Kanton bekennt sich zu Weltcuprennen

Mit der Revision des Tourismusentwicklungsgesetzes will der Kanton Bern bedeutende internationale Veranstaltungen wie die FIS-Ski-Weltcuprennen in Wengen und Adelboden langfristig im Kanton Bern halten.

Bis zum Skiweltcup in Adelboden müssen Zivilschützer und Pistenpräparatoren noch viel Arbeit leisten.

Bis zum Skiweltcup in Adelboden müssen Zivilschützer und Pistenpräparatoren noch viel Arbeit leisten. Bild: Claudius Jezella

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Der Regierungsrat will mit einer Änderung des Tourismusentwicklungsgesetzes die Möglichkeit schaffen, international bedeutende Veranstaltungen längerfristig zu unterstützen. «In der Vernehmlassung wurde die­se Idee positiv aufgenommen», heisst es in einer am Donnerstag ver­öffentlichten Mitteilung des Kantons. Sowohl die politischen Parteien als auch die weiteren Adressaten hätten die Revision grundsätzlich begrüsst.

Näpflin: «Wichtiges Signal»

Konkret gehe es darum, die gesetzliche Grundlage für die Unterstützung von wiederkehrenden Anlässen durch Zivilschutz- und Armeeleistungen zu schaffen, erläutert der OK-Präsident der Weltcuprennen in Wengen, Urs Näpflin, der den Vorstoss des Regierungsrats als «wichtiges Signal» wertet. Bisher sehe die Gesetzgebung lediglich die Unterstützung für einmalige Anlässe vor, so Näpflin weiter. Für die Weltcuprennen heisst das in der Praxis, dass Unterstützungsanträge stets neu gestellt werden müssen.

«Für uns ändert sich nichts», meint Näpflins Pendent von den Weltcuprennen in Adelboden, Peter Willen. Die Zusicherung vonseiten des Kantons sei zum Glück immer schon da gewesen, so Willen. Beziffern liessen sich die Hilfeleistungen nur schwer, da es sich um Arbeitseinsätze von Zivilschützern und Armeeangehörigen handle, «aber ohne diese Unterstützung ist so ein Anlass wie die Weltcuprennen nicht durchführbar. Weder würden wir die nötigen Fachkräfte finden, noch könnten wir sie bezahlen», stellt der Adelbodner OK-Präsident klar.

Weltweite Bekanntheit

Die Wertschätzung ist gegenseitig, wie in der Mitteilung des ­Kantons zu lesen ist: «Die Ski-Weltcuprennen im Berner Oberland zählen zu den wichtigsten ­Wintersportveranstaltungen der Schweiz. Sie geniessen ein grosses Publikums- und Medieninteresse. Die Präsenz internationaler Medien bietet die Gelegenheit, den Kanton Bern weltweit bekannt zu machen.» Die Ver­anstaltungen seien ein wichti­ges Element der touristischen Marktbearbeitung.

Die Weltcuprennen hätten gemäss einer Studie aus dem Jahr 2002 in Wengen eine Wertschöpfung von 3,5 Millionen Franken und gemäss einer Studie aus dem Jahr 2009 in Adelboden eine solche von 2,6 Millionen Franken generiert, schreibt der Kanton. «Diese Beträge dürften sich in den vergangenen Jahren weiter erhöht haben.» Entsprechend gross sei das Interesse, die Durchführung der Rennen zu sichern.

Das bedeute jedoch nicht, dass die Tourismusförderung einseitig auf den Wintersport ausgerichtet sei. «Die Förderung deckte in den vergangenen Jahren ein breites Spektrum von Veranstaltungen ab», schreibt der Kanton. Während also die gesetzliche Voraussetzung für regelmässige Beiträge präzisiert wurde, wurden die Fördermöglichkeiten an sich nicht ausgedehnt. «Einerseits würde dies die finanziel­len Möglichkeiten des Kantons sprengen. Anderseits fehlt nationalen und lokalen Veranstaltungen die internationale Werbewirkung in den Zielmärkten», lautet die Begründung.

Noch eine Vereinfachung

Im Rahmen der Gesetzesrevision werde zudem geregelt, dass die Beherbergungsabgabe und die Kurtaxe von der gleichen Stelle eingezogen würden. «Diese Regelung ermöglicht es, Synergien zu nutzen und das System zu vereinfachen.»

Um die Bedeutung des Tourismus für den Kanton Bern zu unterstreichen, liefert der Regierungsrat noch eine Reihe von Zahlen: Mit 5 Millionen Hotelübernachtungen liege der Anteil des Kantons Bern bezogen auf das gesamtschweizerische Ergebnis bei 14 Prozent. Die Wertschöpfung des Tourismus im Kanton Bern betrage 2,6 Milliarden Franken. Das seien 3,5 Prozent der kantonalen Wertschöpfung.

23'800 Stellen seien direkt dem Tourismus zuzurechnen. Das entspricht knapp 5 Prozent der Beschäftigung. «Im Ber­ner Oberland, wo drei Viertel der kantonalen Übernachtungen verbucht werden, ist die Wertschöpfung aus dem Tourismus deutlich höher als im Kantonsdurchschnitt.» (Berner Oberländer)

Erstellt: 15.12.2016, 21:02 Uhr

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