Frutigen

Mehr Schüler kosten die Gemeinde mehr Geld

FrutigenDie Gemeinde gibt mehr aus für die Schulen, und die Schülerzahlen steigen. Die beiden Schulsozialarbeiter nehmen ihre Arbeit auf und halten die Türen offen.

Jahr um Jahr gibt es in der Schulanlage Widi mehr Schüler. Eine mögliche Lösung wurde an einem Informationsabend vorgestellt.

Jahr um Jahr gibt es in der Schulanlage Widi mehr Schüler. Eine mögliche Lösung wurde an einem Informationsabend vorgestellt. Bild: Hans-Rudolf Schneider

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An der Informationsveranstaltung des Ressorts Bildung der Gemeinde Frutigen war das Interesse gross, viele Eltern waren im Kirchgemeindehaus Frutigen erschienen. Hans Peter Bach als zuständiger Gemeinderat des Ressorts Bildung erklärte mittels Grafiken die Entwicklung der Schülerzahlen. Er ist erleichtert, dass diese eher steigen und darum die Einteilung der Klassen etwas einfacher ist.

Den gymnasialen Unterricht, die Quarta, gibt es in Frutigen nicht mehr. Darum wird in der Oberstufenschule eine Klasse geschlossen. Ausser einer Kindergartenklasse und den pro­visorisch eröffneten zwei Kindergartenklassen im Widi, die ­wegen höherer Schülerzahlen entstanden sind, müssen in den nächsten Jahren voraussichtlich keine Klassen geschlossen werden.

Schwierige Prognosen

Aber die hohe Schülerzahl im Kindergarten Widi wird Jahr um Jahr zusätzliche Klassen erfordern, bis die Kinder die ganze Schulzeit durchlaufen haben. Hingegen sei die Schule im Elsigbach vorbildlich. «Dort variieren die Schülerzahlen kaum», sagt Bach schmunzelnd.

Oft sei eine längerfristige Prognose schwierig, weil die Zahl der Übertritte in die Sekundarschule und die Geburtenzahlen noch gar nicht bekannt seien. «Grundsätzlich freuen wir uns ja über mehr Kinder», bemerkte der Gemeinderat. Die momentan positive Situation könnte durch Sparübungen des Kantons, den Lehrplan 21, einen Mangel an Lehrkräften oder die Forderung nach grösseren Klassen schnell ändern und Klassenschliessungen nötig machen, so Bach. Zudem seien ­Lehrkräfte für Gesamtschulen schwierig zu finden.

Der finanzielle Aufwand für die gewählte dezentrale Schulstruktur in der Gemeinde Frutigen sei teuer, wurde betont. Bei einem 30-Millionen-Gesamtbudget seien 2016 für die Schulen 4,178 Millionen Franken aufgewendet worden. 2017 werde es fast eine Million mehr sein (5,171 Millionen Franken). Dies auch wegen der Schulliegenschaften, deren Unterhalt teuer ist und die nicht mehr spezialfinanziert sind. Ein Schulleiter für Koordinationsaufgaben soll angestellt werden.

Von den 10 Millionen Franken für Lehrergehälter in Frutigen bezahle die Gemeinde gut 3 Millionen, der Kanton knapp 7. Darin eingeschlossen seien 100 000 Franken, die die Gemeinde Frutigen neu an die regionale Schul­sozialarbeit Kander-Engstligental bezahle.

Die beiden Sozialarbeiter stellten sich vor. Sie betreuen in 22 Schulhäusern 1800 Schüler, 220 Lehrpersonen und fünf Schulleitungen. Sie sind je zu 80 Prozent angestellt, haben ihre Arbeit für ein dreijähriges Pilotprojekt aufgenommen, schaffen Strukturen, arbeiten zielgerichtet und kostenbewusst, kontaktieren Schulleiter, Lehrpersonen und lernen die Schüler kennen. Sie haben offene Türen – Jutta Mosimann im Schulhaus Widi und Michael Röthlisberger in der Oberstufe. Sie helfen bei allen Problemen und wollen, dass die Kinder gestärkt werden.

Für eine Tagesschule sei aus finanziellen Gründen kein Bedarf vorhanden, dennoch wären Tageseltern gefragt. Familien, die ein oder mehrere Kinder betreuen möchten, sollten sich bitte bei der Schulsekretärin Heidi Schmid melden, rief Bach auf. Als keine Fragen auftauchten, schloss er die Veranstaltung um 21 Uhr mit der Bemerkung: «Ok, dann haben wir früher Feierabend.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.03.2017, 09:56 Uhr

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