Rock-’n’-Roll-Derniere für den Startbar-Wirt

Nach 16 Jahren gibt Beni Scheiber die operative Führung der Startbar auf der Lauberhornschulter ab. Sein Nachfolger Michael Lehmann will das Konzept weiterführen. Morgen ist Stimmung angesagt.

Ein letztes Mal Rock ’n’ Roll: Beni Scheiber (links) gibt den Betrieb der Startbar auf Ende Saison hin ab. Wird es morgen auch der letzte Lauberhorn-Gig von Juraya-Gitarrist Gian Carlos Monn und Leadsänger Peter Urfer?

(Bild: Bruno Petroni)

Skibar-Betreiber Beni Scheiber ist ein bekennender Rocker. Sein Markenzeichen sind Lederhosen, und so richtig in Stimmung kommt der Besitzer der auf 2326 Höhenmetern liegenden Startbar auf der Lauberhornschulter mit heissen Rhythmen von AC/DC.

Doch Scheibers Herz schlägt auch und vor allem für eine «einheimische» Band: Das Berner Rockquartett Juraya (mit Leadsänger Peter Urfer aus Matten-Interlaken) gehört da oben mittlerweile fast ein bisschen zum Inventar und stand sogar am Snowpenair vom letzten Frühling auf der Bühne.

Am Samstag heizen ­Juraya dem Publikum vor dem Start zum Abfahrtsrennen nur wenige Meter neben dem Starthäuschen bereits zum sechsten Mal mächtig ein. Möglicherweise aber zum letzten Mal, denn ab Ende der laufenden Wintersaison will Beni Scheiber den Skihüttenbetrieb in die Hände seines langjährigen Mitarbeiters Michael «Michi» Lehmann legen.

Derniere auch für Juraya?

Auch für Juraya-Leadgitarrist Gian Carlos Monn ist es unsicher, ob die Band künftig wieder auf die Lauberhornschulter zurückehren wird: «Nur schon der logistische Aufwand für ein Konzert da oben unter freiem Himmel ist halt schon jedes Mal immens.»

Grindelwalder übernimmt

Um den Gästeansturm bewältigen zu können und weil es am Renntag in der kleinen Skihütte sowieso viel zu eng wäre, bauen Beni Scheiber und sein Team davor extra eine grosse Grillbar auf. Dieser will «das Rad nicht neu erfinden, sondern den eingeschlagenen Weg weitergehen».

Dieses Rad sei ohnehin «ziemlich dreieckig, denn hier oben einen Gastro­betrieb zu führen, stelle sehr hohe Anforderungen an die Flexibilität und die Planung. Hier entscheidet die Natur über Gelingen oder Nichtgelingen eines Anlasses», sagt der designierte Startbar-Leiter Michi Lehmann. «Jedenfalls haben wir uns nach der Sturmnacht vom Montag schon gefragt, wie das noch werden soll dieses Wochenende.

Bei Verhältnissen, wie wir sie aber jetzt haben, ist es natürlich schön, auf dem Berg zu arbeiten.» Der 38-jährige Grindelwalder betrieb früher während 12 Jahren das Tipizelt auf der Kleinen Scheidegg. «Wir waren also einst quasi Konkurrenten», sagt Lehmann schmunzelnd, der seit fünf Jahren in Scheibers Startbar arbeitet. Diese ist nun erst mal bis gegen Mitte April offen: «Einfach solange die Sesselbahn hier hinauf noch fährt.» Ob und wieweit Lehmann später die Öffnungszeiten während der Sommermonate anpassen will, lässt er vorerst offen.

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