Diemtigtal

So soll die 38-Millionen-Käserei ab Herbst 2019 aussehen

DiemtigtalDie vorgestellten Pläne für die Natur­parkkäserei machen Gemeinderatspräsident Martin Wiedmer «stolz». Der hier produzierte Käse soll ab Oktober 2019 unter der Marke Simmental-Switzerland in die ganze Welt geliefert werden.

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Dass etwas wie die geplante Käserei abseits der grossen Zentren realisiert werde, sei nicht selbstverständlich, meinte Diemtigens Gemeinderatspräsident Martin Wiedmer gestern. Und fügte im Namen der Naturparkkommission und der Gemeinde an: «Wir sind sehr stolz, dass ein solches Projekt nach Diemtigen kommt.» Zuvor hatte die Aaremilch AG mit Sitz in Lyss ihre konkreten Pläne für die neue Naturparkkäserei Diemtigtal vorgestellt. Dass die Käserei gebaut werden soll, ist schon seit langem klar. Ende August hatten die Verantwortlichen die Baubewilligung erhalten. Zuletzt war der neue Bahnübergang Ansmatte in Betrieb genommen und damit die zukünftige Zufahrt zur Käserei sichergestellt worden (wir berichteten).

Baustart im März 2018

Seit gestern ist nun klar, wie die neue Käserei aussehen und arbeiten soll, wenn sie wie vorgesehen im Oktober 2019 den Betrieb aufnimmt. 38 Millionen Franken will die Aaremilch AG am Standort Burgholz investieren. Neben 6 Millionen Franken Eigenmitteln der Aaremilch AG bringe der holländische Vermarktungspartner Royal A-ware 2 Millionen Franken Eigenkapital ein. Der restliche Anteil sei fremdfinanziert. Wie Martin Wiedmer betont, würden jedoch keine öffentlichen Gelder für den Bau beansprucht. Der Baustart soll im März 2018 erfolgen.

«Wir sind sehr stolz, dass ein solches Projekt nach Diemtigen kommt.»Gemeinderatspräsident Martin Wiedmer

Rund 30 Millionen Kilo Milch von Produzenten aus dem gesamten Berner Oberland sollen nach Angaben der Aaremilch AG in Diemtigen pro Jahr verkäst werden. Dabei sei es wichtig, dass die Käserei auch die saisonalen Schwankungen im Milchanfall abfedern könne, teilt die Aaremilch AG mit. Das Milchaufkommen ist bei Vegetationsbeginn im Frühjahr sehr hoch und im Berggebiet wegen der Alpung vieler Betriebe im Sommer stark reduziert. Die Käselagerkapazität wird mit 3500 Tonnen Hart- und Halbhartkäse angegeben. «Die Käseproduktion wird ergänzt durch eine Milchabfüllanlage, mit welcher die steigende Nachfrage nach regionaler Milch gedeckt werden soll», schreibt das Unternehmen, das 25 bis 30 Mitarbeiter in Diemtigen beschäftigen will.

Energiezentrale im Burgholz

Gemeinderatspräsident Wiedmer glaubt, dass das Projekt dem Naturpark entspreche, und setzt auf eine grosse Wertschöpfung im Tal durch die Käserei. Interessant sei das Projekt aus Sicht der Gemeinde auch wegen der Steuereinnahmen sowie der Verbrauchsgebühren für Wasser und Abwasser. Und dann kommt noch der Faktor Energiegewinnung dazu. In der Gewerbezone Burgholz wird eine Energiezentrale gebaut. Hier soll die für die Käserei notwendige «Prozesswärme» aus Holzschnitzeln produziert werden. Den Rohstoff sollen die regionalen Wälder liefern. Neben der Naturparkkäserei soll die Energiezentrale auch andere Gewerbebetriebe im Burgholz mit Wärme versorgen.

«Simmental: Das ist ein starker Brand, der nicht zuletzt wegen der Viehrasse in der ganzen Welt bekannt ist.»Donat Schneider Geschäftsführer Aaremilch AG

Käse «nach alter Tradition»

Bleibt die Frage nach dem Kernprodukt? Die Aaremilch AG will in Diemtigen Käse «nach alter Tradition» und mit «sorgfältiger Reifung» herstellen. Die Produktpalette umfasst hauptsächlich «Bergkäse, Halbhartkäse, Raclettekäse, Premium Switzerland Swiss, Pastmilch und Rahm». Der überwiegende Teil ist für den Export bestimmt. Die internationale Vermarktung übernimmt die Familienfirma Royal A-ware, ein holländischer Käseproduzent und Lieferant von Supermarktketten in Europa, den USA und bald auch Asien mit einem Vermarktungsvolumen von 200 000 Tonnen jährlich. Das sei mehr, als in der ganzen Schweiz produziert werde, erklärt der Geschäftsführer der Aaremilch AG Donat Schneider. Der Käse aus Diemtigen soll unter der Marke Simmental Switzerland verkauft werden. Schneider: «Das ist ein starker Brand, der nicht zuletzt wegen der Viehrasse in der ganzen Welt bekannt ist.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.12.2017, 21:45 Uhr

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