Spiez

«Kultur-Torpedo» mit vollem Schub

Spiez Ein Elektriker setzt Spiez mit Livemusik unter Strom: Mathias Dänzer blickt als Veranstalter Othello Musikplanet auf ein bewegtes erstes Jahrzehnt zurück. Und er sieht sich nach über 80 Konzerten noch längst nicht am Ziel.

Gehört zu Spiez wie das Schloss: Der (Pop-)Kultur-schaffende Mathias Dänzer, hier in der örtlichen Bucht.

Gehört zu Spiez wie das Schloss: Der (Pop-)Kultur-schaffende Mathias Dänzer, hier in der örtlichen Bucht. Bild: Jürg Spielmann

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Wochentags installiert er hauptberuflich elektrische Anlagen, an Wochenenden lässt er aus Berufung Verstärkerboxen verkabeln. Für eine gelebte Spiezer Popkultur. «Konzerte veranstalten war und ist meine Leidenschaft», sagt Mathias Dänzer. Seit bereits zwei Dekaden bringt er bekannte Szenegrössen wie auch unbekannte Provinzbarden auf die Bühnen im Winzerort. Seit einem Jahrzehnt tut er es unter dem Namen Othello Musikplanet.

«Ein ‹Torpedo› für die Kultur» titelte diese Zeitung zum Auftakt seiner «Othello»-Ära. Das nicht von ungefähr: Dänzer verpflichtete für sein Premierenkonzert die Berner Latinotruppe Chica Torpedo. Es sollte ein denkwürdiger Abend werden – in negativer wie positiver Hinsicht. «Es kamen nur 50 Zuhörer ins Kirchgemeindehaus, ich befürchtete, die Band um Schmidi Schmidhauser tritt nur kurz oder gar nicht auf.»

Weit gefehlt. Statt eines Frustauftritts legte der Stop-the-Shoppers-Frontmann mit seiner Kapelle «ein zweieinhalbstündiges Superkonzert» aufs Parkett. «Es herrschte eine Stimmung, als wären 1000 euphorisierte Leute im Saal», blickt Mathias Dänzer zurück. Die Erinnerung lässt den 40-Jährigen schmunzeln. Keiner der nachfolgenden Anlässe war schlechter besucht als der erste.

Philipp Fankhauser, Steff la Cheffe, Marc Sway, Halunke oder Sandee: Die Liste jener, die dank «Mäthu», wie er gemeinhin genannt wird, dem Ort die Ehre erwiesen, liesse sich um so manchen Namen ergänzen. Gut und gern 80 Konzerte organisierte er bis heute. Aber wieso eigentlich? «Ich will mithelfen, Spiez zu beleben, und auch den Jüngeren etwas bieten», entgegnet Dänzer, der sich auch beim örtlichen Kulturspiegel sowie im Seenachtsfest-Verein engagiert.

Ein Ziel ist erfüllt

Eng verbunden ist er zudem mit der Rox Music Bar am Lötschbergplatz. Bei dieser zeichnet er mit Betreiber Manuel Schaffer für das Konzertprogramm verantwortlich. Das Rox und das ­benachbarte Das O sind Gründe dafür, dass Dänzer sein ursprüngliches Othello-Ziel als erfüllt ­ansieht: ein eigenes Kultur- und Musiklokal in und für Spiez. «Ja», meint er, «das ist kein Thema mehr. Es gibt heute zwei Lokale, was zuweilen schon etwas viel ist.» Dann zum Beispiel, wenn es an der gegenseitigen Absprache mangle.

Unter dem Titel «Rox am See» zieht es den Veranstalter zur Sommerzeit auch in die Bucht, wo er, als Gegenpol zum Seaside Festival, ein Klein-Open-Air auf die temporären Beine stellt. «Die Bewilligung vorausgesetzt, wird am 27. und 28. Juli 2018 die dritte Ausgabe mit noch unbekanntem Line-up stattfinden.»

Ein gerocktes Dankeschön

Klar, glänzt in Dänzers Veranstalterdasein nicht alles golden. Der Auflagen sind viele, der finanziellen Mittel weniger. «Geld verdienen lässt sich natürlich keines. Ziel ist es jeweils, dass unterm Strich eine schwarze Null steht.» Das gelinge dank Sponsoren oder Erträgen aus der Othello-Bar mehr oder weniger, sagt er. Auch habe die Gemeinde Spiez sein Wirken schon mit einem Batzen honoriert. «Es ist und bleibt aber ganz klar ein Hobby.»

Vor Tagen lud Mathias Dänzer zum Jubiläums- und Dankesanlass ins Rox. Zu Gebrautem, Gebratenem und Gebackenem rockten und rollten The Magic Five meets Roverkings. Es zupften, wirbelten und sangen die Branchengrössen Mario Capitanio, Bruno Dietrich und Roland Sumi. «Ein Riesenmerci für Othello . . . weiter so!», rief Bruno Dietrich in die Menge. Allein das dürfte dem Spiezer «Kultur-Torpedo» weiteren Schub verliehen haben. (Berner Oberländer)

Erstellt: 08.11.2017, 11:55 Uhr

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