Interlaken

Greenfield: Berner Metaller auf Abschiedstournee

InterlakenDas Greenfield Festival zeichnet sich mit seinen internationalen Acts aus: Green Day und Blink 182 rockten die Hauptbühne. Bei der Ausgabe 2017 gab es auch einheimische Kost: Wir haben die Berner Metalcoreband Breakdown of Sanity begleitet.

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Zwei Bühnen unmittelbar nebeneinander: Das gibts nicht oft. Macht aber durchaus Sinn. Während auf der einen Bühne die Musik spielt, wird die andere bereitgemacht und erfreut somit die Festivalbesucher mit kürzeren Umbaupausen. Ein Konzept, das die Organisatoren des Greenfield Festival mit ihren Nebenbühnen verfolgen, genannt Eiger-Stage und Mönch-Stage.

Auf diesen Bühnen war am Samstagabend, zum Abschluss des Festivals, nochmals Schwermetall angesagt. Subway to Sally aus Potsdam lassen die Mähnen fliegen – ihre eigenen und jene ihrer Fans. Währenddessen herrscht im Backstagebereich aufgeräumte Stimmung. Fünf junge Männer machen sich bereit. Sie sprechen astreines Berndeutsch.

Breakdown of Sanity sind eine der wenigen Schweizer Bands am Greenfield Festival, und die ein­zige aus dem Kanton Bern. Ihre Landsleute von Eluveitie beenden gerade ihr Konzert drüben auf der Hauptbühne.

Grollendes Englisch

Womit wir bei den derzeit erfolgreichsten Schweizer Metalbands wären. «Wobei: Erfolg ist natürlich Definitionssache», sagt Breakdown-Bassist César Gonin. Nimmt man einen zeitgenössischen Indikator zu Hilfe, nämlich die Anzahl Facebook-Likes, so kommen wir auf 160 000 bei Breakdown of Sanity, während sich Eluveitie sogar sachte der Million nähern.

Es sind nicht zuletzt die internationalen Tourneen als Headliner, die zu diesen Zahlen geführt haben. Sphären, von denen andere Schweizer Metalbands nur träumen können. Und dennoch: Beide Bands sind hierzulande praktisch nur in der Szene wirklich bekannt.

Das liegt natürlich auch am Sound der Bands, der, nun ja, nicht wirklich tauglich ist für das geläufige Radio. Stehen Breakdown of Sanity auf der Bühne, tun sie dies zwar in lockerer Strassenkleidung, teilweise gar mit Baseball-Caps.

Aber zu hören gibts kein astreines Berndeutsch mehr, sondern grollendes Englisch von Sänger Carlo Knöpfel, derbe Gitarren- und Bassriffs von César Gonin, Oliver Stingel und Christoph Gygax. Und Drummer Thomas Rindlisbacher drescht mit höchster Konzentration und gewaltiger Energie auf seine Trommeln und Becken.

Ende Jahr ist Schluss

Das dröhnende Schlagzeug ist denn auch praktisch das Einzige, das für Personen zu hören ist, wenn sie sich im abgedunkelten Bereich der Bühne aufhalten.

Die Musiker hören ihren eigenen Sound über Ohrstöpsel und das Publikum natürlich über die Lautsprecher. Eine gute Stunde dauert das Konzert. Die Musiker geben alles, zeigen ebensolchen Körpereinsatz wie die Fans im Publikum.

Ein paar Tausend dürften es sein, die beim zweitletzten Auftritt von Breakdown of Sanity in der Schweiz dabei sind. Die Band löst sich Ende Jahr auf. Die über zehnjährige Bandgeschichte geht zu Ende. In der Stilrichtung Metalcore, die die Band seit ihrer Gründung 2007 spielt, befinde man sich auf dem musikalischen Zenit, begründen die fünf Berner.

«Wir wollen nicht, dass unsere Musik repetitiv oder langweilig wird», heisst es auf Facebook. Die Band bricht bald für einen kurzen Trip mit Konzerten in Kanada und den USA auf, dann folgen ein paar Auftritte in Deutschland, schliesslich einer am 29. Dezember im Bierhübeli – und dann ist Schluss.

Und wie war das Konzert am Greenfield Festival? «Wir sind sehr dankbar, dass so viele Leute kamen», sagt César Gonin. Man habe gefühlt, dass die Leute nach dem dreitägigen Festival müde seien. «Aber sie haben nochmals alle Energie mobilisiert, die vorhanden war.»

Und schon macht sich Gonin mit Kollege Rindlisbacher daran, das Schlagzeug und die Verstärkeranlage abzubauen – dies überlassen sie nicht etwa den Roadies. Trotz allem sind sie halt trotzdem bescheidene Berner geblieben.

Letztes Konzert von Breakdown of Sanity: 29. Dezember 2017 im Bierhübeli Bern. (Berner Oberländer)

Erstellt: 11.06.2017, 19:33 Uhr

Der triumphale Auftritt von Green Day

Das wohl eindrücklichste Konzert am Greenfield Festival 2017 legten die amerikanischen Punk-Superstars Green Day am Freitagabend hin. Für Frontmann Billie Joe Armstrong und seine Kollegen war es eine Rückkehr: Bereits bei der allerersten Durchführung des Festivals im Jahr 2005 gehörten sie zu den Headlinern. Geändert hat sich seither, dass sie nicht nur zu dritt, sondern inklusive Begleitmusiker zu sechst auf der Bühne stehen.

Geblieben sind ihre grossen Hits wie «Basket Case» oder «American Idiot», die bei den Tausenden Punkrockfans für beste Stimmung sorgten. Der Auftritt von Green Day dauerte über zwei Stunden, was für Konzerte an Festivals ziemlich unüblich ist. In dieser Zeit unterhielt Armstrong, inzwischen 45-jährig, sein Publikum mit grosser Bühnenpräsenz, Witz und politischen Seitenhieben gegen den amtierenden US-Präsidenten. Unvergesslich dürfte das Konzert für drei junge Festivalbesucher sein, die mit der Band auf der Bühne spielen und singen durften. Einer jungen Frau schenkte der Frontmann gar eine seiner elektrischen Gitarren.

Auch der letzte Auftritt am Samstagabend auf der Hauptbühne weckte Erinnerungen an die Hochblüte des amerikanischen Punkrocks: Das Trio Blink 182 ist vor allem bekannt für den Hit «All the Small Things».

Erstmals ohne Regen

Tolle Konzerte, tolle Stimmung, tolle Imbissstände, tolle Feedbacks – so die Kurzfassung der Bilanz der Greenfield-Organisatoren. Insgesamt 66 000 Personen besuchten das Festival.

«Erstmals hat es während des Festivals nie geregnet», erklärt Iris Huggler, Geschäftsführerin der Greenfield Festival AG, gegenüber dieser Zeitung. Aber auch die ganz grosse Hitze blieb aus. «Das machte es für Crew und Organisatoren einfacher, und die Stimmung war sehr gut. Der krönende Abschluss war dann die Burning Hand», sagt Huggler.

Im Vorfeld gaben vor allem die verschärften Sicherheitskontrollen aufgrund der Terrorgefahr zu reden. «Die Besucher zeigten viel Verständnis für die Massnahmen», sagt Iris Huggler. Tatsächlich waren auf dem Festivalgelände kaum negative Stimmen zu hören. Augenscheine vor Ort zeigten, dass man das gründliche Abtasten eher mit Humor als Missmut hinnahm. Auch wenn es zu längeren Wartezeiten kam.

Allerdings wurde während des Auftritts von Green Day im Publikum eine Pyrofackel gezündet. «Eine absolute Sicherheit gibt es nicht. Nicht in einem Fussballstadion, nicht in einem Shoppingcenter, nicht an einem Festival. Doch wir leisten 110 Prozent Einsatz, um die höchstmögliche Sicherheit zu garantieren», erklärte Stephan Thanscheidt, Verantwortlicher fürs Booking.

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