Lenk

Ein Defizit und ein umstrittenes Projekt

LenkHohe Investitionen und ein Defizit von 99'600 Franken bei gleich bleibender Steueranlage von 1,94 Einheiten. Erstmals orientierte die Gemeinde über die geplante ­Tourismusorganisation Talk.

Ehre, wem Ehre gebührt: Die von der Gemeinde ausgezeichneten Lenkerinnen und Lenker. In der Bildmitte Vizepräsident René Müller.

Ehre, wem Ehre gebührt: Die von der Gemeinde ausgezeichneten Lenkerinnen und Lenker. In der Bildmitte Vizepräsident René Müller. Bild: Walter Zeller

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Die Gemeindeversammlung am «Chlouseabe» war recht gut besucht. Von 1683 Stimmberechtigten haben 175 (10,4%) den Weg in die Mehrzweckhalle gefunden. Erstmals stand neben den ordentlichen Traktanden eine vom Souverän verlangte Orientierung über die geplante Tourismusorganisation Talk auf der Traktandenliste.

Das Budget 2017 wurde nach dem neuen Rechnungslegungsmodell HRM2 erstellt. Das Budget sieht trotz leicht steigendem Steuerertrag (13,923 Millionen) ein Defizit von 99'600 Franken vor. Das sei bei einem Eigenkapital von 2,6 Millionen Franken durchaus vertretbar, meinte der Finanzchef Roland Abbühl.

Auch wenn die relativ hohen Investitionen (5,2 Millionen) und die vorgeschriebenen Abschreibungen (0,685 Millionen) das Budget belasten würden, ­könne man den Steuerfuss bei 1,94 Einheiten belassen. Die Versammlung hat das Budget 2017 mit 165 Ja bei 2 Enthaltungen gutgeheissen.

Erwähnenswert im Finanzplan 2017 bis 2021 sind die vorgesehenen Alterswohnungen (5 Millionen), die Investitionen im Strassenbau (2,9 Millionen), die TEC-Sanierung (3,3 Millionen), die Erneuerung der Gemeindeverwaltung (3,5 Millionen) und die Sanierung Erlebnisbad Wallbach (3 Millionen).

Wegen des konjunkturbedingten Rückgangs der Steuereinnahmen und der relativ hohen Investitionen sei mit einer Verknappung der Finanzen Anfang der 20er-Jahre zu rechnen. Man werde um Sparübungen nicht herumkommen, meinte der Finanzchef.

Talk-Scheitern «hat Folgen»

Der Präsident des Verwaltungsrates der Lenk-Simmental Tourismus AG, Roland Berger, ­orientierte über den Stand der Arbeiten im Projekt Destinationsverdichtung im Raum Berner-Oberland-Mitte. Er wies darauf hin, dass der Tourismus im Berner Oberland eher stagniere. Der Hoteltourismus sei unter Druck, während der Camping- und der Resorttourismus boomen würden.

Er zeigte für die Lenker glaubhaft auf, dass sich über eine Destinationsverdichtung die Situation verbessern lasse. Den Druck, der vom Kanton komme, interpretierte er als «frankenschweres Damoklesschwert». Es gehe hier um die Rückzahlung der Beherbergungsabgabe an den Kanton, die nur zurückfliessen würde, wenn die Bedingungen der Destinationsverdichtung nach dem Tourismusförderungsgesetz des Kantons Bern erfüllt seien. Für die Lenk spreche man von einem Betrag von 400'000 Franken pro Jahr.

Berger mahnte, ein Scheitern von Talk hätte für die ganze Region schwerwiegende Folgen. Zu einer Zusammenarbeit mit dem Saanenland erwähnte Roland Berger, dass die drei wichtigsten Partner, die Gemeinde Saanen, die Bergbahnen und Saanenland Tourismus, derzeit keine Möglichkeit für eine Fusion signalisiert hätten. Man habe ein gemeinsames Gespräch pro Saison festgelegt.

In der anschliessenden Diskussion bedauerte ein erfahrener Tourismusexponent die geplante Auflösung der Lenk-Simmental Tourismus AG (LST AG). Die Organisation habe sich bewährt, und er sehe nicht ein, warum man die weit fortgeschrittene Einigkeit im Simmental zerschlagen solle. Berger konterte, die LST AG werde durch die Talk nicht zerschlagen, sondern ausgebaut.

Vizepräsident René Müller, der die Versammlung leitete, brach die Diskussion aus Zeitgründen ab und stellte in Aussicht, das Problem der Finanzierung zukünftiger Tourismusorganisationen an der nächsten Gemeindeversammlung zu traktandieren.

Ehrungen für asserordentliche Leistungen 2016

Beruf: Doris und Silvan Allemann (2. Rang «Mutschli» Olma-Alpkäseprämierung); Katharina Dorn und Adrian Zeller (1. Rang «Berner Alpkäse AOP» an der Olma); Franziska und Reinhold Trachsel (2. Rang «Berner Alpkäse AOP» an der Olma); Florian Buchs (2. Rang «La cuisine des jeunes»); Nicole Tritten (1. Preis beim «Hair Event 2016»); Stefan Lünse (16 «Gault Millau»-Punkte für den Lenkerhof); Yanik Schläppi (Kaba-Preis der Berufsschule IDM für den höchsten Schulnotenschnitt von 5,85); Nadine Ziörjen (2. Rang BMS Sparte Wirtschaft und für die Berufsmatura 2 mit der Note 5,3).

Sport: Demoteam Lenk Women (2. Rang Formations-Europameisterschaft); Sabine Beetschen (2. Rang Biathlon-SM und 3. Rang Biathlon-Staffel-SM in Kandersteg); Neria Fehr (2. Rang Biathlon-SM Kandersteg); Karina Wampfler (3. Rang Biathlon-Staffel-SM Kandersteg); Anouk Vergé-Dépré (9. Rang Beachvolleyball an Olympiade 2016 und 3. Rang World Tour Finals); Luca Grossenbacher (1. Rang Combi-Race im Migros-Grand-Prix-Final und in der Kategorie Knaben in St. Moritz).

Kultur: Walter Däpp (60 Jahre Blasmusik, CISM-Veteran). (Berner Oberländer)

Erstellt: 08.12.2016, 09:42 Uhr

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