Immer mehr Luchse im Berner Oberland

In den letzten drei Jahren ist der Luchsbestand im Gebiet zwischen den Oberländer Seen und Luzern leicht angestiegen.

Im Gebiet «Zentralschweiz-West», zu dem auch der Thuner- und der Brienzersee gehören, sind letzten Winter vier Luchse mehr beobachtet worden als noch vor drei Jahren (Symbolbild).

Im Gebiet «Zentralschweiz-West», zu dem auch der Thuner- und der Brienzersee gehören, sind letzten Winter vier Luchse mehr beobachtet worden als noch vor drei Jahren (Symbolbild). Bild: Keystone

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Im Gebiet zwischen Luzern und Brienzer-/Thunersee ist der Luchsbestand in den vergangenen drei Jahren leicht angestiegen. Das zeigt die zweite mit Hilfe von Fotofallen durchgeführte Untersuchung in diesem Gebiet namens «Zentralschweiz-West».

Während im Winter 2012/13 zwölf Luchse mit fünf Jungtieren erfasst wurden, waren es im vergangenen Winter 16 ausgewachsene Tiere und ebenfalls fünf Jungtiere. Das teilten die Jagdverwaltungen der Kantone Bern, Luzern, Obwalden und Nidwalden am Mittwoch mit.

Aufgrund dieser Beobachtungen schätzen die Fachleute, dass im genannten Gebiet derzeit pro 100 Quadratkilometer geeignetem Lebensraum 2,09 Luchse leben. Im Winter 2012/13 betrug die «Luchsdichte» 1,85. Die Zahl der Fotokameras (74) und die Untersuchungsdauer - 60 Tage - waren in beiden Wintern gleich.

Die Luchse lassen sich aufgrund individueller Fellzeichnungen eindeutig identifizieren. Durchgeführt hat die Untersuchung die Koordinationsstelle für Raubtierökologie und Wildtiermanagement (KORA) in Muri bei Bern. Dies in Zusammenarbeit mit kantonalen Fachstellen und freiwilligen Helfern.

Eins von acht Gebieten

Die KORA kennt acht sogenannte Referenzgebiete, in denen sie in regelmässigen Abständen die Luchsdichte untersucht. Sie decken nicht die ganze Schweiz und auch nicht das ganze Berggebiet ab. Das Gebiet «Zentralschweiz-West» reicht von der Stadt Luzern im Nordosten über den Sarner- und Lungerersee und den Brünig im Osten zum Brienzer- und Thunersee sowie nach Steffisburg, Schangnau und Wiggen im Westen.

In den acht Referenzgebieten der Schweiz ist derzeit die Luchsdichte im südlichen Jura am höchsten. Dort leben 3,26 Luchse pro hundert Quadratkilometer geeignetem Lebensraum. Am tiefsten ist sie im nördlichen Wallis (0,92).

Wie Florin Kunz von der KORA auf Anfrage sagte, wird derzeit die Totalzahl der in der Schweiz lebenden Luchse auf rund 170 geschätzt. Auch diese Zahl hat leicht steigende Tendenz: 2011 wurde der Luchsbestand auf rund 160 Tiere geschätzt. (mb/sda)

Erstellt: 31.08.2016, 13:51 Uhr

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