödeli-Bibliothek ihrerseits möchte 2021 wieder Regionalbibliothek werden, damit sie bei den Bödeli-Gemeinden, die den Ausfall der Kantonsbeiträge bis zu jenem Jahr kompensieren, nicht noch einmal Überbrückungskredite beantragen muss. «Es ist möglich, dass die neuen Räume auf Januar 2021 noch nicht fertiggestellt sind», sagt Martina Josi vom Projektteam. Aber viele der nicht vom Raum abhängigen Kriterien für Regionalbibliotheken erfülle die BBI bereits, und bis 2021 sollen es die wesentlichen sein. Der Umzug könne dann noch ein wenig warten. «Wichtig scheint uns, dass neue Räume in Aussicht sind und dass wir transparent mit Kanton und Regionalkonferenz kommunizieren.»

Ein «buntes Haus» mit kul­turellen und gewerblichen Nutzungen, wie es an der Netz­werkveranstaltung des Projekts «Gemeinsam unter einem Dach» angedacht worden ist, sei in der Aula sicher nicht möglich. «Aber zusammen mit der Ludothek setzen wir uns für ein Café und einen Spielbereich ein. Und wenn wir die für eine Regionalbibliothek notwendige Fläche erhalten, ergibt das zusammen mit der Aula vielfältige Nutzungsmöglichkeiten», sagt Josi.

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