Ringgenberg

Eine Premiere am «Winterzauber»

RinggenbergDie Alpenoberkrainer, seit 1966 unterwegs, gehörten erstmals zum Programm des volkstümlichen Events. Und Vlado Kumpan blies seine Trompete einmal mehr in eigenen Sphären.

Die Alpenoberkrainer aus Slowenien am «Winterzauber 2017»: Blasmusik mit Akkordeon, Gitarre und Gesang.

Die Alpenoberkrainer aus Slowenien am «Winterzauber 2017»: Blasmusik mit Akkordeon, Gitarre und Gesang. Bild: Christoph Buchs

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Ein Anlass, der auch bei seiner elften Austragung eine Turnhalle gut füllt, muss sich nicht neu erfinden. So hat es sich bewährt, dass der «Winterzauber» seiner Grundrezeptur auch diesmal treu geblieben ist. Zwei Formationen, eine mit Blaskapellenmusik, eine mit Oberkrainer-Sound.

Eine Premiere war es am Samstagabend in Ringgenberg aber doch. Die slowenischen Alpenoberkrainer gehörten erstmalig zum Programm. Diese Gruppe ist in der Szene mindestens so populär wie die Formation von Saso Avsenik (Enkel des Oberkrainer-Begründers Slavko Avsenik), der seinerseits schon viermal am «Winterzauber» auftrat. Die Alpenoberkrainer gibts seit 1966.

Ihr heutiger Leader heisst Janez Per, spielt Baritonhorn und Bassgitarre und ist schon seit 1970 dabei. Mit seinen Musikern bot er Volksmusik auf hohem Niveau, die beim Publikum gut ankam – wohl auch dank der vorwiegend deutsch gesungenen Texte und eines abwechslungsreichen Sounds, der durchaus auch mal ins Jazzige abschweifte.

Für Höhepunkte sorgten Trompeter Damir Tkavc mit seiner Darbietung des «Karnevals von Venedig», aber auch Edi Semeja, ein baumlanger Akkordeonist, der mit über 70 Jahren nichts von seiner Fingerfertigkeit eingebüsst hat.

Kumpan schier unmenschlich

Auf der Bühne der Mehrzweckhalle wechselten sich die Alpenoberkrainer mit der Formation eines Mannes ab, den man im Oberland eigentlich nicht mehr näher vorzustellen braucht: Der slowakische Trompeter Vlado Kumpan und seine Musikanten waren zum achten Mal im «Winterzauber»-Programm.

Vlado Kumpan: Der Slowake wird nicht umsonst als «Trompeter vom ­anderen Stern» bezeichnet. Bild: Christoph Buchs

Und sie lieferten ein weiteres Mal genau das ab, was man von ihnen erwartet: Blasmusik, die den Profi ebenso wie den Laien nur noch staunen lässt – oder «nahe der Grenze des musikalisch Machbaren», wie es Moderator Daniel Althaus ausdrückte.

Kumpan blies sich von Polkas über Unterhaltungsstücke bis zu Balladen, liess seine Trompete singen, weinen und manchmal auch schreien – der Mann stellt seine Virtuosität und den schier unmenschlichen Ansatz gerne zur Schau, verliert aber nie die Lockerheit und überlässt das Feld auch mal seinen «Kumpanen»: An der Posaune etwa solierten mit Frantisek Jerabek und Robert Kozanek zwei Superstars der böhmisch-mährischen Musik.

An der Trompete bewies Petr Jandasek, dass er mit seinem Niveau dem Meister beinahe ebenbürtig ist; auch die Klarinettisten Ond?ej Dvo?ák und Palo Smolar brachten ihre Einsätze.

15 Jahre ist Vlado Kumpan schon mit seinen Musikanten unterwegs, und «15 Jahre» heisst auch seine Jubiläums-CD, die er auf der Bühne in Ringgenberg taufte. Dazu gönnte er sich mit Daniel Althaus und Florian Ho­stettler ein Gläschen Weisswein.

Besucher mit weiter Anreise

Mitorganisator des Events war die Musikgesellschaft Ringgenberg, deren Mitglieder für die Verpflegung des Publikums besorgt waren. Der Chef des Abends, Florian Hostettler, zeigte sich mit dem Anlass zufrieden, obwohl an den hintersten Tischen in der Halle einige Plätze frei blieben.

Knapp unter 400 Personen dürften am Samstagabend dabei gewesen sein. «Der Besucheraufmarsch entspricht ungefähr meinen Erwartungen», so der Böniger.

Ihn freute, dass er auch diesmal Konzertbesuchern zum Abschied die Hände schütteln durfte, die aus der Ostschweiz oder gar aus Deutschland anreisten – und auch ihr Wiederkommen versprachen. Draussen vor der Halle warb ein Banner übrigens schon für den «Winterzauber 2018». (Berner Oberländer)

Erstellt: 13.02.2017, 13:02 Uhr

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