Grimselverein wehrt sich gegen Wasserkraftwerk Trift

Innertkirchen

Wie angekündigt hat der Grimselverein Einsprache gegen das geplante Kraftwerk an der Trift erhoben. Mit an Bord ist Aqua Viva. Mit den grossen Umweltverbänden hatten sich die Kraftwerke Oberhasli (KWO) geeinigt.

An der Trift hat sich der Gletscher zurückgezogen. Die freigelegte Mulde möchten die KWO nutzen.

An der Trift hat sich der Gletscher zurückgezogen. Die freigelegte Mulde möchten die KWO nutzen.

(Bild: Bruno Petroni)

«Widerstand an der Trift – Gebirgsschönheit erhalten»: Unter diesem Titel teilten gestern der Grimselverein und Aqua Viva mit, dass sie sich mit einer ­Einsprache gegen das geplante Kraftwerk Trift im Berner Oberland wehrten.

«Die einzigartige Landschaft unterhalb des Triftgletschers würde durch den Bau unwiederbringlich zerstört – für eine schweizweit mickrige Steigerung der Energieproduktion von lediglich 0,2 Prozent», schreiben die beiden Organisationen. Es sei klar, dass in diesem Fall «das nationale Interesse, ­diese einmalige Hochgebirgslandschaft zu schützen, höher zu gewichten ist als die Energieproduktion».

«Vollumfänglich verweigern»

Das Gesuch der KWO um Anpassung und Ergänzung der Gesamtkonzession für die Nutzbarmachung der Wasserkräfte im Oberhasli betreffend das Kraftwerk Trift sei «vollumfänglich zu verweigern». Beim «ausserordentlich schönen» Triftgebiet handle es sich um eine «grossartige Hochgebirgslandschaft, welche nach wie vor stark vergletschert ist. «Mit engen Schluchten, Alpweiden, schroffen Felsen und Gipfeln, steilen Seitentälern, Seelein, Wald und grosser Weite.»

Die vorgenommene Interessenabwägung sei einseitig und werde dieser Gewässerlandschaft nicht gerecht: «Das Triftwasser gehört zu den wertvollsten und natürlichsten Fliessgewässern des Berner Oberlandes. Mit dem Bau des Wasserkraftwerkes Trift würde diese sich in dynamischer Entwicklung befindende, bislang ­unberührte Gewässerlandschaft von grosser Schönheit zerstört», so die Organisationen.

«Mannigfaltige Mängel»

Der Umweltverträglichkeitsbericht, der Restwasserbericht mit Schutz- und Nutzungsplanung oberes Gadmental sowie der Bericht zu gewässerökologischen Massnahmen wiesen «mannigfaltige Mängel und Widersprüche» auf.

Sollte die Konzession wider Erwarten dennoch erteilt werden, so stellen die Organisationen unter anderem folgende Forderungen: Der Kanton müsse auf den Bau weiterer Wasserkraftwerke im ganzen Kantonsgebiet verbindlich verzichten. Zudem müssten die «viel zu niedrigen» geplanten Restwassermengen am Trift- und am Steinwasser erhöht werden.

WWF und Pro Natura sagen Ja

Im vergangenen November hatten die KWO das Konzessionsgesuch für einen Stausee beim geschrumpften Triftgletscher dem Kanton übergeben. Der neue Triftsee soll über ein Stauvolumen von 85 Millionen Kubikmeter verfügen, und das neue Kraftwerk soll eine Leistung von 80 Megawatt und eine jährlich produzierte Energiemenge von 145 Gigawattstunden umfassen.

Das entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von gut 30'000 Haushalten. Mit den Umweltverbänden WWF, Pro Natura und dem Fischereiverband hatten sich die KWO geeinigt. Das Trift-Projekt ist mit 387 Millionen Franken veranschlagt.

sgt/pd

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