Wengen

In Rekordzeit: Das Zelt am Lauberhorn steht wieder

WengenZeltbau in Rekordzeit am Lauberhorn: Nur 36 Stunden nachdem der Föhnsturm das 50 Meter lange VIP-Zelt unterhalb der Minschkante völlig zerstört hatte, stand an gleicher Stelle ein Ersatzzelt.

Aufrichte des Ersatzzeltes nur 36 Stunden nach dem Föhnsturm: Soldaten bauen das VIP-Zelt neu auf.
Video: Bruno Petroni

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Schlimm sah es aus beim Cana­dian Corner, am Dienstagmorgen, nachdem Guggi- und Rottalerföhn gemeinsam ganze Arbeit geleistet hatten und mit 200 Stundenkilometern grosse Teile der Lauberhorn-Infrastruktur zerfetzt hatten.

Wohl nur den hundert Betonankerungen von je acht Metern Tiefe haben es die Organisatoren zu verdanken, dass nicht gleich das gesamte 20 Meter hohe Stahlgerüst mit einem Gesamtgewicht von 200 Tonnen und einer Podestfläche von 1700 Quadratmetern, auf welchem das VIP-Zelt aufgebaut war, weggeblasen wurde. «Jedenfalls hat der Sturm vereinzelte massive Stahlelemente verbogen», stellt Gregor Ming fest.

Der Inhaber der Luzerner India Zelt & Event AG, welche seit zwanzig Jahren für das Lauberhornrennen den Aufbau des VIP-Zelts und weiterer Zelte im Zielraum sowie im Weltcupdörfli besorgt, hat durch den Föhnsturm das ganze, 50 Meter lange Festzelt verloren: Die Blachen wurden in Stücke gerissen und das Gerüst unbrauchbar gemacht; die Schadensumme beläuft sich auf mehrere Hunderttausend Franken.

Das Stahlgerüst hielt dem Föhnsturm stand. Bild: Bruno Petroni

Das Ersatzzelt steht bereits

Mit einem Arbeitsmarathon bis Mitternacht und am ganzen Dienstag und Mittwoch, also fast rund um die Uhr, bauten zwei Dutzend Soldaten der Infanteriekompanie 56/1 die Trümmer des zerstörten Zeltes ab und bauten ein Ersatzzelt auf, das von der Bauart ähnlich ist und kurzfristig aufgetrieben werden konnte.

Am Mittwochmittag konnte der letzte des halben Dutzends Aluminiumbögen, jeder 400 Kilo schwer, mit Muskelkraft aufgerichtet werden. Bis zum Eindunkeln war das Ersatzzelt bereits zum grössten Teil in beigefarbene Blachen eingekleidet und praktisch fertig.

«Solche spontanen Aktionen sind nur möglich dank langjähriger erfolgreicher Zusammenarbeit.»Urs Näpflin, OK-Chef

«Solche spontanen Aktionen sind nur möglich dank langjähriger erfolgreicher Zusammenarbeit», zeigt sich OK-Chef Urs Näpflin erleichtert darüber, dass die Schäden dank des zusätz­lichen Einsatzes von Armee, Zivilschutz und der Freiwilligen bis zum Rennbeginn vom Freitag fast vollständig beseitigt werden können.

Die Kraft der Natur: OK-Chef Urs Näpflich über die Folgen des Föhnsturms. (Video: fas)

Standort spielte keine Rolle

Das VIP-Zelt wurde vor knapp zwei Monaten erstmals zwischen Canadian Corner und den Gleisen der Wengernalpbahn aufgebaut, nachdem es während vieler Jahre im gegenüberliegenden Girmschbiel gestanden hatte.

Ziel der Verlegung war, das Hochmoor am Girmschbiel künftig von der Belastung der temporären Bauten zu entlasten. «Auch wenn das Zelt an seinem bisherigen Platz gestanden hätte, hätte es nicht besser ausgesehen, was man anhand des völlig demolierten Goldcard-Zeltes deutlich sehen konnte», sagt Lauberhorn-Geschäftsleiter Markus Lehmann. (Berner Oberländer)

Erstellt: 10.01.2018, 21:09 Uhr

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