Grindelwald

Die alpine Baustelle läuft auf Hochtouren

GrindelwaldZehn Kräne, Dutzende von Raupenbaggern und über hundert Bauarbeiter zieren das Bild im Bereich Grindelwald Grund-Eigergletscher-Männlichen, wo das V-Bahn-Projekt entsteht.

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Es ist eine staubige Angelegenheit: Auf der Baustelle für die künftige Bergstation des Eiger­expresses hinter der Schreinerei-Bar am Eigergletscher sind ein rundes Dutzend Männer dabei, den Installationsplatz neben dem Rotstockfelsen auszuebnen. Mit einer Monsterlafette werden 6 Meter tiefe und 76 Millimeter dicke Bohrlöcher in den Fels gebohrt.

«Da entstehen Anker für Felssicherungen. Gleichzeitig bereiten wir die Installationsplätze vor, denn nächstes Jahr haben wir hier oben für die insgesamt rund 10 000 benötigten Kubikmeter an Beton eine eigene Betonproduktion», erklärt Dominik Liener.

Der Gesamtprojektleiter für den Bau der V-Bahn, quasi Dompteur über hundert Bauplaner, Ingenieure und Baumeister, macht einen durchaus entspannten Eindruck: «Nach den ersten sieben Bauwochen liegen wir grundsätzlich gut im Zeitplan. Die zwei Wochen Verzögerung für den Spatenstich werden wir dank des prächtigen Sommerwetters noch aufholen können.»

Der 51-jährige Bauingenieur ist sich jedoch bewusst, dass ein früher Wintereinbruch im Herbst den Zeitplan für den Eigerexpress durcheinanderbringen würde. «Wir sollten unbedingt vor diesem ersten Wintereinbruch sechs Stützenfundamente fertig haben und die untersten vier Zwischenstützen errichten. Ich denke, bis November sollten wir dies schaffen.» Für jedes dieser Fundamente werden 300 Kubikmeter Beton benötigt: «Wir verbauen mit jedem Fundament umgerechnet ungefähr ein Einfamilienhaus», so Liener.

Schneehühner haben Vorrang

Die siebte und letzte Zwischenstütze des Eigerexpresses, die dereinst auf dem Grat der sogenannten Wart zu stehen kommt und nach zähen Verhandlungen mit Einsprechern nun bekanntlich statt 35 Meter nur 29,5 Meter hoch werden soll, wird erst im August des nächsten Jahres erstellt. «Hier haben wir vom Naturschutz eine Auflage zum Schutz der Schneehühner, die wir einhalten müssen», sagt Liener.

Während des Winters steht die Baustelle am Eigergletscher für drei Monate weitgehend still. «Während der übrigen Zeit werden wir den Verkehr Skifahrer der Nordwand-Sesselbahn gut neben dem Bauplatz vorbeiführen können», sagt Liener.

Auch können während des Winters logistikarbeiten durchgeführt werden; zu diesem Zweck werden an der Salzegg extra zwei grosse temporäre Lagerhallen gebaut. Auch wird ab Herbst eine Materialseilbahn mit einer Nutzlast von sechs Tonnen von der Salzegg zum Eigergletscher führen.

2000 Kubik Fels müssen weg

Auch an der Ende 2019 zu eröffnenden Gondelbahn Grindelwald-Männlichen (GGM) wird ­gearbeitet. Hier stiessen die Verantwortlichen im Holenstein unerwartet auf rund 2000 Kubik­meter Felsgestein, die mit Sprengungen und Abbau entfernt werden müssen. Der Bau der 34 Stüt­zenfundamente für die neue GGM ist laut Liener verhältnismässig einfach: «Mit der asphaltierten Bergstrasse haben wir praktisch die gesamte Bahnlinie gut erschlossen.» (Berner Oberländer)

Erstellt: 04.08.2018, 09:46 Uhr

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