Gemeinde will Fernwärme für Schulanlagen

Unterseen

An der Gemeindeversammlung vom 3. Dezember stehen eine Steuersenkung und der Anschluss der Schulanlagen ans Fernwärmenetz der Avari AG zur Debatte.

Die Schulanlagen in Unterseen wird momentan mit Holzschnitzel beheizt. Zukünftig soll die Schulanlage aber an das Fernwärmenetz angeschlossen werden.

(Bild: Google Maps)

Der Gemeinderat orientierte an einer Medienkonferenz über die Geschäfte der Gemeindeversammlung vom 3. Dezember. Es geht – nicht ausschliesslich, aber vorwiegend – um Kreditgeschäfte. Gemeinderat Stefan Zurbuchen (Ressort Finanzen) erläuterte das Budget 2019, das eine Senkung der Gemeindesteuern (Einkommen und Vermögen) von 1,78 auf 1,70 Einheiten vorsieht.

«Die Kurve der Steuereinnahmen zeigt stabil nach oben», versicherte Zurbuchen, «und wir wollen nicht unnötig Geld anhäufen.» Wegen der Steuersenkung müssten keine Investitionen gestoppt werden. Die Liegenschaftssteuern bleiben unverändert bei 1,5 Promille des amtlichen Wertes, unverändert bleiben auch alle vom Gemeinderat festzusetzenden Gebühren. Das Budget 2019 sieht bei einem Ertrag von 24,5 Millionen einen Gesamtaufwandüberschuss von 94948 Franken vor.

Fernwärme für Schulen

Die Schulanlagen am Steindler – 3 Schulhäuser, 3 Turnhallen und 2 Doppelkindergärten – werden zurzeit mit Holzschnitzeln geheizt. «Die Lebensdauer der Anlage wurde bereits einmal verlängert», erläuterte Stefan Zurbuchen, «ein Ersatz ist dringend nötig.» Die Schnitzel sollen durch Fernwärme ersetzt werden.

«Alternativen gibt es nicht», erläuterte Gemeindepräsident Jürgen Ritschard. Öl komme nicht infrage. Und so beantragt denn der Gemeinderat einen Kredit von 500000 Franken für die einmaligen Installationskosten (inklusive Anpassung der technischen Installationen in den Gebäuden) und einen jährlichen Verpflichtungskredit von 150000 Franken für die Wärmebezugskosten.

Strasse neu geplant

Im Juni 2016 bewilligte die Gemeindeversammlung für die Umgestaltung von Schul- und Sportanlagen und den Neubau einer Verbindungsstrasse zur Vorholzstrasse inklusive Parkplätze einen Verpflichtungskredit von 840000 Franken. Die Parkplätze waren für Lehrpersonen vorgesehen, die ihre Fahrzeuge aktuell auf dem Pausenplatz der Schule abstellen.

Aber Anwohner der Vorholzstrasse fürchteten zu grossen Mehrverkehr und wehrten sich gegen das Vorhaben mit Einsprachen. Der Gemeinderat gab ein teures Verkehrsgutachten in Auftrag. Ergebnis: Die Vorholzstrasse hätte ausgebaut werden müssen. Nun zieht der Gemeinderat das Geschäft zurück und gibt den bewilligten Kredit zurück. Nach Abzug der Kosten für das Verkehrsgutachten und einen Anwalt verbleiben 826548.80 Franken.

Der Gemeinderat wird ein neues Projekt vorlegen, das weiterhin eine Verbindungsstrasse zur Vorholzstrasse vorsieht, aber ohne Parkplätze. Anwohner und weitere Interessierte sind zu einer Informationsveranstaltung eingeladen (6. November, 19.30 Uhr, Aula Oberstufenschulhaus).

Abrechnungen und Kredite

Das alte Feuerwehrmagazin an der Scheidgasse dient aktuell dem Gemeinnützigen Frauenverein als Verkaufslokal der Brockenstube. Der Gemeinderat beantragt deshalb eine Übertragung der Liegenschaft vom Verwaltungs- ins Finanzvermögen. Im letzten Jahr bewilligte der Souverän einen Kredit von 285000 Franken für den Kauf des Schopfes neben der Kirche. Der wurde nicht ganz aufgebraucht, 2372 Franken blieben übrig. Das Altersheim Bethania ist bekanntlich an den Stadthausplatz gezügelt. Nun soll die Liegenschaft am Hohmüedig in die Zone W3 gezügelt werden. Das ist nicht unbestritten, aber noch vor der Gemeindeversammlung stehen Einspracheverhandlungen an.

1982 haben Einwohner im Lombachdelta eine Vacuflow-Anlage erstellt, um das Abwasser in die öffentliche Kanalisation zu leiten. Nun muss die Anlage – sie gilt inzwischen als öffentliche Gemeindeleitung – saniert werden. Wie Baupräsident Max Ritter darlegte, beantragt der Gemeinderat einen Verpflichtungskredit von 196000 Franken, davon werden Private 85000 Franken zu übernehmen haben.

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