Lauterbrunnen

«Es ist unerträglich geworden»

LauterbrunnenNach der neusten Wolfsattacke vom Montag auf Sous wurden 62 Schafe vorzeitig ins Tal hinunter­gebracht.

Sechs Schafe der Familie Wyss wurden Opfer eines Wolfs.

Sechs Schafe der Familie Wyss wurden Opfer eines Wolfs. Bild: Heinz Diener

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Er ist konsterniert und enttäuscht, Hans Wyss. Enttäuscht darüber, wie er von den Behörden im Stich gelassen werde. «Die Einzigen, die sich für uns interessieren und einsetzen, sind die Verantwortlichen der Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren vor Grossraubtieren.»

Zwei Monate zu früh ins Tal

Nachdem auf der Alp Sous in diesem Jahr bereits 21 Schafe gerissen worden seien, sei die übrig gebliebene, 62-köpfige Schafherde am Dienstag vorzeitig ins Tal zurückgeführt worden. Mitten im Sommer. «Viel zu früh eigentlich, denn gerade bei der herrschenden Trockenheit im Tal unten ist es nicht einfach, die Tiere zu platzieren», wie der Alphirt sagt.

Es sei aber nicht mehr tragbar, bei den Alpkontrollen immer wieder gerissene Schafe vorzufinden. «Zu wissen, wie lange es dauert, bis diese armen Tiere qualvoll verenden, ist für uns unerträglich geworden», sagt Hans Wyss.

«Das tut echt weh»

Hans und Katja Wyss, deren Familie bereits seit den frühen Siebzigerjahren ihre Schafe auf der Alp Sous sömmert, haben 6 Schafe verloren. Ihnen blieb jetzt nur noch der vorzeitige Alpabzug. «Der Aufwand für die Kadaver und noch lebenden Schafe ist enorm und kostenintensiv; ich bin der Meinung, dass wir dafür entschädigt werden sollen.»

Für Wyss ist der Verlust seiner 6 Tiere nicht nur ein materieller Schaden, sondern vor allem auch ein emotioneller. «Man hat eine Beziehung zu seinen Tieren. Das tut echt weh, wenn sich solche unnötigen Vorfälle ereignen.» Die Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren vor Grossraubtieren im Kanton Bern übt in einer Mitteilung Kritik an die Adresse der Kantonsvertreter:

«Die Älpler müssen immer mehr strenge Vorschriften einhalten. Aber wenn ein paar Schafe von einem Wolf gerissen werden und verenden, ist das in Ordnung. Das macht keinen Sinn.» Das Jagdinspektorat müsse Hand bieten gegenüber den Nutztierhaltern, denn es sei davon auszugehen, dass es sich bei den Übergriffen im Soustal um denselben Wolf handle. (Berner Oberländer)

Erstellt: 08.08.2018, 20:05 Uhr

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