Oberländer Skigebiete rüsten sich für die Saison

Technische Beschneiungsanlagen gehören heute zum Grund­angebot zeitgemässer Winterdestinationen.

Die grossen Skigebiete im Berner Oberland (im Bild Adelboden-Lenk) können grosse Teile ihrer Pisten künstlich beschneien.

Die grossen Skigebiete im Berner Oberland (im Bild Adelboden-Lenk) können grosse Teile ihrer Pisten künstlich beschneien. Bild: zvg

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Mit 250 Pistenkilometern verfügt die Skiregion Obersimmental-Saanenland über das längste Pistennetz im Oberland. Zwei Drittel davon werden technisch beschneit. «Der Bau einer Beschneiungsanlage auf einen Kilometer kostet ­etwa eine Million Franken», sagt Matthias In-Albon, der neue Direktor der Bergbahnen Destination Gstaad.

«Hinzu kommen jährliche Unterhalts- und Betriebskosten der technischen Beschneiung von 20'000 Franken pro Pisten­kilometer und Saison. Strom, Wasser, Zinsen sowie Personal- und Amortisationskosten sind inbegriffen.»

Die Skiregion Jungfrau beschneit ebenfalls zwei Drittel des 206 Kilometer grossen Pistennetzes technisch. In dieser Zahl ist das Skigebiet Schilthorn inbegriffen. Jungfraubahn-Mediensprecherin Patrizia Bickel: «Vor zwanzig Jahren gab es mit Ausnahme der Weltcuprennpiste der Lauberhornabfahrt praktisch keine beschneiten Pisten. Vor zehn Jahren waren etwa 30 Prozent aller Pisten beschneit.»

Die benötigte Menge an Wasser variiere stark und sei abhängig von den Witterungsverhältnissen wie Temperaturen und der Menge natürlichen Schnees. «Pro ­Wintersaison benötigen wir in den Skigebieten First, Kleine Scheidegg und Männlichen im langjährigen Schnitt 400'000 Kubikmeter Wasser. Etwa die Hälfte davon stammt aus den Speicherseen, der Rest aus den örtlichen Wasserversorgungen», sagt Patrizia Bickel.

Die Kosten pro Kubikmeter Wasser betragen inklusive Amortisation und Betriebskosten zwischen 10 und 15 Franken, bei den benötigten 400'000 Kubikmetern sind dies somit rund 5,5 Millionen Franken.

Das Skigebiet Meiringen-Hasliberg hat rund ein Drittel der 60 Pistenkilometer für die künstliche Beschneiung ausgerüstet. «Vor zehn Jahren waren es nur knapp 10 Prozent, und noch vor zwanzig Jahren konnten wir mit einzelnen Schnee­kanonen punktuell beschneien», sagt Reto Schläppi, Leiter des Skirennzentrums.

Auch Hasliberg hat einen 14'000 Kubik­meter fassenden Speichersee, um die technische Beschneiung auch in wasserarmen Zeiten sicherstellen zu können. Schläppi: «Jeder Kubikmeter künstlicher Schnee kostet uns etwa 5 Franken, was pro beschneiten Kilometer rund 100'000 Franken ausmacht.»

Das Herzstück der Skiregion Adelboden-Lenk ­(Silleren, Hahnenmoos, Metsch) verfügt über 100 Pistenkilometer, davon zwei Drittel beschneit. Vor zehn Jahren war es dort die Hälfte. Marketingleiter Matthias Werren von den Lenk-Bergbahnen: «Unser Wasserbedarf beträgt bis zu 400'000 Kubikmeter Wasser pro Winter. Bei einer Vollkostenrechnung kann man je nach Winter von 2,5 bis 4 Millionen Franken Aufwand aus­gehen.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 29.10.2016, 09:45 Uhr

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